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16.03.1990 - 

Gemeinschaftsunternehmen hofft auf Unix-Markt

Bull will mit ungarischem Partner in russischen Markt

MÜNCHEN (CW) - Der Ostblock setzt auf Unix. Gute Chancen im osteuropäischen Markt rechnet sich deshalb Bull für sein Joint-venture mit der ungarischen Videoton aus. Voraussetzung ist eine Lockerung der momentan noch sehr rigiden Cocom-Bestimmungen.

Wenig Lust auf proprietären Individualismus zeigen laut Gerard Bloch-Morange die osteuropäischen Staaten. Ganz oben auf ihrer Prioritätenliste stellen Unix und Netzwerke.

Bloch-Morange, Assistent des Präsidenten von Bull International S.A. und Koordinator des, jüngst bekanntgegebenen Joint-ventures mit dem ungarischen Elektronikkonzern Videoton, erwartet deshalb, wie Computergram berichtet, für die neue Societe Franco-Hungroise d`Informatique gute Geschäfte.

Aufgrund der gegenwärtigen Verhältnisse ist das jedoch eine eher langfristige Einschätzung. Die 100 Millionen Dollar, die Bull offiziell in den nächsten fünf Jahren im Ostgeschäft zu erlösen hofft, hält, er denn auch für "sehr optimistisch".

Etwa dieselbe Summe dürfte die beteiligten Firmen ihr gemeinsames Abenteuer in den ersten beiden Jahren kosten.

Ein Hindernis ist derzeit noch die Cocom-Liste, die bislang die Ausfuhr von Unix wie auch von Hardware jenseits des AT-Levels in Ostblockstaaten verbietet. Hier wird allerdings für Juni eine Lockerung erwartet, so daß Bull dann mit seinen Unix-Systemen Videotons eigene, angeblich ziemlich fehlerhafte und überholte Unix-Linie ablösen kann.

Ernstere Probleme dürfte dann aber der, wie es heißt, traurige Zustand von Videotons Produktionsanlagen und die ineffiziente Arbeitsorganisation bereiten.

Geplant ist, daß das nette Unternehmen mit der Zeit die Endmontage von Produkten aus Bulls gegenwärtiger Produktlinie übernimmt - von PCs über Unix-Maschinen bis zu den GCOS-7-Mainframes. Dazu soll es Montagearbeiten für Peripheriegeräte, etwa Monitore, erledigen, die Bull auch jetzt schon an Fremdfirmen vergibt.

Derzeit befindet sich die Zusammenarbeit noch im Planungsstadium. Mindestens ein Jahr, schätzt Bloch-Morange, wird es noch dauern, bis das Joint-venture von in Betrieb ist.

Videotons Computerzweig, der in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden soll, erzielte im letzten Jahr mit 3000 Mitarbeitern etwa 400 Millionen Dollar Umsatz, 80 Prozent davon mit den Sowjets.

Der ungarische Konzern ist eines der wenigen Unternehmen mit einem eigenen Vertriebs- und Servicenetz in der Sowjetunion.

Für seine 1000 dort installierten Systeme unterhält es ständige Büros unter anderem in Moskau, Kiew und Leningrad.