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06.12.1985 - 

Strategische Bedeutung für den Einsatz der Informationsverarbeitung:

Btx - Einstiegsvehikel der Kommunen in neue Techniken

Bildschirmtext ist Nicht nur aufgrund der leichten Handhabung besser als jedes andere Medium geeignet, Hemmschwellen gegenüber der Informationstechnik allgemein abzubauen, sondern hat auch - so die These von Jürgen Ostermann* - strategische Bedeutung: Es erleichtert den Kommunalverwaltungen den Übergang in die notwendige technikunterstützte Informationsverarbeitung.

Die Betonung der Schlüsselfunktion und strategischen Bedeutung von Btx ist nur nachvollziehbar für den, der von der Notwendigkeit des Weges in die technikunterstützte Informationsverarbeitung überzeugt ist. Diese Überzeugung ist aus fünf Annahmen über die künftige Entwicklung abzuleiten. Über diese Annahmen kann man füglich streiten. Es ist jedoch notwendig, daß Rechenschaft abgelegt wird über das, was aus heutiger Sicht möglicherweise auf die öffentliche Verwaltung zukommt, selbst wenn die Annahmen in einiger Zeit korrigiert werden müssen. Die Annahmen stellen das Gesamtthema zugleich in den größeren volkswirtschaftlichen Zusammenhang.

Höhere Produktivität durch Rationalisierung

a) Die demografische Entwicklung beschert uns bereits Anfang der 90er Jahre die Gesellschaft der Alten.

Wenn dies zutrifft, hat das erhebliche Auswirkungen, weil immer weniger Menschen bei möglicherweise nach wie vor hoher Arbeitslosigkeit das Geld für diejenigen verdienen müssen, die nicht mehr im Erwerbsleben stehen oder noch nicht im Erwerbsleben stehen. Dies aufzufangen wird - neben anderen Maßnahmen - nur mit einer entschlossenen Rationalisierung möglich sein, der sich auch die öffentliche Verwaltung nicht entziehen kann. Rationalisierung bedeutet in diesem Zusammenhang, durch Technikeinsatz eine höhere Produktivität je Arbeitsplatz zu erreichen. Wer die Langweiligkeit von Entscheidungsprozessen innerhalb der öffentlichen Verwaltung kennt, wird wissen, daß heute gehandelt werden muß, wenn in sechs Jahren nennenswerte Wirkungen erzielt sein sollen.

Wettbewerb durch Entstaatlichung

b) Die öffentliche Verwaltung steht im Zuge der Entstaatlichung, im Zuge der Straffung und Reduzierung öffentlicher Leistungen, im Zuge struktureller Veränderungen in den nächsten Jahren - regional sehr unterschiedlich (Süd-Nord-Gefälle) - vor einer wachsenden Zahl von Sozialhilfeempfängern bei gleichzeitig stagnierenden oder kaum noch steigenden Einnahmen. Die Finanzstruktur vieler Kommunen hat pathologischen Charakter. Wenn der Aufgabenbestand der Kommunalverwaltung nicht abgebaut werden soll, muß Informationstechnik eingesetzt werden, um die Arbeitsproduktivität zu steigern. Die öffentliche Verwaltung hat es weitgehend selbst in der Hand, zu entscheiden, wie weit die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen getrieben werden muß. Stellt sie sich dem Wettbewerb, dann kann sie prinzipiell genauso leistungsfähig sein wie die Privatwirtschaft.

Die öffentliche Hand als Auftraggeber

c) Es ist zu erwarten, daß die öffentliche Verwaltung als Reservoir für den Einsatz von Informationstechnik erkannt wird. Nicht nur die alte, auch die neue Bundesregierung geht hiervon in ihrer Konzeption zur Förderung der Entwicklung der Mikroelektronik, der Informations- und Kommunikationstechniken aus. Das heißt: Die öffentliche Verwaltung verlagert zur Belebung von Wirtschaft und Industrie die Funktion vom Bauauftraggeber stärker auf die Funktion des Auftraggebers zum Einsatz von Informationstechnik. Auf diesem Wege wird Arbeitslosigkeit bekämpft, die entstanden ist aus nachfragebedingtem Strukturwandel.

d) Die Informationstechnik steht weitgehend anwendungsreif zur Verfügung. Wegen massiver Investitionen in Forschung und Entwicklung bei Industrie, Wirtschaft und Post wird die öffentliche Verwaltung und damit auch die Kommunalverwaltung herausgefordert, zu prüfen, ob durch den Einsatz neuer Informationstechnik ein höherer Grad der Rationalisierung erreicht werden kann. Ein passives Verhalten erhöht in dieser Situation die Gefahr, in eine unerwünschte Richtung gedrängt zu werden. Die öffentliche Verwaltung muß sich der Herausforderung daher bewußt und aktiv stellen.

Mehr Beratungsleistung gegenüber dem Bürger

e) Bei alledem wird davon ausgegangen, daß die durch den Einsatz von Informationstechnik freigestellten Arbeitskräfte durch Umschulung an anderen Arbeitsplätzen eingesetzt werden. Das öffentliche Dienstrecht läßt kaum Alternativen zu. Der andere Einsatz wird notwendig im Rahmen der rasch wachsenden Aufgaben im Umweltschutz. Wesentlich gesteigert werden muß die Beratungsleistung gegenüber dem Bürger, um der mangelnden Durchschaubarkeit der Verwaltung entgegenzuwirken. Und die Verwaltung wird auch durch den Einsatz neuer Informationstechniken um ein weiteres Maß undurchschaubarer. Ein Teil der freigestellten Arbeitskräfte scheidet im übrigen durch den natürlichen Abgang aus.

Im wesentlichen bedeutet diese in den fünf Annahmen skizzierte künftige Entwicklung jedoch, daß der Einsatz von Informationstechniken die große Chance bietet, die Kommunalverwaltung in ihrer Leistungsfähigkeit erheblich zu steigern und zugleich neue Spielräume für kommunales Handeln zu eröffnen. Gesteigert werden können die Bürgernähe und Dienstleistungsqualität, die Abwicklungsgeschwindigkeit der übertragenen Aufgaben, die Anpassungsfähigkeit an neue Anforderungen und Strukturen. Gemindert werden können in diesem Entwicklungsprozeß mittelfristig die Kosten. Bildschirmtext liefert hierfür einen Schlüssel.

*Dr. Jürgen Ostermann ist als Hauptgutachter bei der Kommunalen Gemeinschafsstelle für Verwaltungsvereinrachung in Köln tätig. Der vorlegende Beitrag stellt einen Auszug aus einem längeren Artikel dar, der in dem Fachblatt "Die Verwaltung", Zeitschrift für Verwaltungswissenschaft, 18. Band 1985, Heft 3, Seite 3I8 bis 337, veröffentlicht wurde.

Als zweiter Schritt ist ein Sofortprogramm zum Personalausbau zu verwirklichen. Dabei sollen an zusätzlichen Stellen für 1986 zügig ausgewiesen, ausgeschrieben und besetzt werden:

- 80 Professorenstellen - sie bedeuten eine Reduzierung des Defizits bei Ist-Studentenzahlen um 40 Prozent;

- 100 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter mit angemessener tariflicher Einstufung - das Defizit bei Ist-Studentenzahlen schrumpft um 50 Prozent;

- 30 Stellen für Verwaltungspersonal - dies reduziert das Defizit bei Ist-Studentenzahlen um 50 Prozent.

Weitere Sofortmaßnahmen:

- Fortbildungssemester für Professoren. Sie sind im Zeitabstand von höchstens vier Jahren zu ermöglichen.

- Die Mittel für Literatur, Fortbildungs- und sonstige Reisen sind auf 4000 Mark je Jahr und Professor zu erhöhen.

- Die individuelle Raumsituation je Studiengang muß erhoben und- gegebenenfalls durch Anmietung geeigneter Räume - an den Geräte- und Personalausbau angepaßt werden.

Diese Maßnahmen versprechen für die Fachhochschulen einen entscheidenden ersten Anstoß zur Verbesserung und Steigerung ihres Beitrags bei der Versorgung von Wirtschaft und Verwaltung mit praxisnah ausgebildeten Informatikern.

- Arbeitsgruppe FH-Memorandum der Gesellschaft für Informatik

Prof. Werner Burhenne,

Fachhochschule Darmstadt

Prof. Jürgen Freytag,

Fachhochschule Hamburg

Prof. Dr. Robert Grawe,

Fachhochschule Nordostniedersachsen

Prof. Dr. Helmut Groh,

Fachhochschule des Saarlandes

Prof. Dr. Heidi Heilmann,

Fachhochschule Furtwangen (Vorsitz)

Prof. Dr. Walter Motsch,

Fachhochschule München

Prof. Dr. Wolfgang Püschel

Fachhochschule des Landes Rheinland-Pfalz

Prof. Dr. Günter Siegel,

Technische Fachhochschule Berlin (Vorsitzender des Fachbereichstages Informatik an Fachhochschulen)

Prof. Dr. Friedrich Wilke,

Fachhochschule Köln, Abteilung Gurmnersbach

Die Ist-Personalausstattung

Zur zeit lehren in Informatik-Studiengängen 297,5 Professoren. Das sind 60 Prozent des Soll-Bedarfs, wobei die erforderlichen wissenschaftlichen Mitarbeiter weitgehend fehlen.Gravierende Folgen dieser Unterbesetzung sind unter anderem: Großvorlesungen statt des bewährten seminaristischen Unterrichts, unzureichende Betreuung der Studenten bei Diplomarbeiten und in den Praktika, verspätete Anpassung der Inhalte von Vorlesungenund Praktika. Zeit für die Einarbeitung neuer Sachgebiete fehlt weitgehend.

Die Mittel für eine Weiterbildung der Professoren durch Fortbildungssemester fehlen in den meisten Bundesländern völlig. Dadurch geht der Praxisbezug der lehre in wenigen Jahren verloren . Das ist für Professoren ,die Praktiker ausbilden sollen, ein unhaltbaren Zustand.

Die FH überrundet die Uni

Der Anteil der Fachhochschul-Studenten ist in den letzten Jahren gestiegen :In der Ingenieurwissenschaften zum Beispiel legten 1983 rund 15 000 Studenten die Abschlußprüfung an Fachhochschulen ab gegenüber rund 7000 Diplomprüfungen an wissenschaftlichen Hochschulen. Die Beliebtheit der anwendungsorientierten und zeitlich überschaubaren Studiengänge an Fachhochschulen kommt auch in den Studienanfängerzahlen zum Ausdruck :In den letzten zehn Jahren stieg die Studienänfangerzahl an Fachhochschulen um 36 von Hundert, an wissenschaftlichen Hochschulen um Prozent.