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27.03.1998

Briefe

Technisch machbar, aber sinnvoll?

Der Artikel hinterläßt den irrigen Eindruck, man müsse, um Internet-fähige Cobol-Anwendungen zu erstellen, herstellerspezifische Erweiterungen zusätzlich kaufen.Jeder 32-Bit-Cobol-Compiler, also auch die von CA Realia, Fujitsu und IBM, kann via Call die notwendigen APIs der Services direkt ansprechen.Die elementare Programmierung hat den Vorteil, daß preiswerte Zusatzkomponenten aus dem Massenmarkt genutzt werden können.Das Problem "Mit Cobol ins Web" kann daher eher mit Ausbildung und Verstehen gelöst werden als mit zusätzlichen Softwareprodukten.

Technisch ist es also machbar, mit Cobol ins Web zu gehen.Es fragt sich aber, ob dieser Weg wirtschaftlich ist.Es gibt für das Internet entwickelte Sprachen, die direkt genutzt werden können.Während "CA-Realia Cobol" die direkten APIs favorisiert, hat Fujitsu mit "Netcobol" via "Exec HTML und Exec Java ...End Exec" eine komfortable Integrationsmöglichkeit geschaffen.

Hagen Cyrus, GFU Cyrus und Rölke mbh, 50530 Köln-Deutz

Betrifft CW Nr. 46 vom 14.November 1997, Seite 7: "Mangelware Qualität"

Kein Kavaliersdelikt

In Ihrer Kolumne kritisieren Sie das mangelnde Qualitätsbewußtsein bei einem großen Teil der SW-Industrie, insbesondere im Vergleich zur Kfz-Industrie, vollkommen zu Recht.Erstaunlich finde ich unter diesem Gesichtspunkt aber, wie günstig die gesamte Jahr-2000-Problematik in der CW davonkommt, als wäre sie nur ein Kavaliersdelikt einzelner.

Es muß meines Erachtens einmal klar und deutlich gesagt werden:

1.Daß scheinbar eine gesamte Branche - von wenigen rühmlichen Ausnahmen ist kaum zu hören - handwerklichen Pfusch abgeliefert hat.

2.Daß die Branche es bis zum heutigen Tage nicht fertigbringt, einen minimalen Erkenntnisstand des 16.Jahrhunderts (den Vorschlag des Julianischen Datums, im übrigen Datum inklusive Zeit) übergreifend zu integrieren.Welcher HW/SW-Hersteller bietet eine vollständige kompatible Datumsbibliothek an?

3.Das frühere Argument des raren teuren Speicherplatzes, das ohnehin nur für frühe Entwicklungen mit Laufzeiten bis höchstens zur Jahrtausendwende zieht, läuft auf eine falsche Priorisierung der gespeicherten Informationen hinaus.

4.Qualitätssicherung hat, sofern überhaupt stattgefunden, nicht nur enorme Lücken gezeigt, sondern schreit lauthals nach Verbesserung.

5.Nicht zuletzt hat zumindest für Entwicklungen der letzten zwei Dekaden das Problem auch eine andere Seite.Wer trotz besseren Wissens um die Problematik entwickelt und verkauft, handelt juristisch mit "bedingtem Vorsatz" und hat dementsprechend die Folgen zu verantworten.

Durch diese simple Schlamperei allergrößten Ausmaßes wird eine gesamte Branche, die sich sonst stolz als Innovationsmotor unserer Gesellschaft bezeichnet, in Mißkredit gebracht.Dies wird sich, mit den erst in Ansätzen sichtbaren Folgen und den zum Teil ohnmächtigen Reaktionen ("Bleibt die KLM am Boden?", CW vom 14.November 1997), in den nächsten Jahren sicher noch verstärken.

Vielleicht aber dann ein Anstoß, daß zukünftig Software und Qualität keine sich ausschließenden Begriffe mehr sind.

Ulrich Stute, Diplomphysiker, DV-Berater, 53347 Alfter-Impekoven