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18.09.1987 - 

LBS Kiel realisiert Vertragsbearbeitung für den Außendienst:

Btx als Transportnetz für klassische 3270-Anwendungen

Unternehmen mit einem hoben Anteil verteilter Außendienst-Stellen stehen prinzipiell vor dem Problem, wie sie einen jederzeit vollständigen und aktuellen Zugriff auf alle wichtigen Informationen erhalten können. Technisch machbar ist vieles, doch als entscheidende Hemmschwelle erwiesen sich bisher immer noch die viel zu hoben Kosten. Eine neue Lösung, basierend auf Bildschirmtext und realisiert für die Landes-Bausparkasse (LBS) Kiel, zeigt jetzt eine wirtschaftliche Alternative auf.

Beratung, Vertragsbearbeitung und Beauskunftung laufender Sparverträge sind die Hauptaufgaben der Außendienst-Mitarbeiter einer Bausparkasse. Wo Finanzierungsvorschläge eine Woche auf sich warten lassen, wo die Daten über angesparte Verträge und Zuteilungsfristen zwei Monate alt oder gar nicht vorhanden sind, wo in der Vielfalt der verschiedenen Vertragsmodelle das individuell Optimale übersehen wird, dort geht "König" Kunde kein zweites Mal hin.

Die Verbesserung ihres Leistungsangebots sucht die LBS Kiel heute konsequent durch mehr und vor allem schnellere Kommunikation zwischen ihren Außenstellen und der Zentrale zu erreichen. Das Ziel heißt: Von jedem Ort aus jedem Mitarbeiter direkten Zugriff auf die im Rechenzentrum abgelegten Daten zu verschaffen - und dies selbstverständlich zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten und mit möglichst geringem Aufwand für die Mitarbeiter im Außendienst und in der Zentrale.

Flächendeckende Anbindung und niedrige Verkehrsgebühr

Bei ihrer Suche nach einer anforderungsgerechten Lösung stieß die LBS zu Beginn diesen Jahres auf ein Angebot der Tutzinger Telesoft GmbH: Bildschirmtext in Kombination mit einer 3270-Emulation sollte der Bausparkasse zu einer flächendeckenden Anbindung bei extrem niedrigen Verkehrsgebühren verhelfen.

Das Angebot überzeugte die Kieler, zum Beispiel durch geringe Anschlußkosten: Denn Host-seitig ist lediglich das Externe-Rechner-Programm VCMIP der IBM in Verbindung mit einer Schnittstellen-Software für die LU2- beziehungsweise LU6.2-Umgebung oder ein PC als Externer Rechner vonnöten; die Host-Applikationen selbst bleiben völlig unverändert. Auf seiten der Außenstellen genügt gar ein Low-cost-PC, um dem Btx-Software-Decoder von mbp und dem 3270-Emulationsprogramm der Tutzinger Btx-Experten eine geeignete Hardware-Basis zu verschaffen.

Prinzip der Übertragung gepackter Nettodaten

Ebenso wichtig ist, daß diese Btx-Lösung alle prinzipiellen Vorteile der 3270-Kommunikation bewahrt: Der PC verhält .sich wie ein 3270-Terminal gleich neben der DV-Anlage. Der Anwender spürt keine Einschränkung durch die Übertragungsformate, er arbeitet mit den 80stelligen professionell gestalteten Orginalmasken der Host-Applikation, und ihm steht das gesamte Funktionenspektrum eines 3270-Terminals voll zur Verfügung.

Technisch basiert die Btx/3270-Lösung auf dem Prinzip der Übertragung gepackter Nettodaten via Btx-Netz. Dazu greift das Schnittstellenprogramm auf dem Host den 3270-Terminal-Datenstrom der DV-Anwendung ab und trennt diesen zunächst in Maske und Nettodaten. Hat der PC die Maske noch nicht erhalten, wird diese vom EBCDIC-Code des 3270-Protokolls in CEPT umgesetzt, an den PC gesendet und dort zwischengespeichert.

Bisher nur Einsatz im Dialogverkehr

Von nun an laufen zwischen dem Host und dem PC nur noch die gepackten Nettodaten. Da Btx hier lediglich als Datennetz und nicht mehr zur Darstellung genutzt wird, bleiben sämtliche Komprimierungsvorschriften, die zur Optimierung im 3270-Datenstrom enthalten sind, erhalten. Das Ergebnis ist eine sehr schnelle Übertragung mit minimiertem Datenvolumen.

Ebenso komfortabel und reibungslos funktioniert das Verfahren in umgekehrter Richtung auf der Teilnehmerseite. Mit dem Aufruf des 3270-Emulationsprogramms auf dem PC wird automatisch der Softwarte-Decoder gestartet, der eine Verbindung zu Btx und zum Externen Rechner herstellt. Von dort wird der PC nun entsprechend den Abfragen des Benutzers laufend mit Masken und Nettodaten versorgt, die wiederum decodiert und über das Emulationsprogramm auf dem PC-Bildschirm im Original-3270-Format dargestellt und bearbeitet werden können.

Heute wird das Verfahren bei der LBS ausschließlich für den Dialogverkehr genutzt. Der Außendienst-Mitarbeiter kann online sämtliche zentral gespeicherten Daten über laufende Verträge beziehungsweise Vertragskonditionen kundenspezifisch abrufen und so unmittelbar den Interessenten oder Bausparern eine umfassende Auskunft erteilen.

Er kann aber auch eine ganz normale Btx-Verbindung zu einem beliebigen anderen Informationsanbieter aufbauen oder den PC als Arbeitsplatzcomputer nutzen, um beispielsweise mit dem neuen PC-Beratungsprogramm der LBS für seinen Kunden eine optimale Hausfinanzierungs-Strategie zu berechnen.

Ausgelegt ist das Projekt derzeit auf 20 Parallel-Sessions. Wenn die neue Technik bei den LBS-Mitarbeitern die erwartete Akzeptanz findet dürfte auch der Ausbau auf 50 Teilnehmer in der nächsten Zeit zur Diskussion stehen. Am wirtschaftlichen wie technologischen Potential der Kombination Btx/3270 wird es au] jedem Fall nicht liegen.