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19.09.2005

Bringt Siebel Oracles Konzept durcheinander?

Ed Thompson, Research Director CRM bei Gartner, erläutert, wie sich die Siebel-Übernahme auf Oracle auswirken könnte.

CW: Wird Oracle seine zahlreichen CRM-Produkte mit Siebel verbinden?

Thompson: Wahrscheinlich ist, dass Teile von Oracles CRM-System und Peoplesoft CRM in die Siebel-Architektur einfließen. Wie viel vom Metadatenmodell des Siebel-Systems in einem dann verbreiterten "Fusion"-Produkt aufgeht, vermag ich noch nicht zu sagen. In vielerlei Hinsicht können die Siebel-Applikationen noch vier bis fünf Jahre neben Oracles E-Business Suite existieren.

CW: Haben die CRM-Systeme von Oracle, Peoplesoft und J.D. Edwards eine Zukunft neben Siebel?

Thompson: Was ich bisher gehört habe, deutet darauf hin, dass die CRM-Module von Oracle, Peoplesoft und J.D. Edwards langfristig keine Zukunft haben. Einige Elemente wie Oracles Produktkonfigurator, Teile des "Field Service Scheduling", der "iStore" und "Sell-side E-Commerce" sowie Peoplesofts Analyse-Features für CRM bieten funktionale Vorteile gegenüber dem Siebel-Produkt und werden, falls möglich, darin aufgehen.

CW: Steht Siebels Kooperation mit IBM in Sachen CRM on Demand vor dem Aus?

Thompson: Siebel on Demand läuft nur unter DB2 und Websphere. Es dürfte einige Zeit dauern, die Umgebung auf eine reine Oracle-Infrastruktur zu hieven. Oracle hat zwei Alternativen: Sie können die On-Demand-Lösungen weiter fahren bis mit Siebel 8 oder 9 alle Siebel-Applikationen in die On-Demand- und On-Premise-Konzepte überführt worden sind. Oder sie migrieren sofort die On-Demand-Lösung auf Oracles Datenbank und Applikations-Server, was länger dauern würde und die kostspieligere Variante wäre.

CW: Wie wird Oracle die Siebel-Software in die Fusion-Plattform integrieren?

Thompson: Dass ist schwer zu sagen, da die Übernahme ohne Zweifel Einfluss auf Fusion hat und die Freigabe ein weiteres Mal hinauszögern wird. Bezogen auf Siebel ist zu erwarten, dass die für nächstes Jahr vorgesehene Software-Generation "Nexus" nur für Oracles Applikations-Server entwickelt wird. Somit werden die künftigen Siebel-Releases wohl nur für Oracle-Infrastruktur erhältlich sein. Gleichzeitig bedeutet es vermutlich das Ende von Siebels eigenem Applikations-Server, dessen Abkündigung jedoch schon zuvor besiegelt worden war.

CW: Siebel hatte seine Architektur sowohl für Microsofts .NET als auch für Websphere angepasst. Beide konkurrieren mit Oracles 10g.

Thompson: Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Oracle Nexus an .NET oder Websphere anpasst.

CW: Wie verträgt sich Siebels "Universal Application Network" (UAN) mit der Fusion?

Thompson: Hier fällt mir eine Prognose besonders schwer. UAN arbeitet mit unterschiedlichen Middleware-Produkten von Bea Systems, IBM und Microsoft zusammen. Allerdings ist das Universal Application Network nur wenig verbreitet. Deshalb frage ich mich, ob Oracle die Technik nicht einfach fallen lässt. (fn)