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30.03.1990

Bundespost schließt mit DDR Vereinbarung über Postunion

LEIPZIG (vwd/CW) - Die DDR steigt in den Mobilfunk ein und reformiert ihr Telefonnetz.

Wie Postminister Klaus Wols auf der Leipziger Frühjahrsmesse mitteilte, sollen erste Initiativen für den Mobilfunk bis Mitte der 90er Jahre über die Bühne gehen. Insgesamt soll das Telekom-System bis Ende des Jahrzehnts zu dem der Bundesrepublik kompatibel sein.

Zwei bis drei Milliarden Mark will die DDR bis 1995 in ein Mobilfunknetz investieren. Der Minister ließ die Frage nach einem möglichen privaten Betreiber eines solchen digitalen Netzes offen .

Er könne sich aber vorstellen, daß die DDR auch in diesem Bereich auf die vorliegenden Erfahrungen der Bundesrepublik zurückgreifen werde. Wols erklärte, daß für die notwendigen Mittel Kreditgeber gefunden worden seien.

Zur Frage einer Beteiligung der Deutschen Bundespost bei der Finanzierung des Netzes wollte sich Postminister Christian Schwarz-Schilling nicht äußern, gab aber schließlich zu: "Daß wir besondere Maßnahmen in einer solchen Kooperation ergreifen werden, ist klar. " Investitionen in diesem Bereich seien das Sicherste überhaupt.

DDR will fünf Milliarden für Telefonbereich ausgeben

Insgesamt plant die DDR, rund fünf Milliarden Mark für den Telefonbereich auszugeben, wobei, so Wols, der Standard der Bundesrepublik erreicht werden soll.

Als erste Maßnahme zur Verbindung der DDR mit der Bundesrepublik hat die Postverwaltung der DDR Aufträge im Wert von 80 Millionen Mark für ein Overlay-Netz an die vier Firmen Siemens, Philips, ANT und SEL vergeben.

Außerdem ist vorgesehen, bis 1995 die Zahl der Telefonanschlüsse von derzeit 1,1 Millionen auf 2,3 Millionen aufzustokken. Bei der Vergrößerung des Telefonnetzes sollen die Produktionskapazitäten des Kombinats Nachrichtentechnik der DDR weitgehend miteinbezogen werden.

Kompatibilität vor Ende des Jahrzehnts

Anläßlich des gemeinsamen Messebesuchs haben sich beide Minister entschlossen, eine Vereinbarung zur Postunion zu unterzeichnen. Mit dieser Erklärung wollte Wols noch vor den Wahlen in der DDR der gemeinsamen Regierungskommission zur Ausgestaltung der Post- und Fernmeldebeziehungen zwischen beiden Staaten ein Papier an die Hand geben.

Schwarz-Schilling ist optimistisch, daß die Kompatibilität beider Telecom-Systeme noch weit vor Ende des Jahrzehnts erreicht werde. Dabei sollen laut Vereinbarung alle Innovationen auf der Basis gleicher Standards gemacht werden.