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21.05.1999 - 

Weil immer so viel Unvorhergesehenes passiert

Brokat-Personalchefin verlangt von Bewerbern mehr Flexibilität

Die Brokat Infosystems ag, Stuttgart, expandiert weiter. Um die Spitzenposition im Markt für E-Commerce-Lösungen zu behaupten, ist qualifiziertes Personal notwendig. Ursula Pache, Human Resources Managerin, erklärt in einem Gespräch mit CW-Autorin Ingrid Weidner, welche Bewerber für das Unternehmen interessant sind.

CW: Ihr Unternehmen wächst rasant. Wie viele Mitarbeiter wollen Sie einstellen?

Pache: Wir benötigen sehr viel neues Personal, denn wir wachsen momentan sehr schnell. Allein in diesem Jahr möchten wir mindestens 50 neue Mitarbeiter einstellen.

CW: Da Sie eine Marktführerposition beim E-Business anstreben, brauchen Sie gute Leute, und die Anforderungen sind vermutlich entsprechend hoch.

Pache: Das wichtigste ist eine sehr hohe Flexibilität. Jemand, der jeden Morgen wissen möchte, was er den Tag über tut, ist bei uns falsch aufgehoben. In dieser Branche passiert so viel Unvorhergesehenes, auf das wir schnell reagieren müssen; diese Arbeitsweise sollte den Bewerbern schon Spaß machen. Andererseits liegen die Vorteile auf der Hand. Es ist ein sehr spannender Markt, in dem sich viel bewegt, und bei uns sind die Leute vorne mit dabei. Das schätzen die Mitarbeiter. Für manche können solche rasanten Veränderungen auch frustrierend sein, aber das Gros der Beschäftigten sieht es als Chance und Herausforderung an.

CW: Welche konkreten Qualifikationen sollten die Bewerber mitbringen?

Pache: Auf technischem Gebiet suchen wir in erster Linie Informatiker, aber wir beschäftigen natürlich - wie in der Branche üblich - auch viele Physiker, Mathematiker und Quereinsteiger, Universitäts- und FH-Absolventen, aber auch staatlich geprüfte Informatiker. Bewerber sollten unterschiedliche Betriebssysteme und Kenntnisse in Objektorientierung und den entsprechenden Programmiersprachen haben. Kenntnisse in C++ wären ideal, aber auch Spezialisten für Firewalls und Netzwerktechnologien sind gefragt.

CW: Leute mit Berufserfahrung sind momentan rar. Können Sie Hochschulabsolventen nach dem Diplom direkt einsetzen?

Pache: Wichtig sind uns die technischen Grund-Skills, gute Englischkenntnisse und die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden. Auch hier lautet die Maxime "Flexibilität". Technical Consultants werden schnell eingesetzt und müssen den Sprung ins kalte Wasser wagen, aber das ist für die Leute auch spannend.

CW: Mit welchem Auswahlverfahren finden Sie die neuen Mitarbeiter?

Pache: Wir führen ausführliche Interviews. An den Gesprächen nehmen ein fachlicher Ansprechpartner und ein Personalvertreter teil. Dabei sehen wir uns die Bewerber genau an, wie sie auf Fragen reagieren, wie sie mit der Situation umgehen. Mittlerweile gibt es den klassischen Fall nicht mehr, daß ein Bewerber Bittsteller ist, und das muß man klar vor Augen haben. Es ist nicht so, daß nur wir den Mitarbeiter beurteilen, sondern der Mitarbeiter muß auch herausfinden, ob das Unternehmen für ihn paßt, sonst wird er nicht glücklich bei uns. Spaß am Job ist unumgänglich, sonst läßt sich das Tempo in unserer Branche nicht durchhalten.

CW: Bieten Sie den neuen Mitarbeitern ein Trainee-Programm an, oder heißt es gleich "ab ins kalte Wasser"?

Pache: Wir bevorzugen den Direkteinstieg. Ein Trainee-Programm wäre nicht machbar und außerdem nicht sinnvoll. Man kann bei uns extrem schnell extrem viel lernen. Uns ist es lieber, wenn von zehn Entscheidungen acht umgesetzt werden und zwei nicht, anstatt sechs richtige Entscheidungen zu treffen, allerdings nach einem halben Jahr gründlicher Überlegung. Das bringt uns nicht voran. Zusätzlich gibt es durch die offenen Stellen Chancen, sich hausintern weiterzuentwickeln. Wenn ein Mitarbeiter ein Jahr in der Projektarbeit war und dann kundenorientierter arbeiten möchte, gibt es da sicher Möglichkeiten.

CW: Wie sieht dieser Direkteinstieg aus, und wie bringen Sie die neuen Mitarbeiter auf den notwendigen Wissensstand?

Pache: Zunächst starten wir bei den neuen Mitarbeitern mit einer Produktschulung. Zusätzlich hat jeder Neue einen persönlichen Mentor. Bei der Projektarbeit werden die Fragen im Team besprochen. Die neuen Kollegen bearbeiten zunächst einfachere Aufgaben und können sich auf diese Weise mit der Thematik vertraut machen. Zusätzlich bieten wir viele interne Schulungen an, beispielsweise technische Neu- oder Weiterentwicklungen um unser Kernprodukt oder Englischkurse. Allerdings schicken wir die Mitarbeiter auch zu externen Schulungen.