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15.02.1985 - 

Ex-Chef Hoffmann erwartet Personalkarussell in der Branche:

Burroughs-Boß in der Rolle des stummen Dieners

ESCHBORN (lo)-Die Heimkehr des Vice-President Europe von Burroughs Hans J. Schüttlöffel nach Deutschland werten Beobachter als persönliche Absage auf dem Weg nach vorn (COMPUTERWOCHE Nr. 5, Seite 4). "Degradiert" lautet die Aussage anderer Marktkenner über den neuen GmbH-Chef. Unklar bleibt zugleich, wie der angekündigte "weitere Ausbau" der Gesellschaft vonstatten gehen soll Derzeitiger Kommentar: Schweigen.

Ehemals war Schüttlöffel als Vorstand des Geschäftsbereiches Büromaschinen der Triumph-Adler AG für Büro- und Informationstechnik in Nürnberg aktiv. Im Herbst 1981 wechselte er auf eigenen Wunsch zu der Europa-Region von Burroughs mit Sitz in London. Seit der Rückkehr nach Eschborn scheint sein Verhältnis zur Öffentlichkeit gestört. Beispielsweise sagte er bislang übliche Presseveranstaltungen zur Hannover-Messe ab. Gerade dieses Forum könnte nach allgemeiner Ansicht aber genutzt werden, um die Verunsicherung in den Reihen der Groß- und Kleinkunden von Burroughs über das wechselhafte Klima in der obersten Region zu beseitigen. Dazu trügen sicherlich auch notwendige Informationen über die künftige Unternehmenslinie bei.

Als Fingerzeig für die Marschrichtung von Burroughs in Europa werten Insider die Berufung eines Assistenten von Unternehmensführer Michael Blumenthal an die Spitze der Europa-Division in London. Er läuft unter der Klasse "starker Amerikaner" aus Detroit.

In Europa zeichnet sich besonders die deutsche Tochter durch erfolgreiche Aktivitäten der vergangenen zweieinhalb Jahre aus. Sie gehört zur einzigen Burroughs-Gruppierung, die sich bisher noch nicht auf Tuchfühlung mit der Mutter in den Staaten befindet - dies ist ein Dorn im Auge, wird vermutet. Er schmerzt die Corporation um so mehr, als das eigene Umsatzpendel nicht bis weit über die erhofften 5, sondern nur bis 4,8 Milliarden Dollar Umsatz ausschlug. Zähneknirschend findet sich Burroughs nun auf dem Platz drei der US-Top-Charts.

Ex-Burroughs-Chef Winfried Hoffmann befindet sich in Wartestellung: "Gute Gespräche im Markt" machen ihn für die eigene Zukunft optimistisch.

Für 1985 erwartet der Manager allerdings ein "Bäumchen-wechsel-Dich"-Spiel in Führungsetagen des Elektronik-Marktes, ähnlich dem drei Jahre zuvor. Damals fanden rund sechzig erste Stühle in der höchsten Ebene der DV-Branche neue Inhaber.

Als Ursache für die erneut zu erwartende "Reise nach Jerusalem" bezeichnet Hoffmann zu hochgesteckte Erwartungen der Unternehmen - besonders um die 100 Millionen Umsatz herum - zu den tatsächlichen Marktverläufen. Es sei auf Dauer nur schwer vorstellbar, in Deutschland ein Unternehmen mit einem qualifizierten Kundendienst und Netzwerk kostendeckend zu fahren, gleichzeitig aber den Träumen nach einer halben Milliarde Rechnung zu tragen. "Der Wind ist sehr eisig geworden", umschreibt Hoffmann ein Klima, das nicht mehr jede Voraussetzung für Wachstum mitbringt.

Der 41jährige Marketier macht sich ebenfalls Gedanken über eine Karriere als Berater. Gewissermaßen als Startschuß könnte sich sein augenblicklicher Auftrag bezeichnen lassen: Er berät, nach gutunterrichteten Kreisen, derzeit seinen Nachfolger und neuen Burroughs-Boß Hans J. Schüttlöffel.