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12.01.2001 - 

Schlumberger bietet bis zu 1,17 Milliarden Mark

Bull trennt sich von Smartcard-Geschäft

MÜNCHEN (CW) - Die wirtschaftlich angeschlagene französische Groupe Bull will ihr Smartcard-Geschäft abstoßen. Erster Interessent für den Bereich Bull CP8 ist der Mischkonzern Schlumberger. Der Preis soll zwischen 586 Millionen und 1,17 Milliarden Mark liegen.

Odile Jollès, Sprecherin der Groupe Bull, will das genaue Volumen der Transaktion nicht bekannt geben. Der Preis werde etwa 40 Prozent der Marktkapitalisierung des Unternehmens entsprechen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Smartcard-Einheit einen Umsatz von über 250 Millionen Mark. Für das laufende Jahr rechnen die Verantwortlichen bei Bull mit Einnahmen in Höhe von knapp 470 Millionen Mark. Die Profitmargen lagen nach Angaben des Unternehmens bei etwa drei bis vier Prozent und damit unter denen der Konkurrenz. Außerdem hätten sich die Gewinne durch notwendige Ausgaben für Forschung und Entwicklung weiter reduziert, argumentiert die Sprecherin.

Den Deal müssen zunächst noch die Geschäftsgremien von Bull, Bull CP8 und Schlumberger sowie die Finanzaufsichtsbehörden absegnen. Die beteiligten Parteien rechnen damit, dass das Geschäft bis Ende März 2001 abgeschlossen sein wird. Bull CP8 beschäftigt knapp 500 Mitarbeiter, von denen der Großteil in Frankreich arbeitet. Jollès rechnet nicht damit, dass Jobs verloren gehen. Dafür sei das Wachstum im Smartcard-Markt zu groß.

Seit die Franzosen im November letzten Jahres vor einem negativen Geschäftsergebnis für die zweite Hälfte 2000 gewarnt hatten, taumelt der ehemalige französische Staatskonzern von einer Krise in die nächste. Als Reaktion auf das zu erwartende schlechte Ergebnis kündigten die Verantwortlichen an, sich von nicht strategischen Geschäftsbereichen zu trennen. 2001 sollen Firmenteile im Wert von weit über einer Milliarde Mark versilbert werden.

"Sie beginnen, den Laden zu verkaufen", urteilt Eric Burkel, Analyst von Global Equities. "Das ist der Anfang vom Ende." Andere Marktforscher blicken etwas optimistischer in die Zukunft. So habe Bull sein Smartcard-Geschäft gerade noch rechtzeitig abgestoßen, bevor Lizenzverträge ausliefen und damit den Wert der Geschäftseinheit geschmälert hätten.

Schlumberger dürfte mit dem Kauf seine Position im Markt stärken. Der Anbieter, dessen Smartcard-Unit im französischen Montouge nahe Paris residiert, hat die anderen Großen im Geschäft mit den Plastikkarten aus dem Rennen geschlagen. Gemplus und Oberthur Card Systems sollen ebenfalls geboten haben.