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07.07.2000 - 

Teure Einkäufe

Brokat übernimmt US-Firmen Blaze und Gemstone

MÜNCHEN (CW) - Die Brokat AG lässt sich die Ausweitung seines Portfolios und der US-Präsenz viel Geld kosten. Für insgesamt 1,7 Milliarden Mark in Form von Aktien übernehmen die Stuttgarter zwei amerikanische Nischenplayer, die wie Brokat selbst im vergangenen Jahr Verluste hinnehmen mussten.

Bei den Übernahmekandidaten handelt es sich um Blaze Software, kalifornischer Anbieter einer regelbasierten Infrastruktur für das Customer-Relationship-Management (CRM), sowie um die Gemstone Inc., Hersteller eines Applikations-Servers auf Basis von Enterprise Javabeans. Beide Produkte will Brokat um die eigene E-Service-Plattform "Twister" gruppieren.

Am teuersten kommt die Stuttgarter dabei die Akquisition der Nasdaq-notierten Blaze Inc. zu stehen. Die Vertragsbedingungen sehen vor, dass Brokat 100 Prozent der Blaze-Aktien durch die Ausgabe von 4,9 Millionen eigenen Anteilsscheinen in Form von American Depository Shares (ADS) übernehmen wird. Das entspricht einem Kaufpreis von 1,145 Milliarden Mark. Der Erwerb von Gemstone erfolgt ebenfalls durch Aktienausgabe im Wert von etwa 554 Millionen Mark.

Die Zahlen beider Übernahmen zeigen, wie hoch Softwarehäuser derzeit vom Markt bewertet werden: Den vergleichsweise gesalzenen Kaufpreisen stehen besonders bei Blaze äußerst magere Geschäftszahlen gegenüber. Die Kalifornier, mit 227 Mitarbeitern in fünf Ländern präsent, konnten den letzten Jahresumsatz zwar um 101 Prozent auf 18,2 Millionen Dollar steigern, mussten jedoch einen Verlust nach Steuern von 26,4 Millionen Dollar ausweisen. Auch Gemstone schrieb im letzten Jahr rote Zahlen: Der Verlust belief sich auf 4,6 Millionen Dollar, der Umsatz stieg um zwölf Prozent und lag bei 23,6 Millionen Dollar.

Ähnlich erging es der Muttergesellschaft selbst: Brokat verbuchte im Kalenderjahr 1999 einen Fehlbetrag von 32,9 Millionen Mark, der hauptsächlich auf hohen Aufwendungen im Bereich Forschung und Entwicklung zurückzuführen war. Der Umsatz betrug 94 Millionen Mark.

Von den Fusionen verspricht sich Stefan Röver, CEO und Vorstandssprecher der Brokat AG, außer einer Produkterweiterung in Richtung E-Business vor allem eine deutlich bessere Präsenz in den USA, wo man den Fuß bereits bei einigen Finanzdienstleistern in der Tür hat.