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25.02.2000 - 

Portale/Portale klassischer Magazine und Zeitungen

Brücken schlagen vom etablierten Printmedium zum Web-Universum

Die klassischen Verlagshäuser und deren Redaktionen haben es zurzeit schwer: Sich auf das Internet-Zeitalter ein- beziehungsweise umzustellen ist nicht trivial. Wen wundert?s, dass Ansätze und Ausprägungen der jeweiligen Web-Portale recht unterschiedlich ausfallen? Doch verringern sie die Berührungsängste vieler Stammleser mit dem Internet und machen Surfern die Printausgabe schmackhaft. Michael Funk* skizziert einige dieser Portale und deren E-Services.

Für viele Menschen ist das Internet nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Vor allem stellt die Orientierung in diesem multidimensionalen elektronischen Medium viele potenzielle Anwender vor scheinbar unüberwindbare Probleme. Das ist der eigentliche Grund, warum sich die meisten Zeitungsleser erst gar nicht mit dem Online-Medium Internet auseinander setzen.

Dabei eignet sich dieses virtuelle Terrain gerade für große Magazine und Tageszeitungen, die naturgemäß über riesige Informationspools verfügen, dazu, mit diesem Wissen neue Leser anzulocken und sich ihren bisherigen Abonnenten einmal anders zu präsentieren. So wundert es kaum, dass zahlreiche Verlage bereits im Internet aktiv sind. Einerseits werben sie mit ihren Portalen für ihre eigenen Produkte und stellen interessante Artikel der aktuellen Ausgabe und ihre Archive ins Netz, andererseits beweisen sie sich gleichzeitig als rundum kompetenter Internet-Partner mit Allwissensanspruch.

Viele Anwender nutzen diese Internet-Portale als Eingangstüren in die Welt des World Wide Web. Die hohen Besucherzahlen der Seiten sprechen für sich. Inzwischen reicht das Angebot an Serviceleistungen häufig weit über das klassische Angebot des Druckwerks hinaus.

Diesem Trend konnte sich mittlerweile nicht einmal mehr die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" entziehen. Bisher dem Internet eher ablehnend gegenüberstehend, will man sich die Möglichkeiten, neue Leser zu gewinnen, nun doch nicht entgehen lassen: Seit kurzem ist auch die FAZ im Netz der Netze - obwohl man sich keine direkten Gewinne aus dem Online-Geschäft - beispielsweise durch Online-Werbung - verspricht. Die Mitbewerber decken hier meist ebenfalls nur die entstandenen Kosten.

Doch auch im Netz versteht sich die FAZ vorwiegend als anspruchsvolle überregionale Tageszeitung und präsentiert sich konservativ. So beschränken sich alle Inhalte und Funktionen streng auf die Zeitungsinhalte. Gleichzeitig werden aber die Vorteile des elektronischen Mediums vorsichtig genutzt. So ist der FAZ-eigene Stellenmarkt interaktiv, bringt aber nur die in der eigenen Zeitung platzierten Stellenausschreibungen und -gesuche. Ferner gehören ein Kalender mit Veranstaltungen, Seminaren sowie Workshops und das recherchierbare Archiv zum Angebot. Anders als bei der Konkurrenz müssen Interessenten für den letzteren Service allerdings bezahlen. Alle FAZ-Ausgaben seit 1992 und der "Blick durch die Wirtschaft" sind nämlich nur bei den kostenpflichtigen und teuren Online-Datenbankanbietern wie Genios einzusehen. Für private Leser ist dieses Angebot gänzlich unattraktiv, zumal die Wettbewerber hier kulanter handeln. Für professionelle Nutzer ist das zweite Archivangebot der FAZ jedoch sehr interessant. Es handelt sich um eine individuelle Recherche durch FAZ-Mitarbeiter. Diese werten das gesamte interne Archiv aus. Dazu gehören alle jemals erschienenen FAZ-Ausgaben, 30 Pressedokumentationen, 50 in- und ausländische Tages- und Wochenzeitungen sowie verschiedene Zeitschriften, Nachrichten- und Pressedienste. Die Qualität der Auswertung hängt allerdings stark vom jeweils beauftragten FAZ-Mitarbeiter ab. Die Kosten belaufen sich auf 30 Mark pro zehn Minuten Recherchezeit, zuzüglich 2,50 Mark pro Kopie beziehungsweise drei Mark pro Faxseite.

Lockartikel ziehen Leser auf die Site

Hinter dem viel versprechenden Leserservice des FAZ-Portals hingegen verbergen sich lediglich die Funktionen rund um das Abonnement, sprich Eigenwerbung.

Etwas mehr Internet-Aufwand treibt die "Zeit". Auch sie präsentiert sich eher seriös und zurückhaltend, nutzt aber die Möglichkeiten des Netzes etwas mehr aus. Der Inhalt der jeweils aktuellen Ausgabe mit erstaunlich vielen vollständigen Lockartikeln dürfte viele Leser auf die Site ziehen. Das Archiv der Online-Version der Wochenzeitung ist lückenlos und kostenfrei zu benutzen. Wer die Druckversion recherchieren will, muss über den Online-Datenbankanbieter Genios gehen und mit erheblichen Kosten rechnen.

Recht ausgereift sind die zusätzlichen Services, die die Qualität eines Internet-Portals ausmachen: der Job-Suchservice der "Zeit" fahndet in 850 verschiedenen Stellenmärkten des Internet und hält derzeit etwa 60000 aktuelle Angebote bereit. Ferner gibt es ein Verzeichnis aller seit 1998 gesammelten Internet-Links der "Zeit". "Debatten" nennt sich eine Rubrik mit insgesamt 22 Foren zu aktuellen Themen des Blattes. Sehr nützlich ist der umfassende Newsletter-Service: "Frido" durchstöbert das Netz regelmäßig nach kostenlosen Newslettern, die dann automatisch per E-Mail zugesandt werden. Außerdem gibt es einen wöchentlichen "Zeit"-Newsletter mit Infos wie: Welche Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe, was plant die Online-Redaktion, was gibt es Neues in und rund um den Verlag? Vier weitere "Zeit"-spezifische Newsletter (Job, Stellenmarkt, Feuilleton, Reformwerkstatt ) runden das Angebot ab.

"Sexy-News": Quasi-Bonus der "Bild"-Zeitung

"Bild" zeigt sich online, entsprechend ihrem Anspruch, recht inhaltslos. Lediglich einige wenige nicht sortierte Links auf der Titelseite verweisen auf andere Internet-Anbieter. Ansonsten finden sich nur die aktuellen News und die üblichen Zeitungsrubriken, die zum Teil ebenfalls Links aufweisen. In der Online-Version quasi als Bonus die "Sexy-News" mit Erotik und Texten im von "Bild" gewohnten Stil. Das Archiv hält immerhin alle Online-Artikel seit 1996 bereit. Die Druckausgabe lässt sich nicht über das Portal recherchieren. Allerdings gibt es ein Auktionshaus mit einigen Fabrikverkauf-Anbietern im Internet und diversen E-Shops.

Richtig Gas gibt der "Stern" im Internet: Damit möglichst jeder Anwender das Portal benutzen kann sind zunächst einmal nur sehr geringe Systemvoraussetzungen notwendig. 640 mal 480 Pixel und 256 Farben reichen für die Grafikvariante aus. Damit auch die ältesten PCs die Seite darstellen können, gibt es eine abgespeckte Textvariante der Leitseite, die wegen der besseren Struktur und der höheren Geschwindigkeit generell zu empfehlen ist. Diesen Vorteil macht jedoch die Tatsache wieder zunichte, dass nur die Leitseite im Textformat darstellbar ist. Alle anderen Seiten kommen mit voller Bilder- und Formatierungsfracht und entsprechenden Ladezeiten.

Tests zu Computern und DV-Peripherie

Auch beim "Stern" finden sich zunächst die aktuellen News des Tages, sortiert nach Nachrichten, Wetter, Sport und dem Web-Report. Das Archiv der gedruckten Versionen steht dem Leser kostenlos zur Verfügung - mit Ausnahme der aktuellen Ausgabe selbstverständlich.

An zusätzlichen Services, die über die klassische Druckausgabe hinausgehen, bietet "Stern-Online" einiges, um dem Anspruch eines Portals gerecht zu werden. Unter anderem sind das eigene Rubriken mit Tests und Empfehlungen zu Computern und DV-Peripherie, Autos, Telefonkosten, ferner Börsenkurse und Aktien-News sowie Finanzinformationen und Jobs. Auch eine ständig aktualisierte Tabelle mit Stromtarifen fehlt nicht.

Bookmark-Sammlung bekannter Persönlichkeiten

Den größten Teil an Internet-Services findet man im Web-Guide. Ein Web-Cam-Archiv zum Beispiel führt rund um die Welt. Im Gegensatz zu vielen anderen Cam-Archiven ist die grafische Aufmachung mit heranzoombaren Karten und gekennzeichneten Kamerapositionen sehr schön und übersichtlich. Eine gute Auswahl an Kameras tröstet darüber hinweg, dass das weltweite Angebot nur annäherungsweise erfasst ist.

Eine originelle Funktion im Web-Guide ist auch die Bookmark-Sammlung von mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten, etwa Geschäftsführern großer Unternehmen, Pfarrern, HipHopern, Softwareentwicklern, Politikern und anderen. E-Mail-Newsletters fehlen im Web-Guide natürlich ebenfalls nicht: Unter "News Guide" gibt es per E-Mail unter anderem tägliche Nachrichten, Autovorstellungen, Computertests und Reiseangebote. Der "Webreport" ist eine Art digitale Internet-Zeitung mit Neuigkeiten, Links, Adressentipps etc. aus der Szene. Der "Surf Guide" widmet sich speziell Internet-Seiten-Tests und bewertet sie auch. Allerdings steht hier nur eine sehr kleine Auswahl bereit und es fehlt ein eigenes Archiv.

Im "Shopping-Guide" nimmt Big Brother "Stern" den Web-Neuling zum Einkaufen an die Hand: "Was gehört ins Einkaufsnetz? Bei welchem Online-Shop bleibt der Warenkorb am besten leer? . Sagen Sie uns was Sie einkaufen möchten, und Stern-Online verrät Ihnen, wo''s langgeht." Nach den vollmundigen Versprechungen bleibt die Auswahl jedoch sehr begrenzt: Nur fünf "Empfehlungen" kommen pro Woche hinzu. Gemessen an dem riesigen Angebot im Web mit mehreren tausend Produktgruppen bleibt das Einkaufsnetz dank dem "Stern" allein wegen der fehlenden Auswahl leer.

Aber das Portal hält für seine Besucher noch mehr Services bereit. So kann er dort auch eine eigene E-Mail-Adresse generieren - "Sternen-Post" nennt sich die Funktion poetisch. Damit auch verspielte Naturen auf ihre Kosten kommen, werden in der Gaming-Zone die aktuellen Computerspiele vorgestellt. Die Comic-Zone zeigt alle neuen und alten Comics aus dem "Stern"-Archiv. Hier fehlen weder Hägar noch Tetsche, Mutts noch Popeye. Selbstverständlich gibt es auch eigene Rubriken für Erotik und Chats, was bei einer Publikumszeitschrift wie dem "Stern" nicht verwundern darf.

Die Liste will nicht enden, selbst der Elektronikriese Conrad prangt als Link auf der Titelseite. Unter "Start Up" verbirgt sich zu guter Letzt noch ein Gründerwettbewerb mit zirka 1200 Teilnehmern. Hier werden unter anderem Know-how für Geschäftseinsteiger, eine Trainingswerkstatt für Schüler sowie einige eigene Newsletter geboten. Der "Stern" hat anscheinend an alles gedacht.

"Spiegel"-Portal für Kaufwütige

Wesentlich übersichtlicher präsentiert sich da schon "Spiegel-Online". Alle typischen Rubriken wie Politik, Wirtschaft, Panorama, Kultur oder Sport, sind vorhanden. Die Internet-Version erfüllt mit aktuellen News aus aller Welt auch die Funktion überregionaler Tageszeitungen, allerdings weniger ausführlich und ohne Kommentare.

In der Netz-Ausgabe gibt es außerdem den "Spiegelreporter" mit allen aktuellen Interviews in Langfassung, ebenso den vollständigen "Kultur-Spiegel" und den "Uni-Spiegel" für Studenten. Alle sind in den beiden vorhergehenden Ausgaben vorhanden. In einem eigenen Bereich finden sich Nachrichten und Links aus der Netzwelt, auf den Wissenschaftsseiten sehr interessante Kurz-Reports zu den Themen aus allen Bereichen, von der Astronomie über Medizin bis zur Psychologie.

Neben all dem bietet der "Spiegel" online auch magazinfremde Services. Da wären zum Beispiel der beliebte Telefontarif-Rechner, ein Online-Shop und natürlich das obligatorische digitale Archiv, das mit einer guten internen Suchmaschine versehen ist. Hier sind kostenlos alle Artikel der gedruckten Ausgaben der vergangenen 52 Wochen, allerdings ohne Bilder, und alle Online-Artikel seit April 1999 abrufbar; die Bereiche Kultur und Netzwelt reichen zurück bis Juni 1997. Ältere Artikel müssen kostenpflichtig über Genios oder mittels "Spiegel"-CD-ROM recherchiert werden. Praktisch ist auch eine Funktion, mit der ein ausgewählter Artikel per E-Mail versandt werden kann - zum Beispiel an die eigene E-Mail-Adresse, an die auch der kostenlose tägliche Newsletter "Der Tag" mit dem aktuellen Nachrichtenüberblick geht.

Der sehr gut ausgestattete Online-Shop mit Reiseangeboten und -vergleichen, Shops zu Telekommunikation, Software, Video, Bücher und CDs entspricht wahrhaftig dem eines großen Internet-Portals. Mit einem solchen Umfang macht der "Spiegel" sogar professionellen Spezialisten der E-Business-Szene Konkurrenz: Eine Million Bücher, 380000 Musik-CDs, 5000 Software-Hits und Europas größte Online-Datenbank für Videos und DVDs in 17 Sprachen machen schon etwas her.

Auch der "Spiegel" lässt das Fernsehprogramm aus seinem Portal und berichtet unter der Rubrik "Spiegel-TV" lediglich über sehenswerte Sendungen, kommentiert neue Serien und Themenschwerpunkte.

"Focus Online": Doktor für alle Wehwehchen?

"Focus" macht mit seinem Portal im Vergleich am ehesten den Eindruck des Allwissenden. Hier ist die Gewichtung Internet-Portal zu Nachrichtenmagazin etwa fifty-fifty. Neben den üblichen Nachrichtenrubriken und einem kostenlosen Archiv, mit allen Beiträgen seit 1993 gibt es jede Menge Services, die weit über die einer Zeitschrift hinausgehen.

So sind viele Artikel aus den verschiedenen Ressorts mit direkten Hyperlinks zu weiteren internen oder externen Seiten im Internet versehen. Das gilt zwar nicht für die News, aber für die vielen anderen Berichte. Auch bei "Focus Online" gibt es aktuelle Telefontarife, Börsennachrichten und -kurse, außerdem eine umfangreiche Kfz-Datenbank mit 1800 Fahrzeugen und einen Newsletter-Service.

Unter der Rubrik Gesundheit/Körper, Psyche/medizinischer Ratgeber geht es zum Beispiel um das Thema Grüner Star mit Grundlageninfos, Hinweisen zu medizinischen Möglichkeiten und dazu, was man selbst gegen die Krankheit tun kann. Dabei handelt es sich jedoch um Standardinformationen, die den Betroffenen meist sowieso schon bekannt sind. Ferner liefert das Blatt eine Liste mit Adressen von Spezialisten aller medizinischer Fachgebiete. Die Auswahl ist jedoch sehr eingeschränkt: Grünen Star beispielweise behandelt nach dieser Auskunft im großen Postleitzahlengebiet 6xxx lediglich ein einziger Arzt in Frankfurt. Note: "ungenügend".

Unter der Rubrik Finanzen findet der Internet-Einsteiger "die besten Discountbroker" im Vergleich. Doch nicht nur wie sonst üblich mit starren Tabellen, sondern löblicherweise per interaktiver Formulare. Sie nehmen die individuellen Daten und Ansprüche des Surfers auf. Das Ergebnis ist dann eine hochgradig personalisierte Liste aller in Frage kommenden Anbieter. Zum derzeit beliebten Thema Finanzen gibt es aber auch zu den Teilgebieten Geldanlage, Business, Banken und Gebühren, Versicherung und Vorsorge, Immobilien, Steuern und Recht ausgiebig Infos und Tests.

Kommunikativ: Foren, Foren, Foren und mehr

Ähnlich gründlich ist man in Sachen Internet-Geplauder. Allein 28 Focus-Online-Foren gibt es. Zu den Themen gehören zum Beispiel Auto und Verkehr, Finanzen, Gesundheit, Technik und PC, Job und Karriere, Reisen und sogar Philosophie. In Letzterem finden sich die mit Abstand meisten Zugriffe, immerhin 5750 Beiträge. Natürlich gibt es auch einen "Focus Online"-Chat, den "Net Chat", in dem man sich in Echtzeit miteinander unterhalten kann. Hier stehen alle Grundfunktionen eines professionellen Chat-Anbieters zur Verfügung.

Den Fernsehzeitschriften will allerdings sogar das "Focus"-Portal nicht Konkurrenz machen. Zwar sind die Themen und Sendetermine von "Focus-TV" auf die Seite gestellt, doch Auskünfte zum übrigen Fernsehprogramm gibt es keine. Dafür sind zahlreiche "Focus-TV"-Beiträge online als briefmarkengroßes "Ruckelvideo" abrufbar.

Hinter dem Button "Media Line" verbirgt sich schließlich ein Business-to-Business-Service für Agenturen und die werbetreibende Wirtschaft. In den verschiedenen Themen-Channels werden Informationen und Serviceleistungen für Business-User bereitgestellt.

Innovationsmüde: die "New York Times"

Die deutschen Verlage gehören hinsichtlich ihrer Portale mit zu den Vorreitern. In anderen Ländern sind viele Publikationen erst auf dem Weg dorthin. Die klassischen Blätter halten sich selbst in Amerika eher noch zurück. So stellt die "New York Times" neben umfassenden News aus aller Welt und allen Sparten lediglich einen Marktplatz und einen Fotoservice zur Verfügung. Hier finden sich alle Produkte und Anbieter der Inserenten des Blattes, fein säuberlich sortiert nach Produktgruppen mit direkten Links, falls vorhanden. Ansonsten finden sich auf der Homepage regional orientierte Services, die aber auch in der Druckversion vorhanden sind, so zum Beispiel das Branchenbuch, Filmbesprechungen oder der Hotelführer. Im Allgemeinen ist das Online-Angebot also fast identisch mit dem der Druckversion.

Fazit: Gemessen an der Informations- und Servicefülle des Internet, sind die Inhalte auch der innovativsten Portale deutscher Verlage nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch das ist bei anderen gewerblichen Portalen nicht anders. Dennoch können gerade solche Internet-Portale Anfängern den Einstieg ins Netz erleichtern.

Angeklickt

Surfern die Printausgabe schmackhaft machen, aber auch den bisherigen Zeitungslesern das Web nahe bringen, beides ist Ziel der Portale großer klassischer Magazine und Zeitungen. Darüberhinaus haben sie sich zu Marktpätzen für zielgruppenspezifische Wissensvermittlung und Services der Anbieter entwickelt, nicht zu vergessen Bequemlichkeiten für die Verlage, aber auch deren Kunden beziehungsweise Leser: Abonnement-Bestellung und -Abbestellung, Media-Informationen, Auktionen, Spiele, Tests, Preisausschreiben etc. Der Trend scheint in Richtung allumfassener Info-Pool zu gehen.

*Michael Funk ist freier Journalist in Monheim.