Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

28.11.1980 - 

Bildschirmarbeitsplätze auf der Orgatechnik 80 in Köln:

Büromöbel der dritten Generation

Was für die DV-Industrie die Hannover-Messe ist, das soll so nach und nach die Orgatechnik für die Büromöbel-Hersteller werden. In der Tat haben sich die meisten Büromöbel-Macher auf einen zweijährigen Innovationsrhythmus, im Turnus der Kölner Messe, eingestellt. Die Orgatechnik 1980 brachte keine grundlegend neuen Einrichtungskonzeptionen, jedoch wurden die meist schon bei der letzten Orgatechnik 1978 oder schon früher vorgestellten Büroeinrichtungssysteme "verfeinert" und ergänzt. Das gilt vor allem für Terminalarbeitsplätze, bei denen neue funktionelle und ergonomische Gesichtspunkte konstruktiv berücksichtigt wurden. Bildschirmarbeitsplätze haben sich zu einem integrierten Bestandteil der Büroeinrichtungssysteme entwickelt.

Die Büroeinrichter sind in den letzten Jahren nicht gerade konjunkturell verwöhnt worden. Vom Trend zum technisierbaren Arbeitsplatz erwarten sie nun neue Umsatzimpulse. Laut Pohlschröder zieht jedes Terminal, jeder Schreibautomat und jedes Mikrofilmgerät auch neue Büroeinrichtungen nach sich. Orderstimulierend wirken auch die neuen Vorschriften des Gesetzgebers und der Berufsgenossenschaften zur Humanisierung der Büroarbeitswelt. Zu den Sicherheitsregeln für Büroarbeitsplätze gesellten sich spezielle Vorschriften für Bildschirmarbeitsplätze. Vor allem die Ergonomie wurde im Zusammenhang mit Terminalarbeitsplätzen zu einem "magischen Begriff" hochstilisiert. Voko beispielsweise versteht darunter das Bemühen, "die Schnittstellen Mensch - Büromöbel - Bürogeräte zu optimieren, um mögliche Nachteile aus einer 'technischen Fremdbestimmung' der Arbeitsplätze im Ansatz zu vermeiden". In bezug auf Terminalarbeitsplätze treten neuerdings vermehrt DV-Hersteller als "Konkurrenten" auf (beispielsweise Triumph-Adler und Nixdorf) und bieten auf ihre Produkte abgestimmte EDV-Möbel "aus einer Hand" an.

Ganzheit mit Umfeld

Die Büroeinrichtungssysteme von heute schließen "die Ganzheit Arbeitsplatz plus Umfeld" ein. Man spricht von Büromöbeln der dritten Generation, die aufnahmebereit sind für die verschiedensten Texte, Daten Bilder und demnächst auch Sprache ein- und ausgebenden Geräte, sowie für eine sichere, verdeckte und geordnete Heranführung der notwenigen Leitungen. Da die Funktionen, die Gerätearten sowie die Dimensionierung der Geräte unterschiedlich und von Hersteller zu Hersteller verschieden sind, ist der moderne Büroarbeitsplatz flexibel und wandelbar. die beinahe totale Mobilität heutiger Büroeinrichtungssysteme ist vor allem im Großraum, oder wie man jetzt zu sagen pflegt, Funktionsraum, voll nutzbar.

Professor Dr. med. Theodor Peters vom Institut für Arbeitsmedizin in Bochum hat Mindestanforderungen an den Terminalarbeitstisch formuliert. So soll er mindestens 120 Zentimeter breit und 90 Zentimeter tief sein und vor dem Bildschirm eine minimal 60 Zentimeter breite Arbeitsfläche haben. In bezug auf die Verstellbarkeit sind alle nur möglichen Varianten bei verschiedenen Produkten bereits realisiert wie:

- Höhenverstellbarkeit.

- Einstellung des richtigen Augenabstandes.

- Seitliche Verschiebbarkeit des Bildschirmes.

- Drehbarkeit des Bildschirmes.

- Neigbarkeit der Aufstellfläche.

- Neigbarkeit der Tastaturaufstellfläche.

Für Peters sind der Arbeitstisch, der Bildschirm und der Arbeitsstuhl voneinander abhängig. Falsche Einstellung des Bildschirmes, seiner Aufstellfläche oder aber des Stuhles führten zu gesundheitsschädlichen "Zwangshaltungen". Bei der Bildschirmarbeit überwiege die mehr mittlere beziehungsweise aufrechte oder aber leicht nach hinten geneigte Sitzhaltung, da das Display auf dem Tisch stehe und so den Benutzer zu einer mehr aufgerichteten Körperhaltung zwinge. Der Bochumer Arbeitsmediziner zieht daraus die Erkenntnis: "Bei der überwiegend aufrechten oder sogar nach hinten geneigten Haltung muß der Abstützpunkt des Rückens höher liegen als in der vorderen Sitzhaltung." Daraus ist zu folgern, daß der optimale Stuhl für die Bildschirmarbeit nicht nur den Körpermaßen und der jeweiligen Arbeitshaltung anpaßbar sein muß, sondern auch eine möglichst hohe Rückenlehne hat, ohne dadurch gleich ein "Ohrensessel" zu sein.

Alle führenden Büromöbelhersteller zeigten auf der Orgatechnik in ihre Einrichtungssysteme integrierbare DV-Arbeitsplätze. Das Angebot reichte vom einzelnstehenden Bildschirmtisch, der den vorhandenen Büromöbeln beigestellt werden kann, bis hin zu hochwertigen, verketteten Mehrfunktions-Arbeitsplätzen, die sowohl für die Arbeit am Bildschirm als auch für die normale Bürotätigkeit gute Bedingungen bieten. Neben ergonomischen Gesichtspunkten und "soften" Formen war vor allem das Bemühen der Hersteller erkennbar, den Terminal-Arbeitsplätzen den Charakter eines Spezialmöbels zu nehmen.

Wirtschaftliche Lösungen

Die Forderungen, der Sicherheitsregeln für Arbeitsplätze an Datensichtgeräten sind laut Hersteller beim Bildschirm-Arbeitstisch DS/6 für das "M.E.P./R.-Programm" von Voko voll erfüllt. Es gibt ihn motorisch oder manuell höhenverstellbar oder nicht höhenverstellbar. Alle Mauser-Terminaltische für die Einrichtungssysteme "ergoline 5000 beziehungsweise 6000" haben unabhängig voneinander verstellbare Platten für Tastatur und Sichtgerät. Die Tastaturplatte ist stufenlos höhenverstellbar, die Sichtgeräteplatte stufenlos neigbar, stufenlos in der Tiefe zu verschieben und stufenlos höhenverstellbar.

Der Bildschirmarbeitsplatz für das Büroeinrichtungssystem Vario Bit besteht aus funktionalen Bauelementen, die sich sowohl einzeln als auch in Verkettung mit Schreib- und Arbeitstischen aufstellen lassen. Die Kombination sämtlicher Funktionsbausteine führt zum maximal verstellbaren und einstellbaren Bildschirmarbeitsplatz. Sofern die extreme Variabilität nicht benötigt wird, kann auf einzelne Elemente verzichtet werden, was nach Herstellerangaben nicht nur zu funktionsgerechten, sondern auch zu wirtschaftlichen Lösungen führt. Pohlschröder zeigte auf der Orgatechnik Terminal-Arbeitsplätze für die Serien "SePAT" und "SymPAT" mit Terminal-Hubständer und Konzepthalter. Es gibt sie höhenverstellbar, drehbar und nicht höhenverstellbar.

Bildschirm für Singles

Vitra bietet für das "action office" drei verschiedene Varianten von Bildschirmarbeitsplätzen, und zwar solche, bei denen bis zu vier Mitarbeiter einen Bildschirm in der Benutzung teilen können, solche für Mitarbeiter deren Haupttätigkeit im Dialog mit dem Computer besteht; und solche, bei denen ein Bildschirmgerät von einem oder zwei Mitarbeitern genutzt wird, deren Haupttätigkeit nicht die Bildschirmarbeit ist. Dazu gibt es den Vitramat-Terminal-Arbeitsstuhl, dessen hohe Rückenlehne den Benutzer "optimal" stützt. Der Stuhl ist mit einem Spezialstoff und Spezialrollen ausgerüstet, die elektrische Aufladungen ableiten und dadurch den Störfaktor für hochempfindliche Geräte ausschalten. "Mittelpunkt und Herzstück" des Büromöbel-Systems "ergodata" von "Fortschritt" ist der Bildschirmarbeitsplatz, der "keine Wünsche offenläßt". Die beiden Arbeitsplatten für die Tastatur beziehungsweise das Datensichtgerät können durch Elektromotoren stufenlos sowohl in der Höhe als auch in der Neigung verstellt werden, und zwar durch Tastendruck. Nach Meinung des Herstellers amortisiert sich die motorische Verstellbarkeit besonders rasch an Arbeitsplätzen, die im Schichtbetrieb von verschiedenen Personen bedient werden.

Mit einem mechanischen Fußschalter gibt sich dagegen König + Neurath für die Höhenverstellung bei seinem Terminalarbeitsplatz für die Serie "King" zufrieden (Foto). Diverse Bohrungen für Anschlußkabel ermöglichen eine individuell variable Ausstattung nach dem Baukastensystem (auch bei den Terminal-Arbeitstischen der anderen Hersteller ist die Verkabelung mehr oder minder elegant und in der Regel "unsichtbar" gelöst. An das "King-Terminal" können Unterschränke fest montiert oder als Container beigesellt werden. Verstellbare Arm-Auflagen und Konzepthalter runden die Ausstattung ab. Der von Triumph-Adler konzipierte Bildschirmarbeitsplatz ist speziell für die Dateneingabe konstruiert. Laut Hersteller sind der Arbeitstisch und die Beistellmöbel sowie das Sonderzubehör "derart variabel und modular ausgelegt", daß Bildschirmterminals und deren periphere Geräte den Arbeits- und Tätigkeitsabläufen sowie den unterschiedlichen Körperabmessungen der Bedienerperson "funktionsgerecht und ergonomisch richtig" angepaßt werden können. Mit seitlichen Ablage- und zusätzlichen Auflageflächen entsteht zusammen eine durchgehende Arbeitsfläche von 300 x 1000 Millimetern. Die Tischoberflächen sind, wie auch bei den meisten anderen Herstellern, nicht spiegelnd und mit niedrigem Reflexionsgrad.