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28.03.1986

Bundesforschungsminister hofft in Teilbereichen auf Anschluß an USA und Japan:Siemens sahnt bei KI-Förderung kräftig ab

BONN (mer) - Rund 121 Millionen Mark an Fördermitteln für Projekte im Bereich der "Künstlichen Intelligenz" wurden vom Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) bisher bewilligt. Dies erklärte jetzt Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber in Bonn.

"Ziel der Förderung des BMFT ist es, frühzeitig diese neue Technologie in der Bundesrepublik Deutschland beherrschen zu lernen und industriell vorbereitet zu sein, die Chancen der sich öffnenden Zukunftsmärkte mit zu nutzen", legte Riesenhuber die strategische Zielrichtung fest. Zwar könne die BRD im Bereich der Wissensverarbeitung derzeit ungleich geringere Forschungs- und Entwicklungsressourcen - insbesondere Zahl der Fachleute, aufbieten als die USA und Japan, doch gibt sich der Minister optimistisch: "Die heutigen Ansätze und Forschungsaktivitäten in Deutschland sind eine gute Chance, in einigen Teilbereichen des neuen Wissenschaftsgebietes zumindest ebenbürtig zu werden".

So handelt es sich bei den geförderten Projekten denn auch um längerfristig angelegte Verbundvorhaben, bei denen stets mehrere Industriepartner zusammenarbeiten und eng mit Forschungsinstituten kooperierten (siehe Tabelle). Die Schwerpunkte liegen dabei in Arbeiten zum Aufbau von Expertensystemen, im Bereich Mustererkennung, in der Erkennung und Verarbeitung gesprochener Sprache sowie in der Analyse und Deutung von Sensor- und Bildinformationen, wobei ebenfalls wissensbasierte Methoden zur Anwendung kommen.

In allen elf Projekten, bei denen die Siemens AG allein in acht Forschungsvorhaben vertreten ist, werden nicht nur grundlegende Erkenntnisse , erarbeitet, sondern auch die Tragfähigkeit von Lösungen an prototypischen Anwendungsbeispielen erprobt.

Dazu Heinz Riesenhuber: "Dieses in einem gründlichen Diskussionsprozeß mit Wissenschaftlern aus Forschung und Industrie und nach vorgeschalteten Definitionsphasen erarbeitete Themenbündel deckt die wesentlichen Fragestellungen des neuen Wissenschaftszweiges ab, die heute weltweit als wichtige Schritte auf dem Weg zur fünften Computergeneration bearbeitet werden".

Im Bereich der "Artificial Intelligence" - für den sich im deutschen DV-Jargon der aus dem amerikanischen direkt übersetzte und wenig zutreffende Begriff "Künstliche Intelligenz" eingebürgert hat - werden international erhebliche Forschungsanstrengungen unternommen, um den qualitativen Sprung von der Informationsverarbeitung zur Wissensverarbeitung zu schaffen. Der entscheidende Unterschied zu bisherigen Verfahren liegt darin, daß wissensverarbeitende Systeme (Knowledge-based-Systems) auf der Grundlage von zuvor aufbereiteten Wissensbasen mit Hilfe bestimmter Schlußfolgerungsregeln selbsttätig eine Lösung für ein gestelltes Problem anbieten, ohne daß der Lösungsweg explizit programmiert werden muß. Aufgrund der andersartigen, logischen Programmierweise können Informationen wie Faktenwissen, Erfahrungswissen und zum Teil auch vages Wissen, vom Computer kombiniert und zu Problemlösungen verarbeitet werden.

"Die Technik ist heute allerdings weder bei Expertensystemen noch in der Spracherkennung hinreichend weit entwickelt und steht noch in merklichem Kontrast zu den mittlerweile weitgespannten Erwartungen" kommentierte der Minister.