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20.10.2000 - 

Der Staatskonzern wird in Häppchen zerlegt

Bull-Chef sucht Partner für das Server-Geschäft

MÜNCHEN (CW) - Die französische Groupe Bull speckt erheblich ab. Jetzt soll das Server-Geschäft in eine eigene Gesellschaft ausgelagert werden, für die ein finanzstarker Partner gesucht wird.

Bull-Chef Guy de Panafieu verfolgt seit Anfang des Jahres für sein Unternehmen eine klare Strategie: Spezialisierung auf eine kleine Anzahl von Geschäftsbereichen. Er hat den Konzern auf drei Bereiche fokussiert: Server, Services und "Neue Technologien". Die Identifizierung sei abgeschlossen. Nun sollen die einzelnen Sparten in die (unternehmerische) Freiheit entlassen werden, um es ihnen zu ermöglichen "auf das Business-Modell ihres Marktes zu antworten", erklärte der Manager in einem Interview.

Als eigenständige Gesellschaft agieren bereits "Evidian", die ehemalige Softwareabteilung von Bull, sowie der Smartcard-Bereich. In diesem Jahr verkaufte Panafieu zudem das Werk Bull Electronics Angers an die ACT Manufactoring Inc. Die OEM-Fabrikationsstätte Bull Electronics Inc. in Lowell, Massachusetts, ging an das kanadische Unternehmen Celestica.

Wenn jetzt das ehemalige Kerngeschäft, die Server, ebenfalls eigenständig werden sollen, verbleibt im ehemaligen Staatskonzern nur mehr das Service-Business. Erklärtes Ziel des Managers ist es, für die selbständigen Gesellschaften zahlungskräftige und -willige Partner zu finden. Für den Server-Bereich dürfte das nicht einfach werden, Bull kämpft seit Jahren mit roten Zahlen. Das erste Halbjahr 2000 erbrachte einen Verlust von knapp 100 Millionen Euro, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es "nur" 13 Millionen.

Als mögliche Server-Partner kommen eigentlich nur NEC und IBM in Frage. Die Japaner sind bereits mit 17,4 Prozent am Bull-Konzern beteiligt und halten einen 50-prozentigen Anteil an einem Joint Venture, das die Vermarktung von NEC-Servern in Europa zum Ziel hat. IBM als langjähriger Technologielieferant und Kooperationspartner wäre ebenfalls ein denkbarer Partner.