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03.05.1985 - 

Bündelung der Datenströme über das öffentliche Netz:

Bremische Häfen setzen DV-Lotsen ein

HANNOVER (sch) - Einen passenden Namen haben die Bremischen Häfen Ihrem neuen Informations- und Kommunikationssystem gegeben: Der auch als "Universalsteckdose" titulierte und auf der Hannover-Messe vorgestellte Logistic-Tele-Service, heißt "Lotse". Er ermöglicht Kommunikation sowie Datenaustausch mit Jedem Logistik-System der angeschlossenen nationalen und internationalen Hafengesellschaften.

Den Angaben der Bremische Häfen GmbH zufolge genügt bei Inanspruchnahme des neuen "elektronischen Wegweisers" ein Terminal, um auf mehrere Hardwaretypen und die darauf laufenden Anwendungen zuzugreifen. Anstatt des früher bilateral gesteuerten Datenflusses zwischen Verladern, Maklern, Spediteuren, Reedern sowie sonstigen an eine Seetransportkette angeschlossenen Unternehmen einerseits und zwischen der auf diversen Mainframes verteilten einschlägigen Software führt der Kommunikationspfad heute über einen einzigen Computer vom Typ Siemens CVR 75XX. Von hier aus "managt" der Logistic-Tele-Service - so die Datenbank-Gesellschaft weiter - über das öffentliche Netz die Verbindungen zu den gewünschten Anwendungen. Dabei würden Stand- und Wählleitungen, Datex-P, aber auch Mark III genutzt. Der Filetransfer erfolge unter anderem mit den Protokollen IBM 3780 und Siemens MSV I, und als Netzsoftware für den Dialogverbund dienten Transit-SNA sowie PDN.

Mit in die neue DV-Infrastruktur der Bremischen Häfen einbezogen sind auf der Softwareseite "Compass" (Computerorientierte Methode zur Planung und Ablaufsteuerung im Seehafen), ferner "Davis" (Datenfernverarbeitungsorientierte Abwicklung von Industrie-Anlagen-Geschäften im Seetransport) und zur Distribution von Gütern im Seehafen "Store" (Stock Report). Ferner kann man mit "Lotse" auch noch die Anwendungspakete CUE (Control Unit Export), das für den Export von PKW eingesetzt wird, und die Logistiksoftware CCL (Container-Controll- und Logistiksystem) "anzapfen".

Zu den Anwendern, die gegenwärtig über die Bildschirme von Siemens (Typ 9.730), Nixdorf (Typ 8860) und IBM (Typ 3270) den elektronischen Lotsendienst nutzen, zählt unter anderem die Vereinigte Edelstahlwerke AG (VEW) aus Wien. Das österreichische Unternehmen greift mittels "Universalsteckdose" auf Compass zu. Durch die papierlose Übermittlung von täglich rund 20 Versandaufträge nach Bremen über eine direkte Wählleitung ergibt sich für die VEW nach eigenem Bekunden eine Zeitersparnis von zwei bis drei Tagen. Die an Compass übermittelten Daten stünden dem Spediteur sofort für die weitere Verarbeitung zur Verfügung. Neben einer zeitgerechten Auftragsdisposition ergäben sich als Vorteile des neuen DV-Verfahrens eine höhere Datenqualität unter Reduzierung von Übertragungsfehlern.

Die einmal eingespeisten Ursprungsdaten können in den Bremischen Häfen dann für die gesamte Dokumentation, das heißt Hafenauftrag, Avise, Kanossemente, und Abrechnungen, genutzt und den übrigen Partnern im Seehafen wie beispielsweise der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft im dialogorientierten Hafenverbund übermittelt werden. Vor allem im Bereich der inzwischen ausgeweiteten Lkw-Transporte kam es dadurch laut den Bremischen Hafengesellschaften zu einer deutlichen Reduzierung von Wartezeiten. Und durch die jetzt mögliche zentrale Disposition erreichten die Lastwagen Bremen im Nachtsprung und könnten bereits am nächsten Morgen entladen werden.