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05.06.1981 - 

Kreditwirtschafts-Symposium: Die automatisierte Bank

Burroughs lädt in "Robot-Filiale" ein

ROTTACH-EGERN (nw) - Bankkunden werden künftig in der Schalterhalle unter sich sein. Ohne jegliches angestelltes Personal werden, so war auf einem Kreditwirtschafts-Symposium des US-Computerherstellers Burroughs Corp. am Tegernsee zu hören, Filialen einmal auskommen können. Erreicht werden soll dies mittels Automatic Teller Machines (ATM), Multifunktionsterminals und Bildschirmtext. Doch die "Robot-Bank" lasse noch ein bißchen auf sich warten.

Als erstes müsse verstärkt daran gearbeitet werden, das Mengengeschäft im Kunden-Bank-Bereich zu automatisieren. Insgesamt koste dieses Vorhaben die Banken, so schätzte Professor Dr. Hans E. Büschgen, 1,5 Milliarden Mark. Auch müsse dem Akzeptanzproblem mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dies könne beispielsweise durch individuelle Aufklärung der Kunden, Öffentlichkeitsarbeit und gleitende Übergänge gelöst werden.

Zweigstellen rationalisieren

Die größten Rationalisierungsreserven sieht Bank-Fachmann Büschgen in den Zweigstellen. Die vor allem durch das Personal verursachten Kosten seien langfristig nur mit Hilfe von DV zu senken. Denkbar wäre dabei eine mehrstufige Hierarchie der Zweigstellen. Nur in den größeren Filialen waren noch qualifizierte Berater zu finden. Aufgefangen werden könne dies durch eine entsprechende Ausdehnung des Außendienstes.

Indes: Ohne eine engere Zusammenarbeit zwischen DV-Herstellern und Banken rückt die automatisierte Zweigstelle in ferne Zukunft. Auf dem Symposium waren sich Banker und Burroughs in diesem Punkt einig. Vorgeworfen wurde den DV-Herstellern allgemein, durch ihre eigene Software-Banken zu binden, die dann auf "Gedeih und Verderb" mit dem jeweiligen Unternehmen zusammenarbeiten müßten. Einstimmigkeit herrschte dagegen bei den Bankern, daß es unsinnig sei, immer wieder "aufs neue das Rad zu erfinden".

In Schweden beispielsweise sei, so wurde auf dem 13. Weltkongreß der Sparkassen in Berlin betont, die elektronische Datenverarbeitung bei den Sparkassen schon weit fortgeschritten. Das schwedische Online-Kassen-System umfasse mehr als 3000 Stellen. Dazu gehörten 550 direkt angeschlossene Bargeldautomaten, über die monatlich 1,5 Millionen Abhebungen erfolgten. Das sei etwa ein Drittel aller Abhebungen von Sparkassenkonten. Der Anteil der EDV-Kosten betreffe nur acht Prozent der Gesamtkosten der Kassen.

Speziell mit dem Reduzieren der Papierbewegungen zwischen Bankfilialen hat sich Burroughs in dem Feldversuch "Image Processing" mit der Midland Bank, London, beschäftigt. Herausgekommen ist dabei eine "Bilderfassung", bei der Schecks und Formulare digital gespeichert werden. Das Experiment, in dem technische und anwendungsbezogene Möglichkeiten der Bilderfassung getestet werden sollten, sei, wie ein Vertreter der Midland Bank versicherte, erfolgreich verlaufen. Dennoch: Vor 1985 sei, so Burroughs, an einen endgültigen Einsatz vom Image Processing nicht zu denken. Primär gehe es noch darum, den Speicherbedarf zu reduzieren. Bislang benötige die digitale Speicherung eines Formulars mit Vorder- und Rückseite noch 20 KB. Zudem werde unter anderem an preiswerten Archivspeichern gearbeitet, an Bildausschnitt-Verarbeitung und am automatischen Schriftenvergleich.