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07.10.1983 - 

Neutrale Beurteilung von DEC und DG:

Broker empfehlen IBM, Honeywell Inc. und NCR

07.10.1983

Die makroökonomischen Bedingungen und die Produktzyklen favorisieren nur die "Elefanten" und nicht die "Mäuse". So beschreibt das Brokerhaus E. F. Hutton in einer Marktanalyse die Zukunftsaussichten für die große Gruppe der amerikanischen Hardwarehersteller. Die Aufträge für Großrechner, die allgemein hinter der konjunkturellen Entwicklung hinterherhinken, dürften nämlich im Verlauf dieses Jahres weiter deutlich zunehmen. Im Juli konnten viele Gesellschaften das höchste Auftragsvolumen in den letzten zwei Jahren verzeichnen, und dieser Trend wird vermutlich anhalten.

Die Gewinnspannen werden sich wohl zusätzlich dadurch verbessern, daß innerhalb des Produktzyklus nach zwei Jahren endlich eine gewinnträchtigere Phase erreicht wird. Neue Produkte, die in der Regel eine höhere Funktionalität, ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis und neue Eigenschaften bieten, scheinen sich zunehmend bei den Anwendern durchzusetzen, die ihre alten Systeme ersetzen und neue Anwendungen einführen wollen.

Derzeit stehe allerdings die Gewinnentwicklung bei vielen bedeutenden Hardwareherstellern noch unter dem Eindruck des rezessionsbedingten Auftragsrückgangs, der umfangreichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie dem dominierenden Einfluß von IBM bei der Einführung neuer Produkte, meint E. F. Hutton. Nach einer Analyse von Dean Witter waren jedoch die Ergebnisse für das zweite Quartal vielfach besser als erwartet. Die schlechte Konjunkturlage hat nämlich dazu geführt, daß Überschußkapazitäten abgebaut, die laufenden Betriebskosten verringert und die Entwicklungszeiten für neue Produkte verkürzt wurden. Nach diesem Abspeckungsprozeß dürfte jetzt ein geringeres Umsatzwachstum ausreichend sein, um die Gewinnspannen zu verbessern.

Weg vom Leasing

Eine entscheidende Rolle für die künftigen Erfolgschancen dürfte auch spielen, daß viele Unternehmen, an der Spitze IBM, erkannt haben, daß sich ein breites Engagement in

allen Marktbereichen kaum auszahlt. Die meisten Firmen sind zu sogenannten "Joint-ventures" übergegangen und legen nun verstärkten Wert auf langfristig positiv wirkende Faktoren wie Kundenstamm, Vertrieb und die Fähigkeit, Systemlösungen anzubieten. Systemkomponenten werden jetzt verstärkt von anderen Anbietern kostengünstig gekauft und man konzentriert die eigenen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auf Bereiche, in denen man tatsächliche Wettbewerbsvorteile besitzt.

Ein weiterer Aspekt, der sich günstig auf das Unternehmensergebnis der Hardwareproduzenten auswirken dürfte, ist der stärker werdende Trend weg von der Finanzierung von Leasingverträgen für die Kunden und einer Hinwendung zu einer Zwischenfinanzierung des Kaufs. Dies wird wohl einen entscheidenden Einfluß auf das Verhältnis zwischen Aktiva und Umsatz, das für die Branche allgemein bei eins zu eins liegt, haben. Die genannte Tendenz dürfte zu einer bedeutenden Verbesserung des Kapitalumschlages führen und damit die Gewinnwachstumsraten verbessern.

Die Dynamik und die raschen Veränderungen innerhalb des großen Bereichs der elektronischen Datenverarbeitung haben allgemein zu beträchtlichen Unterschieden zwischen den Wachstumsraten der einzelnen Marktsegmente geführt. Die Sätze differieren zwischen 30 bis 35 Prozent und 2 bis 3 Prozent. Dieses Entwicklungsmuster gilt nach Ansicht von Marktkennern nach wie vor. Obgleich der Wirtschaftsaufschwung in den Vereinigten Staaten die Bedingungen für alle Marktteilnehmer positiver gestalten dürfte, werden die hohen Zuwachsraten in nächster Zeit wohl bei Großrechnern und Personal

Computern zu verbuchen sein, während bei Minicomputern mit niedrigeren Raten zu rechnen ist.

Entscheidende Grundlage

Nach Meinung von E. F. Hutton wird daher unter Anlagegesichtspunkten eine sorgfältige Auswahl der Titel die besten Erfolgschancen bieten. Als Kriterium wird einmal die

Aussicht auf ein kurzfristiges Gewinnwachstum im Bereich von 15 bis 20 Prozent genannt. Daneben sollte auf ein Verhältnis zwischen Gewinnsteigerungsrate und Kurs/Gewinn-Verhältnis zwischen 0,5 und 1,0 geachtet werden. Ein weiteres wichtiges Merkmal für den künftigen Unternehmenserfolg wird in einer bereits erfolgten Umstrukturierung, was die Produktionsprozesse, die Unternehmenspolitik und die Leistungsfähigkeit angeht, gesehen. Dies ist nach Ansicht von Hutton nämlich eine entscheidende Grundlage, um den Erfordernissen des Marktes in den achtziger Jahren gerecht zu werden, da die langen Produktzyklen der späten siebziger Jahre vorüber sind.

Vor diesem Hintergrund bietet nach Überzeug vieler Brokerhäuser der Titel von IBM die besten Anlagemöglichkeiten. Gute Chancen dürften nach Dean Witter und Hutton auch bei den Aktien von Honeywell Inc. und NCR Corp. bestehen. Burroughs und Prime Computer werden als "Turnaround"-Kanditaten eingestuft. Digital Equipment und Data General steht man dagegen eher neutral gegenüber. Die Gewinnschätzungen sind im einzelnen in der folgenden Tabelle aufgeführt.