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05.07.1985 - 

Die Start Datentechnik setzt auf 24 Zeilen und 80 Zeichen um:

Btx-Verfahren im herkömmlichen Terminalformat

Walter Eckert, Gruppenleiter Bildschirmtext und Terminalsoftware, und Werner Teppe, Gruppenleiter Systemsoftware, sind bei der Start GmbH für die Entwicklung und Implementierung der Btx-Software verantwortlich. Unter ihrer gemeinsamen Projektleitung entstand, angefangen von der Idee über die Konzeption bis zur Realisierung, das seit Dezember 1984 in Betrieb befindliche Btx-Verfahren im Terminalformat 24 Zeilen und 80 Zeichen.

Die Start-Datentechnik für Reise und Touristik GmbH mit Sitz in Frankfurt nutzt das Bildschirmtextsystem seit Dezember 1984 als Ergänzung zum bisherigen System. Start hat ein besonderes Verfahren entwickelt, um Btx-Terminals an die Darstellung und den Verfahrensablauf der bereits im Einsatz befindlichen 2500 Reisebüroterminals anzugleichen. Die Bedienung erfolgt analog diesen Terminals über Bildschirmformulare im Format 24 Zeilen 80 Ó Zeichen.

Mit Btx stehen Kommunikationsleistungen über ein besonders kostengünstiges Kommunikationsmedium zur Verfügung. Insbesondere bei geringer Nutzung des Systems ergeben sich Kostenvorteile im Rechnerverbund beim Vergleich mit herkömmlichen EDV-Terminals.

Eine Kopplung mit dem Btx-Netz war bisher nur über das Terminalformat 24 Zeilen mal 40 Zeichen möglich, wobei maximal 22 Zeilen für eine Anzeige nutzbar sind. Die restlichen zwei Zeilen sind von der Post reserviert. Die meisten bestehenden Anwendungen sind allerdings für das Format 24 Zeilen mal 80 Zeichen erstellt und eine Umsetzung in ein kleineres Format ist insbesondere bei formatierten Bildschirmausgaben, die den gesamten Bildschirm ausfüllen, mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Bei einer Umstellung ist ein Transaktionsschritt des 80-Zeichen-Betriebes unter Umständen in mehrere Transaktionsschritte aufzuteilen.

Eine Darstellung der Anwendungen in der von der Post definierten, aber noch nicht realisierten 80-Zeichen-Darstellung ist nicht immer möglich. In diesem Format ist die Anzahl der Dialogfelder nach der Definition des Presentation Image auf 64 Dialogfelder begrenzt. Dies reicht für komplexe Bildschirmformulare nicht aus. Die Akzeptanz des Verfahrens ist auch erheblich durch die Einschränkung auf feldweise Cursorbewegungen gefährdet. Das Überspringen von Feldern ist nur in sequentieller Reihenfolge möglich, während auf herkömmlichen modernen Terminals eine Cursorbewegung in alle Richtungen erlaubt ist. Ab einer gewissen Anzahl von variablen Feldern, die im Startverfahren in Formaten mit tabellenartiger Struktur bis über 120 steigt, ist dieses zeitaufwendige Verfahren mit der ohnehin geringen Übertragungsgeschwindigkeit nicht mehr akzeptabel.

Anforderungen für einen EDV-gerechten Btx-Anschluß

Bei der Konzeption eines EDV-gerechten Btx-Anschlusses ergeben sich für die Anpassung bestehender Anwendungen über den Btx-Rechnerverbund folgende wesentliche Anforderungen:

- Möglichst gleiches Erscheinungsbild auf unterschiedlichen Terminals in Büros, die sowohl über herkömmliche als auch über Btx-Terminals verfügen und damit Darstellung im Format 24 Zeilen mit 80 Zeichen

- Positioniermöglichkeiten innerhalb der Bildschirmformulare in alle Richtungen wie am professionellen Terminal

- Ein akzeptables Antwortzeitverhalten unter der gegebenen Übertragungsgeschwindigkeit von 1200/75 Baud

- Anpassung möglichst sämtlicher vorhandener Verfahren unter Berücksichtigung unterschiedlicher Übertragungskontrolle bei Rechnern verschiedener Hersteller. Eventuelle Einbeziehung von Belegdruck für Druckbelege mit einfachen Druckanforderungen

- Anpassung der wichtigsten Verfahren innerhalb kürzester Zeit und mit akzeptablem Aufwand

Ablauf des Btx-Verfahrens

Das Start Verfahren über Btx läuf innerhalb einer geschlossenen Benutzergruppe (GBG) ab, das heißt, lediglich Mitglieder (Reisebüros) dieser GBG können auf das Verfahren zugreifen. Der Reisebüroanwender wird mittels Emulationssoftware, die in der Btx-Zentrale als Telesoftware abgelegt ist, in die Lage versetzt, mit dem Start-System über ein 80-Zeichen-Verfahren zu kommunizieren. Nach einmaligem Laden der Software verfügt das Btx-Terminal über die spezifischen Darstellungs-, Bedienungs- und Übertragungseigenschaften, ähnlich einem EDV-Terminal. Die Software ist dann bis zum Ausschalten des Btx-Terminals mittels einer Tastenkombination aktivierbar. Die Funktionen der programmierbaren Tasten sind über Tastenkombinationen oder Menüs auch am Btx-Terminal abrufbar. Zur Minimierung der Datenübertragungskosten sind die Bildschirmformulare ebenfalls in der Btx-Zentrale abgelegt, so daß über die Datenleitung lediglich die tatsächlichen Nutzdaten vom Btx-Terminal über den Btx-Verbundrechner an den Start-Rechner und umgekehrt übertragen werden.

Nach dem Laden der Telesoftware und der Bildschirmformulare baut das Btx-Terminal automatisch die Verbindung zum Start-Rechner auf und stellt bei erfolgreichem Verbindungsaufbau das Formular für die Zugangskontrolle zum Start-System bereits im 80-Zeichen-Format dar (Bild 1). Mit der einmaligen Vergabe eines Betriebsstellenkennworts verfügt der Betriebsstellenleiter über die Berechtigung für sämtliche Administrationsverfahren zur An- und Abmeldung von Expedienten und zum Sperren des Betriebsstellenzugangs zum Start-System außerhalb der Betriebszeiten.

Auswahl über ein Formularmenü

Mit der erfolgreichen Identifikation über das Btx-Zugangsverfahren hat der Benutzer sämtliche Btx-spezifischen Kontrollen durchlaufen und kann auf die Start-Verfahren in der gleichen Weise wie ein Benutzer eines EDV-Terminals zugreifen. Das für das jeweilige Verfahren benötigte Bildschirmformular wird über ein Formularmenü ausgewählt. Die Schreibmarkenbewegungen innerhalb des Bildschirmformulars sind nicht auf die sequentielle Reihenfolge des Btx-Verfahrens beschränkt, sondern in alle Richtungen analog dem EDV-Terminal möglich. Zur Beendigung der Datensammlung muß eine definierte Taste gedrückt werden, damit das Terminal die Nachricht an den Start-Rechner übermittelt.

Für die Übertragung werden die üblichen DBT03-Modems der Post mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 1200/75 Baud eingesetzt. Um eine längere Wartezeit nach dem Einleiten der Übertragung zu vermeiden, werden bereits während der Datensammlung die Eingabedaten an den Btx-Rechnern weitergeleitet. Die Kommunikation des Btx-Terminals mit dem Start-System erfolgt über die Datensammelseiten des Btx-Systems der Post. Über eine eindeutige Nachrichtenschnittstelle wird die Datenkommunikation mittels Nutznachrichten und Verständigungsnachrichten abgewickelt.

Die übermittelten Daten des Btx-Terminals werden dem zentralen Teil der Emulation in logischem Format zur Verfügung gestellt und dort in das von der Anwendung geforderte EDV-Terminal-Format umgesetzt. Die Anwendung braucht deshalb in der Verarbeitung keinen Unterschied zwischen Btx-Terminals und EDV-Terminals zu machen und muß somit für Btx-Terminals nicht modifiziert werden. Zur Abwicklung der Btx-Protokolle bedient sich die Emulation der Standardsoftware für externe Rechner von Siemens.

Anpassung auch für andere Branchen

Das 80-Zeichen-Verfahren über Btx wurde auf der Hannover-Messe vorgestellt und wird von der Firma Main-Data, Hanau, für andere Branchen angepaßt und vertrieben. Insbesondere Branchen mit flächendeckendem Kommunikationsbedarf über die gesamte Bundesrepublik (zum Beispiel Versicherungen) zeigen großes Interesse an der Konzeption, die eine Unabhängigkeit der Anwendersoftware von Endgeräten (EDV- und Btx-Terminals) ihrer Außendienstorganisationen sicherstellt. Diese neue Form der Kommunikation über Btx öffnet einen neuen sehr kostengünstigen Kommunikationsweg für die Übertragung begrenzter Datenmengen über die einheitliche Btx-Schnittstelle zwischen Btx-Verbundrechner und externen Rechner.