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12.04.1991

Bürokommunikation: Immer öfter auf Unix-basierten PCs

Personal Computer, einst als "Spielzeug" belächelt, kommen zunehmend als "Host-Rechner" für kommerzielle Lösungen im Büro zum Einsatz. Da die Mehrplatzfähigkeit hierfür im Grunde Voraussetzung ist, wird als

Betriebssystem neben MS-DOS immer häufiger Unix genutzt.

Die jüngst von IDC veröffentlichten Marktzahlen über integrierte Bürokommunikationssysteme unter Unix sprechen für sich: Ende 1990 waren weltweit etwa 100 000 Pakete im Einsatz, davon mehr als 80 Prozent auf Personal Computern. 1993 sollen es bereits rund 700 000 BK-Systeme sein.

Doch nach wie vor spielen Lösungen unter MS-DOS und der Erweiterung Windows 3.0 eine zentrale Rolle. 1990 sind laut IDC 300 000 Systeme unter Windows ausgeliefert worden.

1969 von Ingenieuren für Ingenieure entwickelt, wird Unix erst heute immer mehr zu einem kommerziellen Betriebssystem. Bürolösungen auf PC/ Unix-Basis werden allmählich zum Standard. Die Palette der Anwendungen reicht von Textverarbeitung und Datenbankmanagement über Tabellenkalkulation und E-Mail bis hin zu integrierten Bürokommunikationspaketen. Die mit Abstand fahrenden Anbieter kommerzieller Softwarepakete für PC-Unix sind Santa Cruz Operation

(SCO) und Uniplex. Beide Unternehmen verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze.

Während SCO verschiedene Einzelpakete wie Microsoft Word oder SCO Professional unter einer einheitlichen Umgebung (Portfolio) zusammenfaßt, setzt Uniplex von vornherein auf integrierte Funktionalität mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbankmanagement in einem Paket. Beide Konzepte finden offenbar reißenden Absatz, wie die Marktzahlen beweisen.

Pakete finden reißenden Absatz

Der Markt für kommerzielle PC-Lösungen unter Unix ist zu lukrativ, als daß er diesen beiden Anbietern allein überlassen bleiben könnte. So versucht sich bereits seit Jahren eine Reihe kleinerer Softwarehäuser im Markt der integrierten Bürosysteme unter Unix. Hierzu gehören CCI/ICL, Applix, Quadratron und R-Systems.

Im Unix-Einzelpaketbereich tummeln sich neben einigen traditionellen Anbietern wie Informix oder Ingres zunehmend die DOS-Softwarehäuser. So hat Lotus vor kurzem seine Unix-Implementierung von Lotus 1-2-3 vorgestellt.

Wordperfect ist bereits seit einiger Zeit mit einer Unix-Variante seiner populären Textverarbeitung aktiv. Seit Jahren in der Ankündigungsphase steckt Ashton-Tate; es bleibt abzuwarten, ob jemals eine Dbase-Implementierung unter Unix erscheint. Der Erfolg der DOS-Softwareschmieden im Unix-Umfeld ist bislang allerdings begrenzt.

DOS ist ein Singleuser-/Singletasking-, Unix dagegen ein Multiuser-/Multitasking-Betriebssystem. Die Unterschiede Sind derart gravierend, daß die DOS-Entwicklungsteams mit der Erstellung von Unix-Varianten häufig überfordert sind.

Einen "smarteren Weg" geht Microsoft: Das umsatzstärkste PC-Softwarehaus läßt seine Anwendungen von den Unix-Spezialisten der Santa Cruz Operation auf Multiuser- und Multitaskingbetrieb umstellen. Recht erfolgversprechend scheint auch die Informix-Strategie zu sein.

Das Unternehmen nutzt sein im Datenbankbereich angesammeltes Unix-Know-how zur Eroberung anderer Anwendungssegmente im Unix-Markt.

Die Erfolge von Wingz im Tabellenkalkulationssegment sprechen für sich. Wie weit Informix die Ziele im BK-Bereich allerdings angesichts der gravierenden Probleme im Datenbanksektor und im Unternehmen insgesamt weiterverfolgen kann, bleibt abzuwarten.

Marktanteile noch lange nicht festgeschrieben

Die Beispiele zeigen, daß die Marktanteile bei kommerziellen Unix-Paketen auf PC-Basis noch lange nicht festgeschrieben sind. Das ist angesichts jährlicher Zuwachsraten von über 40 Prozent (laut IDC) nicht verwunderlich. Für die Erfolge der Anbieter sind hierbei neben den Produkten eine ganze Reihe von Rahmenbedingungen von Bedeutung. Hierzu gehört beispielsweise die künftige Marktdurchdringung von OS/2 und die daran geknüpfte Entwicklung von PC-Unix ebenso wie Fusionen, Übernahmen und strategische Allianzen, die kaum vorhersehbar sind.

MS-DOS, obgleich für die Bürokommunikation als Singleuser-Betriebssystem eher hinderlich als nützlich, erfährt zweifellos durch MS-Windows 3.0 einen neuen Schub als Basis für BK-Lösungen. Wie IDC ermittelt hat, kamen allein 1990 in Deutschland mehr als 300 000 Windows-Pakete zur Auslieferung.

Öffnung in Richtung anderer PC-Plattformen

Die Marktforscher erwarten, daß bis Ende 1995 über drei Millionen Windows-Systeme installiert sein werden. Dies entspräche einem Durchdringungsgrad von beinahe 40 Prozent bei professionellen und semiprofessionellen Personal Computern.

Angesichts dieses Potentials wird es verständlich, wenn sich selbst traditionelle Unix-Veteranen wie beispielsweise der Softwaredistributor Garmhausen & Partner in Richtung anderer PC-Plattformen wie DOS, Windows und OS/2 öffnen. So hat die Bonner Garmhausen im Februar des Jahres die Bürosoftwarepalette Comfoware von Siemens-Nixdorf ins Distributionsprogramm aufgenommen. Das Unternehmen spricht von einer Erweiterung in Richtung Client-/Server-Architektur. Bei Comfoware handelt es sich um ein Konzept sich ergänzender Softwaremodule für die Bürokommunikation unter Microsoft Windows auf der Basis vernetzter PCs. Auch die Absatzzahlen von PC-Standardanwendungen unter DOS sprechen für sich. So sollen laut IDC 1990 in Deutschland deutlich über 300 000 PC-Textpakete einen Käufer gefunden haben. Allerdings wird die DOS-Software überwiegend als Produktivität steigerndes Werkzeug auf Einzelarbeitsplätzen eingesetzt. Für integrierte Büroumgebungen auf PC-Basis für Arbeitsgruppen kommt hingegen vornehmlich Unix zum Tragen.

Schwer zu schaffen machen die Unix-Lösungen im übrigen vor allem den traditionellen Büropaketen wie beispielsweise All-In-1 von Digital Equipment oder Office-Vision von IBM. DEC hat bereits die Konsequenzen gezogen: Die Olsen-Company vermerktet seit Anfang 1990 die Uniplex-Bürosoftwarepalette weltweit wie ein Eigenprodukt. Digital bietet das BK-System sowohl für die VAX-Rechnerfamilie als auch für die RISC-Computerlinie unter Ultrix über alle direkten und indirekten Vertriebskanäle an. Nicht ganz so weit geht die Unix-Orientierung der IBM, wohl um Office-Vision und die damit zusammenhängende OS/2-Welt zu schützen. Im AIX-Zentrum in München demonstriert IBM allerdings unverblümt ebenfalls die Uniplex-Lösung.

Trotz seiner dominierenden Präsenz im Unix-Lösungsgeschäft ist die Santa Cruz Operation (SCO) im deutschsprachigen Raum vornehmlich als Spezialist für offene Betriebssysteme bekannt. Die Angebotspalette der Unternehmens umfaßt indes eine ganze Reihe populärer Applikationen. Diese werden bereits seit Jahren international erfolgreich vermerktet. Hierzulande sind die eingedeutschen Anwendungen mittlerweile seit rund einem Jahr verfügbar.

Im Vordergrund stehen dabei die Textverarbeitung Microsoft Word, die Tabellenkalkulation SCO Professional, die Datenbank SCO FoxBase + und die Integrations-Software SCO Portfolio. Hierbei stellt Portfolio mit Benutzeroberfläche und Bürogrundfunktionen eine Art "Klammer" um die unterschiedlichen Anwendungen dar.

Mit Microsoft Word 5.0 bietet Santa Cruz Operation die aus der MS-DOS-Welt bekannte Textverarbeitung für SCO Unix System und Xenix an. Die SCO-Implementierung ist vollständig eingedeutscht, einschließlich der Hilfetexte und der Rechtschreibüberprüfung. In Handhabung und Funktionalität entspricht die Software weitgehend den Word-Versionen für MS-DOS und OS/2.

Bei dem Tabellenkalkulationsprogramm SCO Professional 2.0 für SCO Unix/Xenix handelt es sich um ein "Workalike" zu Lotus 1-2-3 Release 2.01, das um eine Reihe von Funktionen für den Multiuser-Betrieb erweitert wurde. Für Lotus 1-2-3 unter MS-DOS entwikkelte Applikationen können auf SCO Professional übernommen werden. Die bei DOS übliche Speichergrenze von 640 KByte entfällt dabei. Darüber hinaus verfügt SCO Professional 2.0 über eine erweiterte Makrosprache, die den Zugriff auf Datenbanken mittels SQL-Abfragen in einer Tabelle erlaubt. SCO Professional 2.0 liegt ebenfalls eingedeutscht vor.

Übernahme von Datenbeständen gewährleistet

Das Datenbanksystem SCO FoxBase+ für Unix/Xenix ist kompatibel zu Dbase III Plus. Applikationen, die für Dbase unter MS-DOS geschrieben sind, können ohne Änderungen unter den SCO-Betriebssystemen zum Ablauf gebracht werden. Die Übernahme von Datenbeständen ist gewährleistet. SCO FoxBase+ liegt nicht in deutscher Sprache vor. Die Begründung von SCO: Da bei einem Datenbanksystem überwiegend eine Anwendung aufgesetzt werde, so daß der Endbenutzer mit der Datenbankoberfläche nicht in Berührung komme, spiele die Eindeutschung hier eine geringere Rolle.

Der SCO-Ansatz stützt sich somit auf die Popularität der angebotenen Applikationen. Anwender, die mit Lotus 1-2-3 oder Microsoft Word unter MS-DOS vertraut sind, finden mit den SCO-Paketen unter Unix die gewohnte Umgebung vor. Zur Integration der unterschiedlichen Anwendungen operiert Santa Cruz Operation mit einem Portfolio-Konzept.

SCO Portfolio ist eine Art Unix-Benutzeroberfläche mit einer Clipboard-Funktion. Mit dieser ist der Austausch von Daten zwischen mehreren Anwendungen durch "cut and paste" möglich. Dadurch lassen sich Informationen zwischen Microsoft Word, SCO Professional, SCO FoxBase+ und beispielsweise anwender- oder branchenspezifischen Applikationen austauschen.

Zudem erlaubt Portfolio auch dem ungeübten Unix-Anwender den Umgang mit den Grundfunktionen des Betriebssystems. Hinzu kommen Funktionen der Büroautomation vom Taschenrechner über den Terminkalender bis hin zum E-Mail-System.

Hinter der Palette der verfügbaren Anwendungen steht somit ein Interoperabilitäts-Konzept. Erst durch die Integration sieht Santa Cruz Operation ein Maximum an Produktivität gewährleistet. Dieses Konzept kommt bei den Anwendern an, wie die Marktzahlen zeigen. So weisen die Auguren für das Segment Unix-Tabellenkalkulation auf PC-Basis für SCO einen Marktanteil von weltweit über 60 Prozent aus. FoxBase+ aus Santa Cruz bringt es laut IDC auf immerhin knapp 42 Prozent. Microsoft Word 5.0 ist für Unix erst seit wenigen Monaten verfügbar, so daß hier noch keine Marktdaten vorliegen. Die Popularität des Textpaketes unter DOS und die ersten Absatzzahlen deuten jedoch darauf hin, daß SCO auch in diesem Unix-Segment rasch zum Marktführer werden könnte.

Integrationstiefe steht im Vordergrund

Uniplex hat sich schon Anfang der 80er Jahre auf die integrierte Bürokommunikation konzentriert. Sein integriertes BK-Softwarepaket umfaßt Komponenten wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, relationales Datenbankmanagementsystem, elektronische Post, Terminkalender für die Arbeit in Gruppen, Grafikgenerator und Berichtsprogramm.

Im Unterschied zum Einzelpaketansatz von SCO stehen bei Uniplex die Integrationstiefe und die Ausrichtung der einzelnen Komponenten am täglichen Bürobetrieb im Vordergrund. Integration bedeutet bei einem BK-System, daß sich beispielsweise beim Schreiben eines Angebots mit dem Textsystem mit wenigen Tastendrükken eine Kalkulationstabelle oder eine Grafik in das Schriftstück aufnehmen lassen. Dem Angebot läßt sich - bei einem ausgereisten System - ein Notizzettel hinzufügen, bevor es zum Beispiel per E-Mail an einen Kollegen zur Absprache zugeleitet wird. Das fertige Angebot wird anschließend ohne großen Aufwand formatiert und über eine Serienbrieffunktion per Datenbank an die Zielgruppe versandt.

Das Beispiel verdeutlicht, daß die Integrationstiefe bei einem BK-System ebenso wichtig ist wie die Funktionstiefe der Einzelkomponenten. Natürlich darf der Anwender in einem integrierten BK-Paket eine ausgereifte Textverarbeitung finden und nicht etwa einen bloßen Zeileneditor. Jedoch ist es in Büro-Umgebungen beispielsweise vollkommen ausreichend, wenn eine Textverarbeitungskomponente die Textformatierung für verschiedene Drucker sowie das Einbinden von Grafiken und Tabellen unterstützt. Die hochentwickelten Leistungsmerkmale eines reinen Desktop-Publishing-Systems (Vergrößern/Verkleinern von Bildern, Rastern etc.) sind für den täglichen Bürobetrieb nicht nur überflüssig, sondern störend. Überfunktionalität verbraucht unnötige Hardwareressourcen und verkompliziert ein System.

Gleiches gilt beispielsweise für den Bereich der Tabellenkalkulation. Hier sind keine dreidimensionalen Makros mit eingebauten Logarithmentafeln gefragt, sondern einfache und intuitiv erfaßbare Menüstrukturen für den Umgang mit den kaufmännischen Rechenarten.

Mit diesem Konzept ist Uniplex eindeutig die "Nummer eins" im Markt für integrierte Bürosysteme unter Unix auf PC-Basis geworden. Im weltweiten Maßstab verfügt das Unternehmen nach Einschätzung der IDC-Auguren über einen Marktanteil von rund 47 Prozent.

Führende Position von Uniplex in den USA

Für Europa liegt der Marktanteil laut Angaben bei über 50 Prozent. Besondere Beachtung verdient die mit Abstand führende Position von Uniplex in den USA (37 Prozent Marktanteil); schließlich ist das Unternehmen britischen Ursprungs.

1979 gegründet, gehört das Softwarehaus zu den Veteranen im Markt für integrierte Bürosysteme unter Unix. Schon 1983 stellte Uniplex das erste BK-Paket für Unix-Umgebungen vor. Es umfaßte ein Textverarbeitungssystem, eine Tabellenkalkulation und eine Datenbanksoftware. Aus der damaligen Uniplex Integrated Suite wurden in der Folge Uniplex II, Uniplex II Plus und schließlich die heutige Uniplex Business Software in der jüngsten Version 7.01.

Unter dem Oberbegriff Uniplex Business Software sind das Basissystem Uniplex II Plus und die Zusatzmodule Erweitertes Bürosystem, Erweitertes Grafiksystem, Datalink und Uniplex Windows zusammengefaßt. Das Basispaket integriert eine Textverarbeitung, eine Tabellenkalkulation und ein relationales Datenbanksystem. Das Modul Erweitertes Bürosystem fügt elektronische Post, Berichtsprogramm, Maskengenerator, Gruppen-Terminkalender, Notizkalender und Kartei hinzu. Für umfangreiche Grafiken einschließlich Freihandzeichnungen steht das Erweiterte Grafiksystem zur Verfügung. Das Modul Datalink erlaubt die Verknüpfung des Bürosystems mit den Datenbanksystemen Ingres, Informix und Oracle. Uniplex Windows schließlich ermöglicht die Benutzung der BK-Software unter einer grafischen Bedieneroberfläche wie OSF/Motif oder Open Look.

Der Hersteller hat frühzeitig erkannt, daß die Integrationstiefe der entscheidende Faktor bei der Bürokommunikation ist. Dies ist sicherlich auch einer der Hauptgründe für die mit Abstand marktführende Position des Unternehmens. Eine andere Ursache hierfür stellt zweifellos die breite Verfügbarkeit dar: Die Uniplex-Software ist für mehr als 250 verschiedene Unix-Hardwareplattformen erhältlich. Hinzu kommt eine Version für MS-DOS, die insbesondere für den Einsatz in gemischten Netzwerken (Unix und MS-DOS) konzipiert ist. Allerdings kann die MS-DOS-Implementierung von Uniplex auch als Stand-alone-Lösung verwendet werden.

Komfortable Migrationspfade sind gefragt

Vertriebsseitig setzt Uniplex - ebenso wie SCO - konsequent auf indirekte Kanäle, vornehmlich OEM-Partner, Systemhäuser und Distributoren, die wiederum den Fachhandel beliefern.

Doch nicht für Uniplex und SCO, sondern für alle Anbieter, die langfristig am Markt für Bürosysteme auf PC-Basis partizipieren wollen, gilt, daß sie sich folgende Fragen beantworten und ihr Produkt entsprechend positionieren müssen:

- Standards. Welche Standards werden durch die eigene Software unterstützt?

- Interoperabilität. Ist das System auf verschiedenen Hardware- und Software-Plattformen verfügbar? Wenn nicht: Können entsprechende Versionen in einem sinnvollen Zeitrahmen implementiert werden? Wenn nicht: Können in einem angemessenen Zeitrahmen Gateways zu anderen Systemen implementiert werden oder gibt es solche bereits? Ist gegebenenfalls eine Allianz möglich?

- Zielgruppen. Welcher Kundenkreis wird angesprochen? Welche Komponenten benötigt die Zielgruppe in welcher Implementationstiefe?

- Migrationswege. Sollen Kundenkreise anderer Anbieter langsam auf die eigene Software hingeführt werden? Werden genügend und komfortable Migrationspfade angebotene

Nur Anbieter, die Antworten auf diese Fragen haben, dürfen langfristig auf die Gunst der Anwender hoffen.

Schnell an den Grenzen des PC- Wachstums

Eine Meldung, die der Windows-Anwender oft zu sehen bekommt, wenn die Hardware seines PCs zu schwach auf der Brust ist. Fazit: Installiere Windows 3.0 nur, wenn Du einen 386er Dein eigen nennst und wenn Du über mindestens 4 MB RAM verfügst. ..

PC zwischen Text und Video

Standard-PC-Programme ohne Schnittstellen zu anderen PC-Anwendungen sterben aus. Heute stellen sich die gängigen PC-Programme als mehr oder weniger integrationsfähig, wenn nicht gar als Modul eines integrierten Paketes dar. Text- und Netzwerk-Fähigkeit sowie Datenbankanbindung sind Standard, Migrationsfähigkeit von DOS nach Unix (und umgekehrt), Lauffähigkeit unter Windows Bedingung, um im Markt überleben zu können (siehe Marktübersichten auf Seite 50 und 54). Ergebnis dieser Entwicklung sind häufig de facto offene Kommunikationssysteme, die sowohl auf der Basis von LANs als auch WANs der klassischen" integrierten Bürokommunikation" den Rang ablaufen; die Marktzahlen beweisen es (siehe nebenstehenden Artikel von Andreas Dripke).

Die Standard-PC-Anwendung ist Textverarbeitung und das hierzulande marktführende Produkt ist Word. Wie unterschiedlich Microsoft Word auf dem Mac und unter Windows läuft, hat CW-Redakteur Michael Wojatzek erlitten (Seite 3 7). Sein Erfahrungsbericht ergänzt den nicht minder kritischen Artikel von Heinz Sprenger, der gleichwohl erklärt: "Ich mag Windows" Im Wettstreit der Oberflächen müssen auch die besten Programme (und Oberflächen) ganz offensichtlich noch zulegen.

Was State of the Art ist, betrachtet man Textverarbeitung einmal generell, beschreibt eine Zusammenfassung der Trends, die der Fachverband Informations- und Kommunikationstechnik des ZVEI (Seite 42) herausgegeben hat. Leistungssteigerung ist allenthalben zu verzeichnen, allerdings steigen auch die Voraussetzungen an die Hardware rapide. Der PC muß mindestens AT-kompatibel sein.

Keine Spielwiese mehr ist der Multimedia-Markt. PC und Video, das Paßt zusammen, erklären neuerdings die Medienmacher immer häufiger (Seite 43). Die von den nationalen und internationalen Telecom-Unternehmen vorangetriebene Breitband-Verkabelung und die höhere Verfügbarkeit von Satelliten- Übertragungsleistung kannten in der Tat die Voraussetzungen schneller herstellen, als die Software dafür in Europa nachgefragt würde und die aufgestockte multimediale Hardware für die notwenige großen Anzahl von Teilnehmern bezahlbar wäre. bi