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27.02.2004 - 

IT-Systeme für aufwändige Berechnungen gekoppelt

Bundesbehörden richten Grid-Netz ein

MÜNCHEN (CW) - Der Deutsche Wetterdienst (DWD), die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) sowie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) haben ihre IT-Infrastrukturen durch ein Grid-Netzwerk miteinander verbunden.

Das Projekt ist Teil der IT-Strategie des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Wohnungswesen (BMVBW). Die zentrale Nutzung der Rechenressourcen soll die Auslastung und Effizienz der IT erhöhen.

Durch die Koppelung ihrer IT-Systeme können die beteiligten Behörden im Rahmen der "Einer-für-alle"-Projekte des BMVBW für bestimmte arbeitsintensive Aufgaben auf den Superrechner des DWD zugreifen. Das Netz basiert auf Grid-Software des europäischen Unicore-Forums (Unicore = Uniform Interface to Computing Resources) und wurde mit der Unterstützung von IBM realisiert. Herzstück des Netzwerks ist das "IBM E-Server P-Series Unix System" mit knapp 2000 Prozessoren des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach.

"Das Rechnernetz zwischen BAW, DWD und BSH zeigt die großen Vorteile, die gerade staatliche öffentliche Institutionen von der Grid-Technologie haben können", so Geerd-Rüdiger Hoffmann, Abteilungsleiter Systeme und Betrieb beim DWD und Vorsitzender des Unicore-Forums. "Durch die Unicore-Software können die Mitarbeiter ihre Jobs genauso leicht an ihrem Arbeitsplatz abschicken wie bisher, da komplizierte Registrierungs- und Autorisierungsvorgänge entfallen."

Das Netz ermöglicht es den einzelnen Nutzern, bei jeder Auftragsvergabe zu entscheiden, auf welchem System der Job berechnet werden soll. Mit Hilfe der Grid-Software können sich die Anwender an den unterschiedlichen Standorten über ihren Arbeitsplatz anmelden und dann über eine einheitliche Schnittstelle auf Rechenleistungen innerhalb ihrer Behörde oder beim DWD in Offenbach zugreifen. Die Bundesanstalt für Wasserbau kann so beispielsweise den Durchsatz an Modellrechnungen wesentlich erhöhen.

Rechenintensive Strömungssimulationen

Die BAW überwacht den Zustand aller schiffbaren deutschen Flüsse und Kanäle. Ihre Untersuchungen dienen als Grundlage für Unterhalt, Ausbauplanung und Betrieb der Wasserstraßen. Für diese Studien benötigt die Behörde zahlreiche Simulationen von Strömungsvorgängen in fließenden Gewässern. Bisher konnten diese Modelle ausschließlich in rechenintensiven Prozessen auf dem internen System erstellt werden. Wegen der begrenzten Ressourcen waren daher oft lange Wartezeiten die Folge. Durch den Zugriff auf den Rechner des Deutschen Wetterdienstes kann nun die Zahl der Berechnungen deutlich erhöht werden.

Das Netzwerk wurde bereits intensiv erprobt und steht nun allen Beteiligten zur Verfügung. Sollte sich das Projekt bewähren, ist daran gedacht, es auf weitere Behörden, Forschungseinrichtungen und Universitäten auszuweiten. (rg)