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22.01.1993 - 

Einwaende der Mitbewerber sind unzutreffend Zenith gibt Kampf um den Air-Force-Auftrag nicht auf

Bull-Tochter Zenith gibt Kampf um den Air-Force-Auftrag nicht auf

Seit die GSA die Gruende fuer ihren Einspruch gegen den Desktop-IV- Kontrakt, bei dem es immerhin um die Lieferung von 300 000 PCs im Wert von 740 Millionen Dollar an die Air-Force und andere Teile der amerikanischen Streitkraefte geht, veroeffentlichte, sieht sich das Management von Zenith Data Systems in der Auffassung bestaetigt, dass sein Angebot "das beste war und bleibt". Der fuer das Behoerdengeschaeft zustaendige ZDS-Vizepraesident Tom Buchsbaum erklaerte, aus der Masse der Einwaende der erfolglosen Mitbewerber gegen die Auftragsvergabe an Zenith habe der Ausschuss nur zwei fuer diskussionswuerdig erachtet. Dies sei zum einen der Vorwurf, die Air-Force habe die Moeglichkeit einer geteilten Auftragsvergabe an mehrere Lieferanten nicht ausreichend geprueft. Zum anderen gehe es um die Behauptung, ZDS habe die durch den Trade Agreements Act von 1979 vorgeschriebene Quote in Sachen einheimischer Fertigung (local content clause) fuer die Monitore der 486er-PCs nicht eingehalten.

Beide Einwaende wies Buchsbaum als "unzutreffend" und "wenig sinnvoll" zurueck. So habe Zenith gerade bei den PCs fuer das Desktop-IV-Programm die Local-Content-Vorschriften nicht nur streng beachtet, sondern "gegenueber dem Gesetzestext sogar noch ueberboten". Die Auftragsvergabe an einen einzigen Lieferanten wiederum bedeute hohe Stueckzahlen und fuer den Auftragsgeber Mengenrabatte. Die Entscheidung fuer ZDS sei deshalb "wirtschaftlich vernuenftig gewesen".

Neutrale Beobachter des Gerangels um die Kontraktvergabe verweisen zudem darauf, dass die Beschaffungsvorschriften der Air- Force die geteilte Auftragsvergabe zwar als "Moeglichkeit" sehen, aber rechtlich nicht zwingend vorschreiben. Damit sei der Zuschlag an die Zenith Data Systems auch in dieser Hinsicht gerechtfertigt.

Fuer die PC-Tochter der Groupe Bull steht bei Desktop IV einiges auf dem Spiel. 1991 schrieb das Unternehmen bei 1,5 Milliarden Dollar Umsatz rote Zahlen. Der Verlust des Air-Force-Geschaeftes wuerde zwar das Ergebnis von 1992 nicht mehr beeinflussen - bis 30. Juni 1992 fiel erneut ein Fehlbetrag von rund 310 Millionen Dollar an -, doch wuerde dies einen schweren Schlag 1993 bedeuten. In diesem Geschaeftsjahr will ZDS erstmals wieder ein ausgeglichenes Ergebnis, wenn nicht gar schwarze Zahlen melden koennen.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Frankreichs Industrieminister Dominique Strauss-Kahn in einem Rundfunkinterview versprach, persoenlich darueber zu wachen, dass bei einer eventuellen Revision von Ausschreibung und Angebotsabgabe "die Regeln des internationalen Wettbewerbs strikt eingehalten" wuerden.

Die Rangeleien um den Desktop-IV-Kontrakt bereiten aber nicht nur Zenith Data Systems Verdruss. Problemen sieht sich auch die Air- Force ausgesetzt. Ein ZDS-Sprecher erklaerte, ein Verzicht auf Desktop IV oder ein sofortiger Uebergang zum naechstfolgenden Ausschreibungsprogramm Desktop V komme "praktisch kaum in Frage". Dann naemlich muesste die Air-Force, die jetzt noch mit 286er beziehungsweise 8086er PCs arbeite, zu lange auf die Modernisierung ihres Geraeteparks warten.

Ausserdem wollen die amerikanischen Streitkraefte noch im Rahmen des am 31. Maerz 1993 endenden US-Haushaltsjahres fuer Desktop IV rund 300 der insgesamt 740 Millionen Dollar ausgeben.