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01.09.1995

Bundesregierung antwortet auf Grosse Anfrage der SPD Deutschland hat das Rennen um Multimedia noch nicht verloren

BONN (CW) - In der Bundesrepublik gibt es derzeit mehr als eine Million Nutzer von Online-Diensten, darunter gut 750 000 Datex-J-, rund 250000 Internet- und etwa 100000 Compuserve-Abonnenten. Diese in Fachkreisen eher als "konservativ" geltende Einschaetzung vertrat jetzt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Grosse Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion.

Auch wenn beispielsweise in Frankreich derzeit rund 6,5 Millionen Anschluesse des mit dem hiesigen Datex-J vergleichbaren Minitel registriert sind, bedeuten diese Zahlen nichts im Vergleich zu den Groessenordnungen auf dem US-Markt. Dort seien, wie der Wirtschafts- Informationsdienst "vwd" den Bericht der Bundesregierung weiter zitiert, mittlerweile ueber 25 Millionen Buerger regelmaessige Konsumenten eines Online-Dienstes.

Dennoch sind in Deutschland nach Einschaetzung der Bundesregierung die technischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen fuer den Einsatz sowie die breite Akzeptanz von Multimedia-Anwendungen gut. Leistungsfaehige Endgeraete, entsprechend flexible Vermittlungstechnik und ausbaufaehige Telecom-Netze seien vorhanden. Gerade im Vergleich zu den USA oder Grossbritannien existierten durch die Infrastruktur der Telekom vor allem in bezug auf das Telefon- sowie das flaechendeckende Kabelfernsehnetz gute Ausgangspositionen, die in den beiden anderen Staaten durch Initiativen unter dem Schlagwort "Information Highway" erst noch geschaffen werden muessten.

PC-Ausstattung deutscher Haushalte nur mittelmaessig

Etwa 23,5 Millionen Kabelanschluesse in der Bundesrepublik bedeuteten, so der Bericht der Bundesregierung, einen Versorgungsgrad von 40 Prozent. Durch den zuegigen Ausbau der Telefonnetze auf Glasfaserbasis in den neuen Bundeslaendern seien dort besonders guenstige Voraussetzungen fuer deren Nutzung als leistungsfaehige Infrastruktur entstanden. Dies lasse wiederum in Verbindung mit einheitlichen Normen und Standards die rasche und flaechendeckende Verbreitung von Multimedia-Applikationen zu - ein Vergleich, den Deutschland nach Ansicht der Bundesregierung mit keiner anderen fuehrenden Industrienation zu scheuen braucht. Bei der Ausstattung mit PCs nehme die Bundesrepublik derzeit allerdings nur einen Mittelplatz ein. Von 100 Einwohnern verfuegen in Deutschland momentan zwoelf ueber einen PC, in den USA seien es immerhin 30.

Soweit es bei Bereitstellungsfristen fuer einzelne Telecom-Dienste sowie deren Tarifierung noch Defizite gebe, wuerden, wie es in Bonn weiter hiess, in der laufenden Legislaturperiode die gesetzlichen Voraussetzungen fuer eine notwendige weitere Marktoeffnung geschaffen. Bereits gestartete oder geplante regionale Pilotprojekte sollen nach Angaben der Bonner Regierung dazu beitragen, eventuelle Rueckstaende bei der Entwicklung und Erprobung von Multimedia-Techniken sowie entsprechenden Anwendungen aufzuholen. Darueber hinaus sei eine Bund-Laender-Arbeitsgruppe "Multimedia" dabei, damit zusammenhaengende Fragen aufzubereiten und erste Verfahrensvorschlaege zu entwickeln.