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22.10.1999 - 

Neuer Anlauf für Windows CE

British Telecom und Microsoft bilden Allianz für Smartphones

MÜNCHEN (CW) - Softwareriese Microsoft und Telco-Gigant British Telecommunications (BT) haben vereinbart, bei der Entwicklung zukünftiger Smartphones sowie der entsprechenden Internet-Dienste zusammenzuarbeiten. Ziel von Microsoft ist, Windows CE als Standard-Betriebssystem für die mobilen Internet-Zugangsgeräte zu etablieren.

Die Smartphones, die BT und Microsoft gemeinsam entwickeln wollen, sollen es Anwendern erlauben, Informationen wie zum Beispiel Aktienkurse oder Wettervorhersagen aus dem Internet auf das Mobiltelefon herunterzuladen. Außerdem plant die Allianz, auch E-Mails und andere persönliche Daten wie Adressen oder Termine auf Smartphone empfangbar zu machen. In den zukünftigen Geräten sollen Funktionen von Handies und Handheld-Rechnern miteinander verschmelzen.

Die Basis der geplanten Smartphones soll Microsofts Betriebssystem Windows CE bilden, erklärt Microsoft-Sprecher Spencer Wilson. Außerdem wollen die beiden Companies bei der Entwicklung von Multimedia-Services für die mobilen Endgeräte zusammenarbeiten. Was diese Dienste genau beinhalten werden, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen.

Microsoft will Standards setzen

BT zeichnet für das Design und die Spezifikationen der Smartphones verantwortlich. Die Herstellung der Geräte werde jedoch an Drittfirmen ausgelagert, heißt es in einer ersten Stellungnahme der Allianz. Wie die Smartphones aussehen werden, dazu wolle man sich im Augenblick noch nicht äußern, erklärt Wilson. Insider erwarten die ersten Produkte im Lauf des nächsten Jahres.

Die Kooperation ist für die Partner nichts Neues. Microsoft und BT arbeiten bereits eng zusammen. So entwickeln beide Seiten im "Nomad"-Projekt zur Zeit auch mobile Internet-Dienste für Unternehmensanwender.

Neben den geplanten Geräten will die Gates-Company auch bei den nächsten Generationen mobiler Endgeräte für den Internet-Zugang ein gewichtiges Wörtchen mitreden. BT und Microsoft planen, ein offenes Industrieforum einzurichten, das die Standards der übernächsten Smartphone-Generation erarbeiten soll. Allerdings befinde man sich noch in einem sehr frühen Stadium, räumt Wilson ein.

Der Deal zwischen den Redmondern und dem britischen Telco-Konzern kommt kurz nach der Allianz zwischen Nokia und Palm. Der finnische Handy-Hersteller will Palm-OS, das erfolgreiche Handheld-Betriebssystem aus dem Hause 3Com, in seinen Mobiltelefonen einsetzen. Allerdings planen die Finnen nach wie vor, Epoc 32, das Symbian-Betriebssystem, auf den Handies zu installieren. Auf dieser Basis soll dann die Benutzeroberfläche von Palm-OS laufen. Symbian ist ein Joint-venture zwischen dem Handheld-Hersteller Psion, den Handy-Größen Nokia, Motorola und Ericsson sowie dem japanischen Elektrogiganten Matsushita.

Insider erwarten vor diesem Hintergrund einen harten Kampf um den künftigen Smartphone-Markt. Allerdings ist die Anfangsphase geprägt von Unsicherheiten auf allen Seiten. So ist bislang in keiner Weise klar, wie sich das Bündnis zwischen Palm und Nokia auf das Verhältnis der Konkurrenten Palm und Symbian auswirken wird. Und auch BT läßt sich ein Hintertürchen offen. Die geplanten Multimedia-Services sollen auch für Geräte erreichbar sein, die nicht unter Windows CE laufen. Eine Zusammenarbeit mit anderen Plattformanbietern wollen die Verantwortlichen bei BT ebenfalls nicht ausschließen.