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13.11.1981

Burroughs-Kunden vermissen Nestwärme und Anleitung

Wenn es in der Familie bleibt, geht's reibungslos. Probleme und oft auch Unzufriedenheit tauchen erst bei einem "Familien-Wechsel" auf. Weder die Techniker von Burroughs noch die Vertriebsbeauftragten scheinen die Umsteiger so richtig glücklich zu machen. Ärgert sich Günter Binnebössel. "Der Techniker behebt zwar den Fehler,

aber die Ursache findet er meistens nicht." Den Trainings-Lehrgängen wird wenig Gutes nachgesagt. DV-Leiter Norbert Wirth wirft dem Hersteller vor, die Teilnehmer nicht genügend nach Wissenstand zu selektieren und bemängelt die pädagogischen Fähigkeiten der Lehrgangsleiter. Im großen und ganzen ist man dennoch zufrieden.

Günter Binnebössel

Leiter Rechnungswesen, Nitex GmbH, Wedemark (Burroughs B 1835)

Da wir mehr Kapazität Aussagefähigkeit und schnellere Verarbeitung benötigten, haben wir von einer B 700 auf die B 1835 umgestellt. Das Softwarehaus, mit dem wir zusammenarbeiteten setzte die Programme eins zu eins um. Wir waren froh, externe Hilfe zu haben, denn nur mit der Unterstützung von Burroughs hätte wir nicht umstellen können. Wir programmieren derzeit nicht hier im Hause, sondern lassen programmieren. Die Systemunterstützung vom Hersteller ist auf der neuen Anlage schlechter als vorher auf der alten. Ein Grund hierfür könnte die Umorganisation bei den Technikern und Vertriebsbeauftragten von Burroughs sein. Die müssen jetzt nachweisen, wo sie waren und welche Fehler sie behoben haben. Das ist im Anfangsstadium mit Schwierigkeiten verbunden, die der Anwender zu spüren bekommt.

Das Handling der Maschinen ist für denjenigen, der täglich seine Daten eingibt, einfach. Kompliziert wird es, wenn es um die Dateien geht oder um einen Absturz. Wenn man sich dann an Burroughs wendet, erhält man oft die Antwort: "Wir wissen auch nicht, woran das liegt." Der Techniker kommt zwar ins Haus, behebt den Fehler, aber die Ursache wird nicht festgestellt. Auf der alten B 700 war es einfacher, da konnte der Fehler besser eingekreist werden, weil mehr Mechanik drinsteckte. Wenn wir beispielsweise beim Schnelldrucker ein Zeichen verkehrt drucken, dann kann es passieren, daß 14 Tage benötigt werden, um den Fehler zu finden. Wir sind mit der Unterstützung nicht sehr glücklich. Informationsmaterial gibt es genügend, das heißt, es gibt eigentlich zuviel davon.

Mein Rat an Anwender, die eine Umstellung noch vor sich haben: Auf jeden Fall darauf achten, daß parallel noch weitergearbeitet werden kann und daß ausreichend Zeit zum Testen bleibt. Die Probleme stellen sich meistens erst nach der Umstellung ein. Die alte Anlage sollte noch so lange kostenlos zur Verfügung stehen, bis man sagen kann, es wird zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt umgestellt.

Peter U. Kleser

DV-Leiter, Arbed S.A., St. Ingbert

(Burroughs B 6700, MCP 3.0)

Die Umstellung erfolgte aus Kapazitätsgründen von einer Burroughs 1728 unter MCP.0 auf eine Burroughs B 6700-Doppelprozessor-Anlage unter MCP 3.0. Es handelte sich um einen echten "Familien-Wechsel", da die 1728 das größte Small System war und die 6700 ein Large System. Es wurden rund 70 CP-Programme und etwa 500 Batch-Programme umgestellt. Die Planung der Konvertierung begann mit der System-Support-Unterstützung durch Burroughs. Es fanden außer Haus entsprechende Trainings, wie Betriebssystemtraining, statt. Die Konvertierungsarbeiten waren nach einem Monat abgeschlossen.

Die Umstellung war unter anderem deshalb so schnell beendet, weil die Compile-Geschwindigkeit bei dem Large System um den Faktor 40 höher lag als auf dem Small System. Die Unterstützung des Herstellers war damals sehr gut, was heute nicht mehr der

Fall ist.

Die Umstellung bei Cobol bedeutete reine Fleißarbeit. Die Konvertierung des Datenbanksystems DMS 2, das sowohl auf Small als auch auf Large existiert, erfolgte in zwei Schritten. Einmal in der syntaktischen Anpassung denn das Small System DMS ist eine echte Untermenge des Large Systems DMS ist der zweiten Phase wurde eine Optimierung durchgeführt, die allerdings im ersten Umstellungsmonat nicht mehr machbar war.

Die Unterstützung zum damaligen Zeitpunkt war, wie vorher erwähnt, ausgezeichnet. Es gehörte zur Burroughs-Philosophie, bei Systemen dieser Größenordnung auch ständig System-Support zu gewähren. Diese Philosophie hat sich geändert, zumindest in der Größenordnung, von der wir sprechen. Es entsprach einfach deswegen. der Firmenpolitik, weil die auszuführenden Arbeiten manuell ausgeführt werden mußten. Bei Fragen war es möglich, sich sofort an das Onsite-Personal zu wenden. Heute werden rund 80 Prozent der Umstellungsprobleme von automatischen Konvertern übernommen. Das A und O jeder Umstellung liegt in der gesunden Planung.

Das Trainingsangebot bei Burroughs Deutschland ist relativ dünn, wenn man es mit den ausländischen Organisationen vergleicht. Dadurch ist es offensichtlich nicht möglich, die Lehrgangsteilnehmer nach Wissensgrad zu selektieren.

Horst Rößling

EDV Mitarbeiter, Wella AG, Darmstadt

(Burroughs B 2900, MCP Vl)

Für die dringend benötigte Mehrkapazität im Rechenzentrum wurde kurzfristig entschieden, das System B 3500 durch ein System B 2900 abzulösen. Diese Entscheidung wurde im Oktober 1980 getroffen, und die neue Anlage sollte im Februar 1981 installiert werden.

Davon unberührt fanden mehrere Plansitzungen unter Einbeziehung der Fachbereiche statt. Hierbei wurden mittels einer Kosten-/NutzenanaIyse zusätzlich Projekte zu einem neuen DV-Plan zusammengefaßt. Diese Projekte haben klar erkennen lassen, daß

sie sich nur mit neuer Hard- und Software realisieren lassen. Für diese "große Lösung" wurde parallel zur schnellen Zwischenlösung eine Ausschreibung an EDV-Anbieter ausgegeben.

Durch die kurzfristig geplante Zwischenlösung, Umstellung von B 3500 auf B 2900, konnte natürlich zunächst nur an eine Eins-zu-eins-Umstellung gedacht werden. Positiv wirkte sich aus, daß auch auf der B 2900 das gleiche Betriebssystem MCP Vl mit einigen Erweiterungen gefahren werden kann. So konnten die Programmierer und Operatoren auf vorhandenem Wissen weiter ausgebildet werden. Schwierig war es, in der kurzen Zeitspanne von drei Monaten für die Voraussetzungen wie Maschinenraum (teilweise vorhanden), Aufstellungsplan, Elektroversorgung, Kabelanschlüsse, Klimaanlage und Schulungsplan zu sorgen.

Diese internen Vorbereitungen wurden pünktlich abgeschlossen; das neue System allerdings mit Verzögerung angeliefert. Die Installationsphase war auch länger als geplant, da einiges nicht auf Anhieb klappte.

Da die B 2900 als erste Burroughs-Anlage dieser Art in der Bundesrepublik installiert wurde, war wohl für die Techniker des Herstellers auch ein Lerneffekt dabei gewesen. Die Objektkompatibilität hat nicht ganz zugetroffen. Es mußten alle Cobol-Programme (rund 300) durchforstet und in der Working-Storage-Section einige Value-Angaben eingeführt werden. Dieses Konvertieren und die Neukompilationen waren aber vertraglich abgesichert und wurden vom Hersteller ausgeführt.

Vor dem endgültigen Umstellungstermin, wir waren glücklicherweise nicht auf einen Fixtermin angewiesen, haben wir die Kompatibilität der B 876 Front-end-Prozessor und Datensammelsystem Nixdorf 620/48 getestet. Nach etlichen Parallel und Testläufen wurde die gesamte Anwendung im Juni 1981 auf die B 2900 übernommen. Diese kurze Zeit von der Entscheidung zur Realisierung war seitens. des Anwenders natürlich nur durch sein gut eingespieltes Mitarbeiterteam möglich.

Das wichtigste Ziel, in keiner Phase der Umstellung die gewohnten Dienstleistungen für die Fachabteilungen einzuschränken, wurde erreicht.

Die zusätzlichen Belastungen für Programmierer und Operatoren sind relativ schnell vergessen worden. Durch größeren Durchsatz des neuen Systems ist die Nachtschicht weggefallen. Außerdem konnte auf der neuen Anlage sofort Cande (interaktive Programmierung) eingesetzt werden. Dadurch ist Pgrammierproduktivität erheblich gestiegen.

Norbert Wirth

Hiab-Foco GmbH, Langenhagen

(Burroughs B 1835)

Wir entschlossen uns von der B 800 auf B 1835 umzustellen da unsere Auftragsvolumen und unsere Datenmenge angewachsen waren. Das neue System sollte im Gegensatz früher alle Arbeitsbereiche von der Auftragsannahme bis zum Rechnungswesen lückenlos verbinden. Ziel war es unter anderem auch, einen schnelleren Zugriff auf aktuelle Daten und mehr Informationen zu haben. Bei der Umstellung gab es in den ersten vier Wochen kleinere Hardware-Probleme, wie beispielsweise Systemausfall. Wenn ein Problem auftrat, war jedoch innerhalb von ein bis zwei Stunden ein Techniker von Burroughs bei uns im Hause.

Die Software erhielten wir von einem Programmierbüro, das einem Programmierbüro, das eng mit Burroughs zusammenarbeitet. Die Unterstützung war gut. Wir konnten die alten Daten anstandslos übernehmen, obwohl es sich um ein

unterschiedliches System handelte. Es sind auch hier keine Ausfallszeiten entstanden.

Trotzdem sind schon aufgrund der Kosten die Vorteile eigener ausreichender Programmierkapazitäten nicht von der Hand zu weisen. Abgesehen von den anfangs genannten Kinderkrankheiten können wir im Hinblick auf die letzten 50 Wochen eine Systemverfügbarkeit von 99 Prozent nachweisen.

Einen Nachteil gibt es bei Burroughs: Die Lehrgänge sind nicht als optimal zu bezeichnen. Ich fand zum Beispiel die Systemsoftware- und Operator-Unterweisung nicht gut. Besonders, was den Operator angeht, werden bei Burroughs extrem hohe Voraussetzungen erwartet, die bis ins Programmieren hineingehen. Vielen bereitet es Schwierigkeiten erfolgreich an den Lehrgängen teilzunehmen. Ich würde einem Neuling, der nur theoretische Datenverarbeitungskenntnise besitzt, nicht empfehlen, an einem Lehrgang von Burroughs teilzunehmen. Außerdem waren in diesem Fall auch die Kosten zu hoch.

Das Problem liegt nicht am Fachwissen, sondern an den mangelnden pädagogischen Fähigkeiten der Lehrgangsleiter.

Bei IBM beispielsweise handelt es sich bei diesen Leuten um Ausbilder, die ihr Metier verstehen und die Fähigkeit besitzen, ihr Wissen auch weiterzuvermitteln. Allerdings muß man berücksichtigen, daß der Marktanteil von Burroughs nicht so groß ist und deshalb nicht soviel Mittel zur Verfügung stehen. Vorteilhaft ist dagegen, daß bei Burroughs die Materialien seit zwei Jahren auch in Deutsch zu erhalten sind. Wenigstens gibt es hier keine sprachlichen Probleme mehr. Außerdem ist es vorteilhaft, daß die Vertriebsbeauftragten nicht so spezialisiert sind wie bei den großen Herstellern. Sie können über das System Auskunft geben.