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16.12.1983 - 

Europäische Industrie einigt sich schneller als EG-Gremien

Bull, ICL und Siemens: Kooperation perfekt

MÜNCHEN (cmd) - Die französisch-englisch-deutsche Liaison auf dem Feld der Informationstechnik ist besiegelt: Bull, ICL und Siemens haben nun auch offiziell die Gründung eines - seit langem geplanten - gemeinsamen Forschungszentrums bekanntgegeben. Als Standort wurde München gewählt, Leiter der neuen Einrichtung ist ein Franzose.

Die drei Konzerne brachten ihr Joint-venture am gleichen Tag endgültig unter Dach und Fach, an dem die Entscheidung über das großangelegte EG-Forschungsprogramm "Esprit" aufgrund des ergebnislosen Gipfeltreffens der europäischen Regierungschefs in Athen neuerlich auf Eis gelegt wurde. Im Unterschied zu dem von der Kommission der Europäischen Gemeinschaften in Brüssel initiierten "Esprit"-Vorhaben kann damit die European Computer-Industry Research Centre GmbH (Forschungszentrumm" - so der Taufname des Forschungskindes - termingerecht im Januar 1984 die Arbeit aufnehmen.

Jeder der drei Partner läßt sich sein Engagement im Münchner Arabellapark 600 000 Mark kosten. Ziel des Forschungszentrums ist nach Angaben von Siemens die Grundlagenforschung auf dem Sektor Informationsverarbeitung, wobei vor allem die Themen "Wissensverarbeitung" und "Künstliche Intelligenz" im Mittelpunkt stehen. Der Gründungsvertrag sieht weiterhin vor, daß alle drei Unternehmen frei über die Forschungsergebnisse verfügen können.

Zum Leiter des Insituts wurde der 39jährige französische Informatiker Hervé Gallaire ernannt, der erst im Oktober dieses Jahres vom Forschungslabor Marcoussis der Compagnie d'Electricité (CGE) zur Bull-Gruppe gewechselt war. Unter seiner Ägide soll innerhalb von zwei Jahren ein 50köpfiges Forscherteam aufgebaut werden, das sich nicht nur aus Wissenschaftlern der drei Unternehmen rekrutiert, sondern auch aus Mitarbeitern französischer, englischer und deutscher Forschungsinstitute.