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11.10.2002 - 

Umsatzprognose erhöht

Breitere Produktpalette hilft Dell durch die Krise

MÜNCHEN (CW) - Dell hat seine Umsatzerwartung für das laufende dritte Geschäftsquartal 2003 (Ende: 31. Oktober) von 8,9 Milliarden auf 9,1 Milliarden Dollar angehoben. Das Unternehmen wächst auf Kosten der Konkurrenz - nicht nur im Computer-, sondern auch im Speicher- und TK-Ausrüstermarkt.

"Wir hatten gehofft, dass sich der IT-Markt in der zweiten Jahreshälfte etwas beleben würde. Aber es sieht so aus, als ob das nicht passiert", sagte Chief Operating Officer Kevin Rollins vor Finanzanalysten. Der Manager zeigte sich jedoch gelassen: Dell könne das letztendlich egal sein, weil das Unternehmen auf Kosten des Wettbewerbs wachse.

Der IT-Direktanbieter hob nicht nur die Umsatzerwartung um zwei Prozent an, auch die Kosten hat das Unternehmen fest im Griff. Um eine Milliarde Dollar wollte Dell im laufenden Geschäftsjahr ursprünglich die Ausgaben senken. Diese Zahl wird voraussichtlich noch übertroffen. Nach Angaben von Finanzchef Jim Schneider hat Dell seine Lagerbestände auf ein Rekordniveau gesenkt und den Produktionsprozess weiter verbessert. Zum Ende dieses Quartals will der Direktanbieter wieder die Krone des weltweit größten PC-Hersteller an sich reißen und damit Hewlett-Packard, nach der Übernahme von Compaq kurzfristig die Nummer eins, vom Thron stürzen.

Im ablaufenden Quartal erwarten die Texaner einen Profit von 21 Cent je Aktie - 31 Prozent mehr als im dritten Quartal des Vorjahres. Treffen die Prognosen ein, so wird Dell das siebte Quartal in Folge bei den Umsatz- und Gewinnzahlen die angepeilten Ergebnisse erreichen oder übertreffen. Dabei erwartet Unternehmensgründer Michael Dell nicht, dass die Kunden im großen Stil PC-Upgrades in Angriff nehmen. Dazu seien die Zeiten zu schlecht. Derzeit würden lediglich einzelne Geräte ausgetauscht, die defekt seien oder den gestiegenen Leistungsanforderungen der Software nicht mehr genügten.

Strategisch sieht sich Dell als Anbieter eines breit diversifizierten Portfolios standardisierter IT-Produkte. In der gesamten IT-Industrie sei die Standardisierung im Vormarsch, so Michael Dell. "Unsere Strategie ist es, nicht neu zu erfinden, was uns die Lieferanten ins Haus bringen." Dell investiert kaum in Forschung und Entwicklung. Dem Unternehmen geht es darum, Massenmärkte mit günstigen Commodities zu beliefern - und das bei einer möglichst optimalen Produktions- und Vertriebslogistik. Dabei wird das Portfolio ständig ausgebaut, etwa um Speichersysteme, LAN-Switches, Drucker, Handhelds oder IT-Servicepakete.

Diese Diversifikationsstrategie geht zu Lasten bestehender Handelspartnerschaften. Hewlett-Packard, das als Handelspartner von Dell zuletzt Drucker im Wert von 100 Millionen Dollar jährlich verkauft hatte, kündigte die Zusammenarbeit, nachdem Dell bekannt gegeben hatte, selbst in das Drucker-Business einzusteigen. Auch Cisco und 3Com sahen ihre Märkte bedroht und beschlossen, die Zusammenarbeit zu beenden. (hv)