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29.09.1978 - 

Aufgaben und Arbeitsweise des DIN

Bundesrepublik Deutschland und DIN

(Deutsches Institut für Normung e. V.)

Eine Reihe von Industriestaaten hat das Verhältnis zwischen Staat und Normenorganisation durch Gesetz geregelt (zum Bei spiel Belgien, Frankreich, Österreich). Andere Industriestaaten haben die Lösung von vertraglichen oder vertragsähnlichen Vereinbarungen gewählt (zum Beispiel Dänemark, Großbritanien, Schweden).

Das Verhältnis zwischen der Bundesregierung und dem DIN wurde im Juni 1975 durch einen Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem DIN festgelegt. In diesem Vertrag erkennt die Bundesregierung das DIN als die zuständige Normenorganisation für das Bundesgebiet und Berlin (West) sowie als die Nationale Normenorganisation in nichtstaatlichen Internationalen Normenorganisationen an. Umgekehrt verpflichtet sich das DIN hauptsächlich dazu, in seiner Tätigkeit auch öffentliche Belange zu berücksichtigen. Die traditionell von privaten Gemeinschaftseinrichtungen übernommenen Normungsarbeiten erhalten dadurch keinesfalls den Charakter hoheitlieher Aufgaben oder Befugnisse, sondern DIN-Normen haben kraft Entstehung, Trägerschaft, Inhalt und Anwendungsbereich den Charakter von Empfehlungen mit einer technisch-normativen Wirkung. Die Beachtung der DIN-Normen steht jedermann frei. Aus sich heraus besitzen sie keine rechtliche Verbindlichkeit.

Grundnorm DIN 820

Die Grundsätze der Normungsarbeit, nämlich

- Freiwilligkeit

- Öffentlichkeit

- Sachbezogenheit

- Beteiligung aller interessierten Kreise und

- Ausrichtung am allgemeinen Nutzen

sind in der Norm DIN 820 Teil 1 festgelegt, in der insbesondere die Abschnitte 3.3 und 3.4 die Arbeitsweise der Normenausschüsse regeln. So besagt der Abschnitt 3.3, daß die fachliche Arbeit in Arbeitsausschüssen beziehungsweise Komitees durchgeführt wird und daß für eine bestimmte Normungsaufgabe jeweils nur ein Arbeitsausschuß beziehungsweise Komitee zuständig sein dürfen, die zugleich diese Aufgaben auch in den regionalen und internationalen Normenorganisationen wahrnehmen. In der Regel sind mehrere Arbeitsausschüsse zu einem Normenausschuß im DIN zusammengefaßt, der die Normung seines Fachgebietes verantwortlich trägt und als Träger auf dem Normblatt erscheint. Abschnitt 3.4 legt fest, daß die fachliche Arbeit von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet wird, die dabei von hauptamtlichen Bearbeitern des DIN und seiner Normenausschüsse unterstützt werden. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sollen Fachleute aus den interessierten Kreisen (zum Beispiel Anwender, Behörden, Hochschulen, Hersteller, Prüfinstitute, Verbraucher etc,) und von den sie entsendenden Stellen für die Arbeit in den Arbeits- und Lenkungsgremien autorisiert und entscheidungsbefugt sein.

Ferner soll bei der Zusammensetzung der Arbeitsausschüsse darauf geachtet werden, daß die interessierten Kreise in einem angemessenen Verhältnis zueinander vertreten sind.

Bearbeitungsstufen einer Norm

Für die Erarbeitung einer Deutschen Norm gilt folgender Geschäftsgang, der in der Grundnorm DIN 820 Teil 4 festgelegt ist:

Zu A Normungsantrag:

Die Normungsarbeit beginnt mit einem Normungsantrag, der von jedermann eingebracht werden kann. Er muß begründet sein, und es sollte möglichst schon ein Norm-Vorschlag zusammen mit dem Antrag eingereicht werden.

Der zuständige Normenausschuß muß innerhalb von drei Monaten seit Antragstellung auf mündlichem oder schriftlichem Wege über Annahme oder Ablehnung des Antrags entscheiden (Bearbeitungsergebnis A). Wird der Normungsantrag vom zuständigen Normenausschuß angenommen, so wird der Arbeitstitel der vorgesehenen Normungsaufgabe im Normenanzeiger der DIN-Mitteilungen (im folgenden kurz "Normenanzeiger" genannt) veröffentlicht.

Zu B Norm-Vorlage:

Liegt dem Normungsantrag ein Norm-Vorschlag bei, so ist dieser ohne Änderung dem zuständigen Arbeitsausschuß als erste Norm-Vorlage zur Behandlung vorzulegen. Liegt kein Norm-Vorschlag bei, stellt der hauptamtliche Bearbeiter unter Mitwirkung eines kleinen Arbeitskreises des Arbeitsausschusses eine erste Norm-Vorlage für die weiteren Beratungen auf (Bearbeitungsergebnis B).

Der ersten Norm-Vorlage können aufgrund von Beratungen im Arbeitsausschuß weitere folgen.

*Dipl.-Ing. Lutz Groenke ist Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Normung e.V.

Wird fortgesetzt