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07.06.1985 - 

Immer mehr Jugendliche setzen den Computer sinnvoll ein:

Bundeswettbewerb forciert Forscherehrgeiz

PADERBORN (CW) - Erneut ging in den letzten Wochen ein Forschungswettbewerb für Jugendliche zu Ende. In Paderborn wurden die Sieger des 3. Bundeswettbewerbs Informatik, ausgerichtet von der Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) und der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung mbH (GMD) ausgezeichnet.

1980 rief die Gesellschaft für Informatik e. V. den Bundeswettbewerb Informatik ins Leben. Vier Jahre später wurde er durch die Kultusministerkonferenz staatlich anerkannt. In diesem Jahr beteiligten sich 150 Jugendliche (Altersgrenze 21 Jahre) mit 131 Beiträgen. Die behandelten Probleme entstammen recht unterschiedlichen Themenbereichen: Schulverwaltung, Mathematik, Informatik, Computergrafik und Programmierung von Strategiespielen. Darüber hinaus beschäftigten sich einige Einsendungen mit Astronomie, Biologie, Betriebswirtschaft, Chemie und Physik.

17 Arbeiten wurden nun in Paderborn prämiert. Dabei vergaben die Veranstalter drei erste Preise, zwei zweite, zehn dritte sowie zwei Sonderpreise. Positiv überrascht zeigte sich Organisator Professor Volker Claus von der Universität Dortmund über die deutliche Steigerung in puncto Umfang und Schwierigkeitsgrad der Beiträge gegenüber den Vorjahren. Die Dokumentation der Arbeiten habe sich verbessert, und es seien in stärkerem Maße als früher Informatikmethoden zur Problemlösung eingesetzt worden. Auch hätten die Teilnehmer häufiger als zuvor höhere Programmiersprachen verwendet.

Doch auch Schwachpunkte des Wettbewerbs kamen zur Sprache. So zeigten sich die Veranstalter enttäuscht von dem geringen Anteil an gemeinsam verfaßten Arbeiten (12 Prozent), von der geringen Beteiligung der Mädchen (nur 2 Prozent) sowie von der geringen Resonanz aus der Sekundarstufe und dem berufsbildenden Bereich (zusammen 15 Prozent).

Um eine größere Breitenwirkung zu erzielen, wollen die Veranstalter deshalb die Struktur des Bundeswettbewerbs Informatik ab der nächsten Ausschreibung ändern. Konnten die Teilnehmer bislang ihr Thema frei wählen, so werden zukünftig fünf Aufgaben vorgegeben, unter denen sich die Jugendlichen drei zur eigenen Bearbeitung heraussuchen können. Erst in der zweiten Runde sollen dann besondere Begabungen gefördert werden.

Aus den 17 prämierten Beiträgen hier nun drei Beispiele. Einen ersten Preis erhielt Ulrich Hoffmann aus Raisdorf bei Kiel für seinen Beitrag, der sich mit der Übersetzung von CDL/E nach Forth durch systematische Programmtransformationen befaßt. Der Preisträger hat einen Transformator entwickelt, der Beschreibungen eines Compilers in der Sprache CDL/E in eine Beschreibung des Compilers der Sprache Forth überträgt. Dadurch wird das sonst nur auf Großrechnern verfügbare Programmiersystem nun auch Mikrocomputern zugänglich.

Ein zweiter Preis wurde an den Münchner Volkmar Pflug vergeben, der in seiner Arbeit eine strukturierte Grafiksprache entwickelt und dafür einen Interpreter implementiert hat.

Mit dieser Sprache lassen sich Figuren definieren und Konstruktionsvorschriften angeben. Geometrische Probleme, wie sie in den Sekundarstufen I und II behandelt werden, werden nun für den Computer lösbar.

Peter Leonhard aus Alfter bei Bonn zählt zu den Gewinnern eines dritten Preises. Er hat einen Befehlssatz zur mustergesteuerten Textverarbeitung entwickelt. Interessant an diesem Ansatz ist, daß die Operationen auf Texten selbst zum Datentyp gemacht wurden. Dies ermöglicht sehr kompakte Darstellungen zur Textmanipulation.