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13.02.1981 - 

Kirsten hält 3031 und 3032 im Peasinggeschäft für "völlig kaputt":

Broker warten auf 3081-Kaufpreisnachlaß

MÜNCHEN - "Wir werden einige Anlagen machen; darüber braucht man gar nicht zu diskutieren." Gemeint ist IBMs H-Modell 3081, das sich für die deutsche Leasingbranche derzeit noch als dicker Brocken erweist. Die Worte stammen von Karl-Heinz Kirstein, dem Geschäftsführer der OPM Leasing-Services (Deutschland) GmbH in Köln. Ihre beiden ersten 3081-Jumbos wird OPM noch in diesem Herbst- wahrscheinlich im Oktober - ausgeliefert erhalten.

Kirsteins Zuversicht resultiert weitgehend aus einem ausgeprägten Selbstwertgefühl: Der im vergangenen Jahr unplanmäßig hoch ausgefallene Geschäftserfolg der soeben erst im Lande etablierten OPM ist nach Kirsteins Worten "allein auf mich als Person", nicht aber auf günstige Marktumstände zurückzuführen. Dennoch gibt Kirstein gegenüber IBMs neuem Größtrechner erhebliche Reserven zu erkennen.

Auch mit der 3081, meint er, lassen sich Leasinggeschäfte machen, "obwohl natürlich zu begrüßen und zu erwarten wäre, wenn sich der Kaufpreis der Anlage reduzieren würde". Kirstein nämlich sieht "deutliche Diskrepanzen", wenn er einerseits den Kaufpreis der 3081 und andererseits IBMs Mietraten für diesen Rechner gegeneinander abwägt. Im Vergleich mit den Preisen für andere Computersysteme kommt er zum gleichen Ergebnis.

Dollar-Kurs zu hoch

Wie die Leasingbranche sich darauf einstellen wird, ist für Kirstein augenblicklich noch unklar. Er hält es jedoch für unstreitig, daß allein IBMs Preispolitik, nicht etwa eine vermeintliche oder tatsächliche Hochzinsphase in der Bundesrepublik dafür verantwortlich ist, daß die Leasing-typischen Vorteile im Geschäft mit der 3081 (noch) nicht zum Tragen kommen.

Ein Ausweichen auf den Import von in den USA gekauften Anlagen ist nach Kirsteins Auffassung so lange unwirtschaftlich und deshalb uninteressant, wie der Dollar höher als 1,80, maximal 1,82 Mark liegt. Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine Korrektur des 3081-Kaufpreises nach unten.

Grund genug, darauf zu warten und zu hoffen, besteht nach Kirsteins Ansicht: lm Licht der Mietraten betrachtet nämlich sei das Preis-/Leistungsverhältnis der 3081 "sehr ordentlich"; und das werde kaufwilligen Abnehmern kaum verborgen bleiben. Zudem handele es sich im Falle der 3081 um keine revolutionär neue Technologie, sondern allenfalls um einen konsequenten Ausbau der bisherigen Systemserie 303X nach oben.

Kirstein fügt eine Beobachtung aus den USA hinzu. Dort sei früher als anderswo erkennbar geworden, daß viele 3033-Anwender ihre Anlage lieber mit einem "attached processor" oder ähnlichem ausrüsteten; um so auf den wahren 3033-Nachfolger zu warten als eine 3081 zu erwerben.

Immerhin, meint Kirstein, seien auch bei der 3081 neue technologische Erkenntnisse und Einflüsse zu verzeichnen, vor allem, wenn man das Kapitel "Benutzung und Ausbau des Mikrocodes" betrachte. In seiner ersten Gesamtbeurteilung der 3081 kommt Kirstein zu dem Ergebnis, daß sie die 3033 in vielen, wenn auch nicht allen Fällen ablösen kann, in denen dieser größte Vertreter der 303X-Reihe als "Überbrückungslösung"´ eingesetzt ist, um Größtrechnerzeiten abzuwarten.

Ebenso und dementsprechend habe er bei Anwendern von einer bestimmten Größenordnung an aufgrund der 3081er Mehrleistung ein lebhaftes Interesse - Orderabsichten eingeschlossen - festgestellt, weil dort ja jetzt die Installation einer zweiten 3033 überflüssig geworden sei. Im Leasingmarkt wird die 3033 jedoch noch drei bis vier Jahre lang "stark" sein, prophezeit Kirstein, während die 3031 und die 3032 bereits jetzt "völlig kaputt" seien.

Peripheres Geschäft

Fast wie ein Dementi dessen liest sich die Meldung, daß die OPM Leasing-Services (France) in diesen Tagen zwei 303X-Systeme an den Mann bringen konnte, eine 3033-508, aber auch eine 3031-004. Abnehmer ist die regionale Spar- und Darlehenskasse BRED, eine Tochter der Banque Populaire-Gruppe.

"Verleast wurden von den Franzosen übrigens nicht nur Zentaleinheiten, sondern auch Peripheriegeräte wie beispielsweise 3350-Plattenlaufwerke oder 303X-Speichereweiterungen. Von diesem Frühjahr an OPM, de sich als größte unabhängige Leasinggesellschaft der USA bezeichnet, auch in den Niederlanden aktiv werden. Letzte Meldung: BP Hamburg, ist neuer OPM-Kunde.