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07.09.2001 - 

IT-Stillstand am Münchner Airport

Broadcast-Sturm hält Flüge auf

MÜNCHEN (qua) - Weil ein Switch im Netz-Backbone verrückt spielte, mussten Flugreisende, die am ersten Septembersonntag in München starten oder landen wollten, Verspätungen hinnehmen.

Morgens um 7.43 Uhr trat ohne Vorwarnung das Netz der Flughafen München GmbH (FMG) in den Streik. Die "massive Funktionsstörung" betraf, so Flughafensprecher Edgar Engert, "alle unsere Systeme", also unter anderem die Anzeigetafeln und -monitore sowie die Gepäckabfertigung, aber nicht die Systeme der Fluglinien; sie nutzen eigene Netze. Folglich konnten zwar die Sitzplätze per Computer zugewiesen werden, aber die Baggage-Tags waren mit der Hand zu schreiben. Die dadurch verursachten Verzögerungen führten im Endeffekt dazu, dass sich laut Engert über den Tag verteilt etwa 200 Starts und Landungen zwischen einer halben und einer ganzen Stunde verspäteten.

Die Ursache dafür sei keineswegs ein "Ausfall" des Rechners oder des Netzes gewesen, kommentiert der FMG-Sprecher entsprechende Tageszeitungsberichte. Beinahe hätte er hinzugefügt: "leider". Denn das Netz der FMG sei redundant ausgelegt, so dass an die Stelle des ausgefallenen Switch automatisch die benachbarte Komponente getreten wäre. Doch das Gerät gab nicht den Geist auf, sondern begann, die Daten, die es hätte weiterleiten sollen, zu vervielfältigen und damit das gesamte FDDI-Backbone zu überfluten. Dieser "Broadcast-Sturm" brachte, so Engert, den Datenverkehr zwischen den Servern zum Stillstand.

Was den Switch zu diesem Amoklauf veranlasst hat, war bei Redaktionsschluss noch nicht spruchreif. Schon die Lokalisierung des Fehlers gestaltete sich laut Engert "problematisch", so dass der Normalbetrieb erst gegen 14 Uhr wieder aufgenommen werden konnte. Zuvor hatten die Netzexperten den Switch vom Netz genommen und die Anschlüsse auf die Spiegelkomponente umgeleitet.