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21.01.1983 - 

Entscheidung fällt der Postverwaltungsrat erst am 21. März:

Btx-Gebühren liegen endlich auf dem Tisch

BONN (pi) - Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling hat den Vorsitzenden des Postverwaltungsrats, Walter Hesselbach, über das Gebührenraster für den künftigen Bildschirmtext-Dienst unterrichtet, das er dem Postverwaltungsrat vorlegen und zur Annahme in dessen nächster Sitzung empfehlen wird. Diese Sitzung findet am 21. März statt.

Als monatliche Grundgebühr für den Bildschirmtext-Teilnehmer sind acht Mark vorgesehen (mit Modem). Ein regionaler Bildschirmtext-Anbieter hat mit 50 Mark monatlicher Grundgebühr und 45 Pfennig je gespeicherter Bildschirmtext-Seite zu rechnen. Für bundesweite Angebote sind 350 Mark Grundgebühr und 2,25 Mark je Seite im Monat vorgesehen. Für besondere Leistungen kommen zusätzliche Gebühren auf, zum Beispiel 40 Pfennig für das Versenden einer Bildschirmtext-Mitteilung an einen anderen Teilnehmer.

Die Post kommt in der Startphase den Wünschen der Anwender insofern entgegen, als sie bis Ende 1984 vollständig und 1986 zur Hälfte auf die bildschirmtextspezifischen Speicher- und Verkehrsgebühren verzichten will.

Resonanzen: (Un)angenehm überrascht

Adalbert Rohloff, IHK-Berlin, Vorsitzender des Btx-Anbieter-Clubs:

"Die vorliegenden Gebührenvorstellungen sind wesentlich günstiger als ursprüngliche Planungen. Besonders begrüßen wir die Übergangsregelungen, also Gebührenfreiheit 84 und halb auch 85. Über viele Details wird man noch reden müssen. Mit den Eckwerten kann man leben; über Einzelheiten wird man reden müssen."

Hermann Stoll, ICR, Internationale Consulting und Rechenzentrum GmbH, Neustadt/Weinstraße:

"Die Bundespost war schneller als wir dachten! Wir werden mit der bundesweiten Seitenspeichergebühr wahrscheinlich billiger als die Bundespost. Knapp zwei Pfennige kalkulieren wir; allerdings beträgt die Gebühr für den Rechneranschluß bei ICR 1200 Mark monatlich (mit Software etc.) Die Postgebühren für die Seitenzugriffe und -abrufe für die externen Rechner und auch die Pauschalen liegen durchaus in einem Rahmen, der Bildschirmtext weiterhin interessant erscheinen läßt."

Anonymer Berliner Kleinanbieter:

"Im Berliner System, da ist ziemlich viel Geschimpfe über die Gebühren; Unterschriftensammelaktionen gegen die Post. Protestieren tun nur Berliner Kleinanbieter."

Hans Gusbeth, Chefredakteur von "Bildschirmtext aktuell", Neue Pressegesellschaft, Ulm:

"Bin angenehm überrascht, daß die Gebühren, teilweise um die Hälfte niedriger liegen als Spekulationen dies erwarten ließen. Aber, wenn man die Sache zusammenzählt, dann kommt doch einiges zusammen. Die Post schöpft da schon aus! Ich nehme an, daß die Proteste der Anwender doch einiges bewirkt haben - insbesondere auch der Druck, der von der Btx-Anbietervereinigung ausgegangen ist."

Wolfgang G. Knapp, Sprecher des Bayern BiTeC (Bayerischer Bildschirmtext Teilnehmer Club):

"Wenn diese Gebühren tatsächlich realisiert werden sollen, dann sehe ich darin eine Politik der Bundespost, Bildschirmtext zunächst für die Großen und Mittleren bevorzugt zugänglich zu machen."

Eric Danke, Projektleiter Bildschirmtext, Bundespostministerium:

"Ich freue mich natürlich, daß die Gebühren jetzt veröffentlicht sind, und damit die lange gewünschte Planungssicherheit da ist. Ich meine, daß man mit diesen Gebühren gut zu Rande kommt. Die vorgesehenen Gebührenstufen, werden gerade in der Anfangsphase sehr angetan sein, deutlich zu helfen."