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11.04.1975

Bundesrechnungshof:Macht endlich einen ADV- Gesamtplan

FRANKFURT - Drei Maßnahmen hat der Bundesrechnungshof in seinem jüngsten DV-Gutachten von der Bundesregierung verlangt:

- einen ADV-Gesamtplan

- eine zentrale Beschaffungsstelle für, DV-Systeme beim Bundesverwaltungsamt

- eine Projektauskunftsstelle mit Programmbibliothek

Damit soll der seit 1968 anhaltende Streit zwischen den einzelnen Ressorts und dem Bundesinnenministerium über Zuständigkeit für und Koordination von DV-Proiekten beim Bund beendet, Doppelarbeit vermieden und der Aufwand insgesamt gesenkt werden.

Der ADV-Gesamtplan soll nach Vorstellung von Rechnungshof-Referent Dr. Fiselius auf den Planungen der einzelnen Ressorts basieren und eine Fünf-Jahres-Periode umfassen. "Das ist auch nach den Erfahrungen in den USA und in Frankreich gerade noch realistisch", meint er.

Die zentrale Beschaffungsstelle soll zunächst prüfen, ob nicht anderswo in der Bundesverwaltung die notige Kapazität frei ist, bevor neue Beschaffungen erfolgen. Außerdem soll sie nach Vorstellung des Bandesrechnungshofes Standards festlegen, Rahmenverträge schließen, Komptabilität sicherstellen und für die Voraussetzungen sorgen, die für den Aufbau von Verbundsystemen nötig sind.

Die Projektauskunftsstelle mit Programmbibliothek soll Informationen über alle DV-Vorhaben sowie alle schon entwickelten Programme sammeln. Besonderer Wert soll dabei auf die Erfassung der einzelnen Moduln gelegt werden, da komplette Programme selten, einzelne Moduln aber sehr häufig von anderen Dienststellen übernommen werden können. Die Stelle soll Mehrfacharbeit vermeiden.

Warten Länder und Gemeinden?

Die Vorschläge des Bundesrechnungshofes gelten nur für den Bund: ob sich Länder und Gemeinden an der zentralen Beschaffung oder an der Projekt- und Programmdokumentation beteiligen, ist föderalistischfraglich. "Wir können nur auf gutwillige Zusammenarbeit hoffen" meint Dr. Fiselius, "aber wir müssen uns hüten Meinungen zu äußern, die in die Zuständigkeit von Ländern oder Gemeinden fallen. Wir müssen schon genug aufpassen, daß wir den Landesrechnungshöfen nicht ins Gehege kommen." Wieviel sich durch Zentralisierung und sinnvolle Kooperation sparen ließe, hat man in der Bundesrepublik bisher noch nicht ausgerechnet - dazu sind die verfügbaren Basisdaten noch zu unsicher.

In USA: Fünf Milliarden Dollar sparen

Das amerikanische General Accounting Office hat's getan: Fünf Milliarden Dollar könnte die US-Verwaltung sparen, wenn die benötigten Daten standardisiert und direkt von Computer zu Computer oder zumindest in maschinenlesbarer Form ausgetauscht würden. Bisher werden von 54 000 Berichten pro Jahr in der USA 52 000 auf Papier ausgedruckt und dann ausgetauscht - vom Rest werden 1250 automatisch ausgetauscht, das heißt von Computer zu Computer.