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15.03.1985 - 

Große norwegische Bank installiert lokales Netz von Nixdorf:

Breitband-LAN erschließt auch Videokonferenz

Jedes Unternehmen, das konkrete Neubaupläne hat, verwendet größte Sorgfalt auf die Planung der Kommunikationsinfrastruktur. Die Erfahrungen früherer Jahre mit überfüllten Kabelkanälen und hohen Aufwendungen für die Nachverkabelung bei internen Umzügen sowie die Notwendigkeit mehrerer Kommunikationsnetze für die Produkte unterschiedlicher Hersteller haben zu einer erheblichen Sensibilisierung geführt. Am Beispiel einer Installation beschreibt Rüdiger Meisenburg, Projektleiter Breitbandkommunikation bei der Nixdorf Computer AG in Berlin, die Einsatzmöglichkeiten eines Breitband-LANs.

Eine große norwegische Bank mit Hauptsitz in Trondheim hatte im Zuge der Planung eines neuen Verwaltungsgebäudes auch die Entscheidung für ein zukunftsorientiertes Kommunikationsnetz zu treffen. Informationsarten, die über dieses Netz ausgetauscht werden sollen, sind Sprache, Daten und Texte sowie in Zukunft möglicherweise Bewegtbilder für Videokonferenzen.

Für die Abwicklung der Sprachkommunikation wurde ein herkömmliches, sternförmiges Zweidrahtleitungsnetz und die digitale Nebenstellenanlage DVS 8818 von Nixdorf installiert. Im Bereich der Daten- und Textkommunikation mußten in der ersten Phase des Projekts rund 60 synchrone Arbeitsplätze an das Nixdorf-Banksystem 8864 BNC und rund 120 asynchrone Arbeitsplätze an Rechnersysteme der Hersteller Honeywell Bull und Norsk Data angeschlossen werden. Darüber hinaus wurden Zugänge für entfernte Arbeitsplätze bei Filialen der Bank über Wähl- und Standleitungen geschaffen. Im Laufe der Zeit soll die Zahl der angeschlossenen Arbeitsplätze auf 100 synchrone und 250 asynchrone ausgebaut werden. Dabei ist die zukünftige Kopplung der bisherigen Zentrale der Bank im Zentrum von Trondheim mit dem neuen Verwaltungsgebäude außerhalb der Stadt auf der Basis eines 2-MBit/s-Kanals geplant.

Die klare Forderung der norwegischen Bank bei diesem umfangreichen Projekt war, daß alle Systeme an ein Netz angeschlossen sind.

Mit einer Testinstallation des Nixdorf-Breitband-Netzes (NBN), das erstmals auf der Hannover-Messe 1984 vorgestellt worden war, wurde der Nachweis erbracht, daß alle Kundenanforderungen realisierbar sind.

Die Testinstallation, die ein Nixdorf-Banksystem mit vier Arbeitsplätzen, einen Honeywell-Bull-Rechner und ein Norsk-Data-System mit je zwei Arbeitsplätzen sowie einen Anschluß an das öffentliche Netz für einen Remote-Arbeitsplatz umfaßte, wurde inklusive Verkabelung und Inbetriebnahme innerhalb eines Arbeitstages durchgeführt: Ein Beweis für die Einfachheit und Handhabbarkeit der Breitbandtechnologie.

Nach Auftragserteilung an Nixdorf wurde die endgültige, detaillierte Netzplanung für das elfstöckige neue Verwaltungsgebäude erstellt. Dabei wurden für jedes Stockwerk separate Verstärker vorgesehen, die mit einem Überwachungssystem zur Kontrolle der Funktion und der Parameter ausgerüstet werden können.

Das Bild zeigt etwas vereinfacht die Verteilung in einem einzelnen Stockwerk: Die Äste des Baumnetzes liegen zum Teil in Bodenkanälen, zum Teil auf Kabelbrücken in der Decke und in Lehrrohren, so wie sie von der Bauphysik vorgesehen sind. Je nach Größe der zu versorgenden Räume sind vier bis zwölf, in der Regel acht HF-Steckdosen pro Raum vorgesehen. Im Bereich des Rechenzentrums liegen im Installationsboden mehrere Achtfachsteckdosen, um größtmögliche Flexibilität zu gewährleisten.

Das Netz ist so ausgelegt, daß trotz der praktisch vorhandenen Vollverkabelung in jedem Stockwerk noch nachträglich weitere Äste angeschlossen werden können. Auch in den einzelnen Büros können nachträglich die Einfachsteckdosen zu Doppelsteckdosen, wie sie bereits im Bereich der DV-Abteillung Verwendung finden, erweitert werden.

Bei der Netzinstallation, die eine lokale Installationsfirma vornahm, wurden zirka sieben Kilometer Koaxkabel verlegt und rund 800 Steckdosen zum NBN angebracht. 250 Taps und Splitter waren für die Verzweigung des Netzes notwendig. Das Breitbandnetz wird zum 1. Mai 1985 mit der Eröffnung des Neubaus in Betrieb genommen.

Das Nixdorf-Breitband-Netz erlaubt dem Kunden auch, im bestehenden Netz künftig auch Videoapplikationen (Bewegtbilder) zu realisieren. Im Bereich der Datenübertragung können nachträglich - ohne Änderungen am Netz - Kanäle mit höheren Übertragungsraten (zum Beispiel 2 MBit/s) für die Kommunikation zwischen intelligenten Arbeitsplätzen integriert werden. Diese Möglichkeiten zur Erweiterung und Modifikation machen das Breitbandnetz zu einer zukunftsorientierten Technologie.