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15.06.1979

Broker bewerten Aktie des Marktführers derzeit vorsichtiger:Börse reagiert auf IBM-Pricing gedämpft

NEW YORK / FRANKFURT / MÜNCHEN - Gerät die IBM-Aktie aufgrund der Preis- und Produktpolitik des Marktleaders längerfristig unter mehr als "atmosphärischen Druck" ?

Nah den starken Kaufempfehlungen der vergangenen Wochen hört beispielsweise die

Wirtschaftredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung "nur noch leisere Töne" bei Brokern

und unabhängigen Börsenanalytikern.

Weil auf die "E - Serie" schon bald die "H - Serie" folgen werde "und genauso

aggressiv wie die Serie 4300 eingeführt werden könnte, seien Preisrückgänge für die 30XX vorprogrammiert", kombinieren Börseninsider pessimistisch Ertragsverluste bei lBM. Und in einer COMPUTERWOCHE - Umfrage legten Broker und Anlageberater gegenüber diesem zentralen Wert der New York Stock Exchange (NYSE) ebenfalls nur Optimismus an den Tag.

Zwar muß sich nach dem unlängst durchgeführten Aktiensplit (1:4) das Papier erst wieder einpendeln, was bei etwa 74 bis 76 Dollar geschehen dürfte Doch obgleich nunmehr die Kurssprünge nicht mehr so gravierend ausfallen dürften wie vor dem Split, als die Aktie zwischen 236 und 321 Dollar notierte, glaubt beispielsweise Ekkehard Scheid von Portfolio Management Gesellschaft München, nicht, daß sich mit dem Preis um 76 Dollar dem IBM- Wert neue Käuferschichten erschließen".

Portefeuille - Maximierer Scheid ist überzeugt, "daß IBM langfristig weiterhin Marktanteile verlieren wird, aus dem ganz einfachen Grund, weil es nicht mehr genügt, große Kästen hinzustellen, sondern Software-Kapazitäten in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden." Und hier können flexible kleine Spezialisten preisgünstige Alternativen zu IBM bieten.

Freilich: Da Scheid an der Qualität der DV-Branche als Anlageziel keinen Zweifel läßt, muß man "immer sehen daß IBM da der größte Laden, mit gewaltigen Resourcen an Kapital, saftigen Preisen und enormen Margen ist". Und IBM "könne von seinem Image leben, weil Vorstände das kauften, was sich bewährt hat". Doch lange Lieferfristen und immer komplexere Software bestärken Scheid darin, daß der Marktleader "a la longue Marktanteile verliert".

Der Portfolio-Manager glaubt des weiteren optimistisch, "daß die Preisrückgänge im DV-Sektor sehr wohl durch Mehrverkäufe aufgefangen werden können, weil hier in ganz rasantem Tempo neue Märkte erschlossen werden. Auch Hornblower-Anlageberater Horst Haas ist von der DV-Branche angetan. Speziell die IBM-Aktie würde er ,,langfristig immer als Kauf einstufen". Jetzt, nach dem Aktiensplit empfiehlt er IBM sogar mittelfristig.

"Nachfrage-Stimulation" machten die Broker von Bache Stuart Halsey Shields durch die von IBM eingeleiteten substanziellen Preisverbesserungen aus.

Und so beurteilt Dr. Manfred Bauer die Aussichten für die Industrie-Gruppe Datenverarbeitung und Elektronik als sehr günstig, obgleich die Börsenentwicklung jetzt vor allem "unter konjunkturellen Aspekten" gesehen werden müsse. Drastischer hatte dies sein Kollege Scheid formuliert, der für die USA eine "scharfe Rezession" erwartet.

Bauer sieht bei allen ups and downs IBM als eine der Shlüsselaktien der NYSE und darüber hinaus der Weltbörse: "So wie IBM sich verhält, verhält sich oft das ganze Weltklima." Nun habe sich die Konjunktur in Amerika auf den Herbst hin verschlechtert und die Börse sei seit Monaten nicht vorangekommen. Für Bauer tut sich da die "klimatische Frage" auf, "wieweit hier der Markt auf IBM abfärbt oder IBM auf den Markt?" Jedenfalls "läßt sich atmosphärisch schon ein bißchen konstatieren, daß es bei IBM augenblicklich Übergangsschwierigkeiten bei den neuen Generationen gibt". Obgleich, so tröstet Bauer "der langfristige Investor, der auf die Computerbranche setzt, bei IBM sicher keine Enttäuschung erleben wird".