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08.12.2000 - 

Hypo-Vereinsbank legt so genannten Side-Fonds auf

Business Angels in München formieren sich zu einer AG

MÜNCHEN (CW) - Die Münchner Startup-Szene hat einen weiteren Schritt in Richtung Professionalisierung getan. Die bisher im Umfeld des Förderkreises Neue Technologien - Forum innovativer Technologieunternehmen e.V. (FNT) engagierten Business Angels haben sich zu einer AG formiert.

Business Angels sind in aller Regel Privatpersonen, meist erfahrene und finanziell unabhängige Ex-Manager aus der Industrie, die entstehenden Firmen hauptsächlich in der so genannten Seedup-Phase, also vor der eigentlichen Gründung, mit eigenem Kapital und vor allem mit Rat und Tat helfen. Zu einem Zeitpunkt also, wo klassische Venture-Capital-Firmen längst noch nicht investieren. Diese Kultur, in den USA seit Jahren etabliert, hat sich zuletzt auch in Deutschland manifestiert.

Rund 60 solcher Business Angels sind im Großraum München präsent, darunter der frühere Europa-Chef von Microsoft, Christian Wedell, oder Eberhard Färber, Mitbegründer der Ixos Software AG. Seit gut einem Jahr waren diese privaten "Förderer" bereits im Rahmen der FNT-Initiative "Munich Business Angels Network" lose organisiert. Das dabei nicht nur hehre Worte gewechselt wurden, machen aktuelle vom FNT veröffentlichte Zahlen deutlich: So konnten auf diesem Weg bisher aus über 190 Gründeranmeldungen zwölf Startups mit knapp zehn Millionen Mark Business-Angel-Kapital finanziert werden.

Doch jetzt soll erst so richtig die Post abgehen. Eine Umfrage unter den Münchner Business Angels hat, wie Curt Winnen, Geschäftsführer des FNT und frischgebackener Vorstandschef der Munich Business Angels (MBA) AG, vor Journalisten in München erläuterte, ergeben, dass allein in diesem Kreis in den kommenden drei Jahren ein "Investitionspotenzial" von 52 Millionen Mark zur Verfügung steht. Viel Geld für den "informellen" Venture-Capital-Markt einer einzigen Region, das nun noch effektiver unter die vielversprechenden Entrepreneure gebracht werden soll.

Genau das soll künftig hauptsächlich die Aufgabe der MBA AG sein. Wesentliches Element ist dabei das Managen des so genannten Dealflows beziehungsweise das "Screening" von Förderkandidaten. Anders formuliert: Spezielle Ausschüsse der MBA wählen Gründer und Gründungskonzepte aus den Bereichen IT und Biotechnologie aus, prüfen deren Business-Pläne und stellen den Kontakt zu investitionsbereiten Business Angels her.

Neu an diesem Modell, das sich an vergleichbare Initiativen in den USA anlehnt, ist zudem die Partnerschaft mit einer Bank. Die Hypo-Vereinsbank will, wie es in München hieß, bis April kommenden Jahres einen an Investments in Münchner Startups gebundenen "Side-Fonds" in Höhe von 20 Millionen Mark auflegen, in den bis 2004 vermögende Privatkunden, die selbst nicht als Business Angels aktiv werden wollen, einbezahlen können.