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29.11.1996 - 

Umsatzrückgang im internationalen Telefongeschäft

BT: MCI-Übernahme versetzt Analysten nicht in Euphorie

Die zur Halbjahresbilanz per 30. September 1996 vorgelegten Zahlen zeigten, daß BT in einer "ermutigenden Position" sei, erklärte BT-Chairman Iain Vallance Agenturberichten zufolge vor Journalisten in London. Das Geschäft sei auch unter den Bedingungen des schärferen Wettbewerbs und strenger Auflagen der staatlichen Kartellbehörde Oftel gesund. Auch nach Ansicht von Marktbeobachtern sind die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 1996/97 besser verlaufen als ursprünglich erwartet. So hat BT im ersten Halbjahr ungefähr genausoviel verdient wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Zwar sank der Vorsteuergewinn von 1,60 auf 1,59 Milliarden Pfund, der Umsatz stieg hingegen auf 7,36 (7,04) Milliarden Pfund. Der Gewinn pro Aktie fiel ebenfalls geringfügig von 7,6 auf 7,3 Pence.

Nach Darstellung von BT verlief vor allem das europäische Business, das Inlands- sowie das Mobilfunkgeschäft gut. Allerdings kletterten die Umsätze in letztgenanntem Marktsegment angesichts des scharfen Wettbewerbs und häufiger Tarifsenkungen lediglich um 13,7 Prozent. Auch im festnetzbasierten inländischen Telefonverkehr wuchsen die Bäume nicht in den Himmel. Dort stiegen die Einnahmen - ebenfalls bedingt durch Tarifsenkungen - nur um 2,7 Prozent. Noch magerer sah es im internationalen Telefonverkehr aus, wo der Umsatz sogar um 4,6 Prozent zurückging.

Überdies drücken, wie das "Handelsblatt" berichtet, auf den Gewinn Kosten von rund 60 Millionen Pfund für den Rückkauf von Regierungsanleihen sowie 112 Millionen Pfund an höheren Aufwendungen für den Stellenabbau. Seit der Privatisierung 1984 hat BT die Mitarbeiterzahl um 110000 auf 130000 reduziert. Trotzdem sollen in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres weitere 3000 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen. Bereits in den ersten sechs Monaten des laufenden Fiskaljahres hatten 3200 BT-Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Experten äußerten sich indes eher skeptisch über die Perspektiven des geplanten Mergers mit dem US-Telefonriesen MCI. Einige meinen, der Zusammenschluß, der unter dem Namen Concert firmieren soll, sei in seiner Konsequenz für beide Carrier bestenfalls neutral zu bewerten. Aus BT-Sicht würden jedenfalls die Synergieeffekte, vor allem das vermeintlich bessere Standing im US-Markt, gerade den Aufpreis von 30 Prozent für die MCI-Aktien beziehungsweise den geschätzten Kaufpreis von 22 Milliarden Dollar für die Übernahme von MCI rechtfertigen. Die Fusion mit MCI dürfte in dem Streben nach globaler Stärke aber nur ein weiterer, wenn auch großer Schritt sein, heißt es weiter (siehe CW Nr. 45 vom 8. November 1996, Seite 6: "British Telecom schwingt sich zum Global Player auf"). Einige Insider gehen zudem davon aus, daß BT, um seine "asiatische Flanke" zu verstärken, auch noch versuchen könnte, mit dem japanischen Telecom-Giganten NTT ins Geschäft zu kommen.

Börsianer erwarten keine größeren Veränderungen

Auch an der Börse ist dem Vernehmen nach keine Euphorie über den Merger ausgebrochen. Manche Broker wandelten ihre Kaufempfehlung in "Halten" um die BT-Aktie stieg zwar, hinkt aber nach Ansicht der meisten Börsianer nach wie vor hinter der allgemeinen Marktentwicklung her. Allgemeiner Tenor auf dem Börsenparkett: Die Vorteile der MCI-Übernahme dürften auf Jahre hinaus nicht sichtbar werden. Als positives Zeichen wurde allerdings die Ankündigung des Unternehmens gewertet, für das am 31. März 1997 endende Geschäftsjahr 1996/97 eine um 6,1 Prozent höhere Dividende von 19,85 Pence je Aktie sowie eine im Rahmen der MCI-Übernahme fällige Sonderdividende von 35 Pence je Aktie zu zahlen.