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07.09.1984 - 

Vor- und Nachteile noch nicht abschätzbar, aber:

Btx bietet Berufschancen für Behinderte

WIEN (apa) - Mit den Möglichkeiten und Gefahren des Bildschirmtextes befaßten sich kürzlich die VP-Gewerkschafterin Ingrid Korosec und die VP-Frauenreferentin für neue Technologien, Dr. Sigrun Schlick, in einem Pressegespräch. Beide betonten übereinstimmend, daß sich heute alle Vor- und Nachteile von Btx noch gar nicht abschätzen lassen, weil Österreich erst am Anfang stehe.

Bildschirmtext bringe große Chancen für die 300 000 Behinderten in Österreich, intelligente Arbeit von zu Hause aus machen zu können. Umschulungen und Lernhilfen seien ebenfalls gegeben. Allerdings müsse gleichzeitig der Gefahr des Mißbrauchs durch Konsumentenschutz und Datenschutz begegnet werden. Bildschirmtext stelle eine Herausforderung an alle dar und verlange ein gemeinsames Vorgehen vor Politikern und Interessenvertretungen.

Auf dem Arbeitssektor werde es zu Umschichtungen, langfristig aber sicher auch zu einem gewissen Verlust von Arbeitsplätzen kommen, vor allem im Dienstleistungsbereich. Dies treffe vor allem die Frauen, weil 70 Prozent von ihnen in diesen Branchen arbeiten. Schlick verlangte ein interdisziplinäres Team, das zusammen mit einem Technologiekommitee die langfristigen Perspektiven des Bildschirmtextes rechtzeitig erstellen müsse. Leider fehlen diesbezügliche Ansätze bei der Regierung. Ein eigenes Btx-Gesetz zum jetzigen Zeitpunkt hält Schlick für falsch beziehungsweise extrem verfrüht. Man müsse erst die Entwicklung abwarten.

Zu den positiven Auswirkungen des Btx zählten die beiden Politikerinnen eine Verkehrsreduktion durch die Dezentralisierung und einen Rückgang des Papierverbrauchs bis zu 60 Prozent am Ende diese Jahrhunderts. Auf dem Expertensektor hat Österreich mit "Mupid" große Chancen.

Die SP-Bundesfrauensekretärin Ingrid Smejkal befürchtet in einer SK-Aussendung ein weiteres Ansteigen des Defizits an zwischenmenschlichen Kontakten durch die Btx-Heimarbeit. Die Vereinsamung der Frauen in der anonymen Großstadt sei bereits heute ein Problem. Es sei daher zu begrüßen, daß das Wissenschaftsministerium den Fragen der Abschätzung von Technologiefolgen verstärktes Augenmerk widme.