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25.03.1977 - 

Anwenderbericht: WELLE-Möbelwerke, Paderborn

Brücke zwischen EDV und Fertigung

Um eine optimale Lieferbereitschaft, eine Erweiterung des Produktionsprogrammes und einen schnelleren Programmwechsel zu erreichen, mußte der Betrieb auf ein neues Organisationssystem umgestellt werden. Dabei mußte der gesamte verfügbare Bestand an Rohmaterial, Halbfabrikaten und Enderzeugnissen dem schwankenden Bedarf angepaßt werden. Der Betrieb ist in die Steuerkreise Teile- und Artikelanfertigung unterteilt und arbeitet als Mehrschichtbetrieb nach lagerauftragsbezogener Serienanfertigung.

Den EDV-Kern des Unternehmens bildet eine IBM 370/135 mit einer Weigang-Leitstandanlage, diese wird im August d. J. um ein Betriebsdatenerfassungsystem ergänzt. Das Organisationssystem - Bereich Material- und Zeitwirtschaft - soll bis Anfang 1978 stehen; Zweigwerke der WELLE-Grupe sollen über eine Standleitung an das System angeschlossen werden.

Ausgangspunkt ist die Bedarfsrechnung für Enderzeugnisse. Dekadenweise Bedarfsvorhersage und prozentuale Abstimmungen liefern den Bruttobedarf eines Planungszeitraums von 20 Perioden (100 Arbeitstage).

In den Datenbank-Dateien sind Teilestamm- und Arbeitsplatzdaten sowie Erzeugnis- und Arbeitsplanstrukturen gespeichert. Die Auftragsdaten erfaßt eine Auftragsdatei. Durch die Verkettung der Dateien sind alle Daten der Auftragssteuerung und -abrechnung abrufbereit. Die Auftragsdatei erfaßt alle auftragsbezogenen Soll- und Istdaten von der Serienvorgabe bis zur Ausgabe einer Auftragsabrechnung. Jeder Auftrag wird in einzelne Auftrags-Arbeitsgänge aufgelöst. Neueingaben, Änderungen und Löschungen der Daten sollen über Bildschirmgeräte in den einzelnen Abteilungen vorgenommen werden. Die Daten werden zwischengespeichert und in einer täglichen Stapelverarbeitung in das System eingegeben.

Direktabfrage möglich

Ein Abschnitt unseres Organisationssystems ist die Steuerzentrale, in der die Auftragssteuerung zusammengeführt werde. Die Auftragssteuerung ist nur möglich, wenn alle benötigten Daten stichhaltig und aktuell zur Verfügung stehen. Die Zentrale, als Teilbereich der Arbeitsvorbereitung, ist mit einer Weigang-Leitstandanlage ausgestattet. Durch eine Gegensprechanlage sind die 120 Arbeitsplätze mit der Zentrale verbunden. Außerdem sind ein Bildschirmgerät und ein Drucker installiert, über die eine Direktabfrage der Datenbank möglich ist.

Auftragsänderungen können nach dem Istzustand der Arbeitsplätze gelöst werden. Dies ist durch die Leitstandanlage möglich. Die Betriebsaufträge für die Teile- und Artikelfertigung werden wöchentlich freigegeben. Die EDV-Anlage stellt der Zentrale eine Auftrags- und Belastungsübersicht der offenen Serienvorgaben und. Betriebsaufträge zur Verfügung.

Mit dem Ausdruck des Wochenarbeitsprogrammes für die Steuerkreise Teile- und Artikelfertigung, einer Belastungsübersicht der Arbeitsplätze und einer Materialbereitstellungsliste ist die Auftragssteuerung mit Hilfe der EDV abgeschlossen. Ab diesem Punkt wird die Werkstattsteuerung in der Steuerungs-Zentrale vorgenommen.

Die Arbeitsunterlagen sollen über die Datenstation der Zentrale von der EDV-Datenbank abgerufen und vom Drucker ausgegeben werden. Für jeden Auftrag werden Materialbegleitkarten und pro Arbeitsvorgang zwei Auftragsbelege benötigt. Die Arbeitsanweisung erfolgt vor Schichtbeginn. Der Auftragsbeleg enthält die Arbeitsfolge pro Arbeitsplatz. Ein Auftragsbeleg wird als Auftragsanweisung in den Betrieb gegeben, der andere Beleg wird in der entsprechenden Arbeitsplatzzeile der Weigang-Leitstandanlage eingeordnet.

Minicomputer angegliedert

Voraussetzung einer optimalen EDV-orientierten zentralen Auftragssteuerung ist die schnelle und sichere Erfassung und Weiterleitung der Auftragsdaten. Durch die Angliederung eines BDE-Systems an die Weigang-Leitstandanlage soll dies gelöst werden. Die Basiskonfiguration dazu- Prozeßrechner 16 K Worte, Systemkonsoldrucker. Magnetband, zwei Leitstandterminals mit Display, Ausweisleser und Tastatur. Die Auftragsmeldungen von den Betriebsstellen werden in der Zentrale empfangen. Der Werker gibt bei einer Auftragsmeldung die Platznummer, die Auftragsidentnummer und die Personalnummer an. Bei einer Auftragsabmeldung wird der Arbeitsplatzausweis, die Auftragsidentnummer und die gefertigte Menge erfaßt und dem jeweiligen Datensatz zugeordnet. Die Datensätze werden mit fortlaufender Nummer als Protokoll ausgedruckt. Die Datenangaben vom Betrieb sowie deren Kontrolle in der Zentrale erfolgt anhand der Auftragsbelege. Das Magnetband mit den Datensätzen wird täglich über den Ordnungsbegriff der Auftragsidentnummer in die Auftragsdatei eingegeben.

Den Vorteil des Systems sehen wir in den zentral gespeicherten Datenbeständen mit vielseitigen Auswertungsmöglichkeiten in verschiedenen Betriebsbereichen.

* Herbert Pippert ist Leiter Org bei Welle-Möbelwerke, Paderborn