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24.02.1978 - 

VDRZ-Workshop "Datenfernverarbeitung" beschäftigt sich mit dem geplanten Datenpaketvermittlungs-Dienst:

Bundespost sucht den Anwender-Dialog

FRANKFURT - Der Datenpaketvermittlungsdienst der Bundespost (DPV) und neue, für den Ausbau der Datenfernverarbeitung bestimmte Fördermittel vom BMFT sollen Ende 1979 / Anfang 1980 auch in der Bundesrepublik eine von den Kosten erträgliche Dialogfern- verarbeitung ermöglichen. Durch die Betriebsmittelaufteilung über virtuelle Circuits sollen auch kleinere Anwender finanziell in die Lage versetzt werden, Dialogverarbeitung im Fernverkehr durchführen zu können. Jetzt ist die Bundesrepublik "Schlußlicht am Fernverarbeitungszug, weil die Kosten einfach zu hoch und gegenüber den USA glatt um den Faktor sieben teurer sind", wie 33 VDRZ-Mitglieder auf einem DFV-Workshop im Frankfurter Steigenberger-Airport-Hotel von ihrem Geschäftsführer Peter Lange-Hellwig eingestimmt wurden.

Genugtuung herrschte unter den Zuhörern, als Assessor Günter Reiner (BMFT) die Absicht des Forschungsministeriums vortrug, daß für Pilotinstallationen und prototypische Innovationsversuche neuer Fernverarbeitungs-Anwendungen sowie für neue Organisationsformen und besonders heterogene Netze Fördermittel zur Verfügung gestellt werden sollen. Reiner betonte, "das Auslaufen des dritten DV-Programms bedeute nicht, daß es künftig keine DV-Fördermittel mehr gebe". Denn gerade die Datenfernverarbeitung ist nach Auffassung des BMFT "noch längst nicht so verbreitet, wie es sowohl möglich wäre als auch wirtschaftlich erscheint".

Mit den technischen und den Kosten-Aspekten des neuen Datenpaketvermittlungs- dienstes setzte sich DFV-Spezialist Dipl.-Ing. Heinz Sarbinowsky vom Darmstädter Institut für Datenfernverarbeitung der GMD auseinander. Sarbinowsky fand bei einer Fallbeispiel-rechnung von vier mittleren Rechenzentren bestätigt, "daß sich die Rechenzentren bisher auf das gestürzt haben, was die Post anbietet, und dies optimiert haben". Deshalb würde kostenoptimaler Stapelverkehr und kein Dialogverkehr gefahren. Mit der DPV-Einführung werde sich das ändern, nimmt Sarbinowsky an, zumal die Rechenzentren den Dialogverkehr als "lebensnotwendig für ihre Zukunft" bezeichnen.

Im Kostenvergleich zwischen herkömmlicher Modem-orientierter DFV und DPV (wobei die Kostenstruktur des französischen Transpac-Netzes die Rechenvorlage bildete) stellte der GMD-Mann fest: "Wer mit hohem Dauer-Nutzungsgrad DFV-Leitungen auslastet, für den bringt der Datenpaketvermittlungsdienst nur begrenzt Ersparnis -Möglichkeiten. "

Von dreißig Punkten will die Post den DPV Ende 1979 Anfang 1980 betreiben. Diese dreißig Punkte würden, orientiert am Fernsprechnetz, etwa 60 bis 70 Prozent der anfangs erwarteten DPV-Teilnehmer abdecken, so Dipl.Ing. Friedhelm Hillebrand vom Postministerium. Für den DPV plant die Post folgende Gebühren:

þGrundgebühr: Enthält die Kosten der festen Anschlußleitung und der fest zugeordneten Verbindungsteile. Sie wird abhängig von der Übertragungsgeschwindigkeit berechnet. þVerkehrsgebühren: Sie erhalten die Kosten für die Betriebsmittelreservierung und die þVolumensgebühr, die zur Deckung der Transportkosten dient.

"Fifty fifty" stünden bei der Post so Hillebrand, die Erwägungen, ob unter volkswirt-schaftlichen Aspekten alle Orte der Bundesrepublik mit DPV erschlossen werden, was hohe Anlaufverluste bedeute, oder ob zunächst nur im 20-Kilometer-Radius um die 30-DPV -Punkte der neue Dienst angeboten werden soll.