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08.04.1982 - 

Dietz Computer strebt führende Position unter europäischen CAD-Herstellern an:

Business Baby von Dietz für den DV-Einstieg

MÜLHEIM (rs) - Eine "bittere Strecke" liegt nach den Worten von Geschäftsführer Peter Dietz hinter der Dietz Computer Systeme KG sowie deren Tochter Technovision. Doch Die Kooperation mit der niederländischen Océ-Gruppe im CAD-Bereich sowie der Ausbau der 6XXX-Rechnerfamilie soll den Mülheimern zu 17 Prozent Umsatzplus im laufenden Geschäftsjahr verhelfen.

"Wir wollen im Bereich der mechanischen Konstruktion die Nummer eins der europäischen Anbieter werden", formulierte Peter Dietz das Langfristziel seines Unternehmens. Bis Mitte der achtziger Jahre will der Mülheimer Mittelständler einen Marktanteil von rund zehn Prozent in diesem Teil des CAD-Marktes erobern, der etwa zwei Drittel des gesamten CAD-Marktes ausmacht.

Auf dem Gebiet "CAD für mechanische Konstruktion" fühlt sich das Familienunternehmen von der Ruhr ziemlich sicher, da bis zum Ende der 80er Jahre in Europa ein Bedarf von 100 000 CAD-Arbeitsplätzen vorhergesagt wird, davon zwei Drittel im genannten Bereich. Heute sind europaweit ganze 500 CAD-Systeme über wiegend amerikanischer Hersteller mit durchschnittlich drei bis vier Arbeitsplätzen im Einsatz.

Um auf diesem vielversprechenden Markt erfolgreich zu bestehen, entschloß sich Dietz jetzt zu der Kooperation mit Océ. Die Vereinbarung sieht den europaweiten Vertrieb der Mülheimer CAD-Systeme auch durch Océ vor. Das niederländische Reprografie-Unternehmen wird die Dietzschen Systeme unter eigenem Namen vertreiben.

Dabei kommt Océ eine breite Kundenbasis zugute, die im Bereich des Konstruktions- und Zeichenbüros mit konventionellen Reprografieverfahren besteht und durch die neue CAD-Technologie ergänzt werden soll.

Den wichtigsten Zielmarkt für seine Produkte sieht Dietz im Bereich der Fertigungsindustrie. So wird beispielsweise die Marktdurchdringung von Systemen zur Betriebsdatenerfassung (BDE) auf vier Prozent geschätzt. 1990 soll sie Vorhersagen verschiedener Marktforscher zufolge bei 50 Prozent liegen.

Kumulativ bedeute dies ein Volumen von rund 3,5 Milliarden Mark. Kostenanalysen zeigen laut Geschäftsführer Peter Dietz, daß sich BDE-Systeme selbst bei Preisen um 500 000 Mark binnen zweieinhalb Jahren amortisieren. Die Anwendung von BDE-Systemen erstreckt sich von der Lagerwirtschaft bis zur Qualitätskontrolle.

Den wachsenden Anforderungen des CAD- und BDE-Marktes versuchen die Mülheimer mit der Rechnerserie 6XXX zu begegnen, mit der sie dem Anwender Hard- und Softwarekompatibilität versprechen. Flaggschiff der Baureihe ist laut Dietz das neue Multiprozessorsystem 6084, das mit maximal 4 MB Hauptspeicher ausgerüstet werden kann und eine Ein-Gigabyte-Datenbasis unterstützt.

Das ebenfalls neue Modell 6X60 verfügt jetzt über Fest-/Wechselplattenspeicher in Winchestertechnologie. Dem Anwender stehen nach Angaben von Dietz Kapazitäten von 32 bis 384 MB zur Verfügung. Am unteren Ende der Systemfamilie 6XXX ist das jüngste Kind der Mülheimer Rechnerbauer angesiedelt, das folgerichtig auch als "Business Baby" auf den Markt kommt.

Zum Einstiegspreis von knapp unter 25 000 Mark soll es als Basis für die Anwendungssoftware von Dietz dienen und vor allem kleineren Betrieben schmackhaft gemacht werden. Zum anderen ist es Dietz zufolge auch als Satellitensystem für Unternehmen mit Filialstruktur konzipiert, wobei der dialogorientierte Online-Verbund über das Datex-P-Netz seinen Einsatz wirtschaftlich interessant mache.

Kennzeichnend für das schwierige vergangene Geschäftsjahr der Dietz Computer Systeme war der unerwartet schwache Umsatzzuwachs von nur fünf Prozent, was noch unter dem Branchendurchschnitt (sieben Prozent) lag. Dietz erreichte einen Umsatz von 55,5 Millionen Mark und rechnet für 1982 mit 65 Millionen. Trotz des geringen Wachstums in 1981 führte Dietz nach eigenen Angaben alle geplanten Entwicklungsvorhaben durch, für die über sechs Millionen Mark aufgewandt wurden.