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01.08.1986

Business Grafik: Perfekte Lösungen lassen auf sich warten

Geschäftsgrafiken sind vorteilhaft, wenn es darum geht, umfangreiches Zahlenmaterial in eine übersichtliche und anschauliche Form zu bringen. Doch für Jörg Dittrich von der Abteilung Software- und Bürotechnologie bei der Daimler-Benz AG in Stuttgart zeigen sich deutlich die Grenzen heute angebotener Business-Grafik-Produkte: "Wenn zur Erstellung anspruchsvoller Präsentationsunterlagen Features wie "freies Zeichnen" erforderlich sind, ist schnell Schluß mit der Euphorie." Ähnliche Mängel beschreibt Josef Tinkhauser vom Amt für Statistik und Studien im italienischen Bozen. Er mußte von der Host-Konfiguration vollkommen abgehen und sich auf eine Mikro-Lösung beschränken, damit die Grafikpakete überhaupt genutzt werden konnten: "Schade, daß es bis jetzt keine Programme gibt, mit denen mehrspaltig Text, Tabellen und Grafiken zu einer Seite zusammengestellt werden können". Das gelte sowohl für integrierte PC-Pakete als auch für Host-Software. Tinkhauser hofft jedoch, nicht mehr allzu lange darauf warten zu müssen.

Jörg Dittrich

Abteilung Software- und Bürotechnologie, Daimler-Benz AG, Stuttgart

Mit zunehmender Verfügbarkeit endbenutzergeeigneter Produkte wird Business Grafik im Hause Daimler-Benz seit Anfang der 80er Jahre verstärkt eingesetzt. Heute verstehen wir Business Grafik als einen der Grunddienste (neben Text, Tabellenkalkulation, Electronic Mail und anderem mehr), die im Rahmen unserer CIO-Konzeption (Computer Integrated Office) flächendeckend jedem Büroarbeitsplatz mit geeignetem Endgerät angeboten werden.

So wurden einige Host- und PC-basierende Grafikprodukte wie beispielsweise GDDM/ ICU, AS, Chart und Pic ausgewählt, die entsprechend der jeweils lokal vorhandenen Endgeräte-Infrastruktur genutzt werden. Volle Grafikfähigkeit ist heute allerdings nur bei einem Teil der installierten Endgeräte anzutreffen.

Während früher isolierte Grafikanwendungen mit manueller Dateieingabe dominierten, wird heute Business Grafik überwiegend als integrierte Komponente von Berichts- und Planungsanwendungen eingesetzt. Die Datenversorgung erfolgt hierbei in der Regel über Schnittstellen zu operativen DV-Anwendungen, wobei insbesondere der automatisierte Mikro-Host-Datentransfer über Softwareprodukte wie Siron zunehmenden Stellenwert gewinnt. Mit den eingesetzten Softwareprodukten kann die Mehrzahl der Benutzeranforderungen zufriedenstellend abgedeckt werden.

Die Grenzen der heute angebotenen typischen Business-Grafik-Produkte zeigen sich jedoch dann sehr schnell, wenn zur Erstellung anspruchsvoller Präsentationsunterlagen Gestaltungsmöglichkeiten im Sinne von "freiem Zeichnen" erforderlich sind oder etwa Grafiken mit Texten und Daten in sogenannten Verbunddokumenten gemischt werden sollen

Dr. Josef Tinkhauser

DV-Leiter, Amt für Statistik und Studien, Bozen/ltalien

Ein Blick sagt mehr als tausend Worte, sagt der Volksmund. Folgerichtig sagt eine Business Grafik mehr als tausend Zahlen. Die symbolische Darstellung kann in einem Blick erfaßt werden, während die Aufnahme und Interpretation einer Zahlentabelle ein Vielfaches an Zeit (und Können) in Anspruch nimmt. Diese Binsenweisheit ist längst anerkannt - dennoch gibt es in der praktischen Umsetzung eine Reihe von Problemen. Das Amt für Statistik und Studien bemüht sich verstärkt um grafische Darstellungen in seinen Mitteilungen und Publikationen.

Als man sich vor rund zwei Jahren bei DV-gestützter Grafik umsah, stand man vor folgender Situation: Die Datenbestände wurden auf einer IBM 4361 unter VM/CMS mit dem Programmpaket SAS verwaltet. Von der Hardware verlangte man hauptsächlich eine saubere Darstellung, die sich für Publikationen verwenden ließ.

Die Gerätekosten für den Anschluß an die 4361 waren beachtlich: Grafikfähiges Terminal und Plotter/Drucker sowie eine Steuereinheit wären notwendig gewesen. Als Hardware-Alternative bot sich eine PC-Lösung mit viel billigerer Peripherie an.

Die vielfältigen Software-Anforderungen verlangten nach einem Kompromiß zwischen Denkbarem, Machbarem und dem Preis. Der zeigte allerdings eindeutig in Richtung Mikro: Die Miete eines Großrechner-Produktes für ein Jahr macht ein Vielfaches der Anschaffungskosten von PC-Software aus. Dabei waren natürlich Leistungseinschränkungen in Kauf zu nehmen: so gibt es beispielsweise keine Mikro-Software, die - befriedigend - thematische Karten erstellt.

Schließlich entschieden wir uns - auch wegen der vielen verfügbaren Gerätetreiber - für eine Grafikproduktion mit Chart-Master auf dem IBM PCXT. Die Daten können als Druckdateien über einen Download auf den PC gebracht und samt Beschriftungen über ein sehr bequemes Einleseprogramm in das Grafikpaket integriert werden. Häufig handelt es sich bei Grafiken aber um sehr wenige Daten, die auch per Hand schnell eingegeben sind.

In bezug auf Standardgrafiken ist es für uns wichtig, diese Daten einfach editieren zu können, zum Beispiel ein neues Jahr anzufügen und das älteste herauszunehmen, ohne erneutes Einlesen von älteren Daten und Beschriftungen.

Die Ausgabe erfolgt auf einem Calcomp-Tischplotter beziehungsweise neuerdings mit einem Laserdrucker. Letzterer erstellt gleichzeitig druckfertige Qualitätsfahnen für Texte und Grafiken. Dabei kann auf die Farbe leicht verzichtet werden, da sie mit billigen Druckverfahren ohnehin nicht reproduziert werden kann.

Wünsche bleiben natürlich immer offen: Verwaltung tiefer gegliederter Variablengruppen, freie Gestaltung der Achsen, Beschriftungen, mehrdimensionale Grafiken und thematische Karten. Schade auch, daß es kein Paket gibt, das die mehrspaltige Komposition von Text, Tabelle und Grafik zu einer Druckseite auf einfache interaktive Weise erlaubt. Das gilt sowohl für "integrierte" Pakete auf dem PC als auch für Großrechner-Software. Aber vielleicht müssen wir nicht mehr lange darauf warten.

Werner Andraschko

DV-Koordinator, Geschäftsbereich Wehrtechnik, Krauss-Maffei AG, München

Im Geschäftsbereich Wehrtechnik der Krauss-Maffei AG wurden für die Bereichs- und Projektplanung integrierte Softwarepakete im IBM-Anwendersystem (AS) auf einer IBM 4361 entwickelt. Im Berichtswesen werden dort den Plandaten Ist-Werte gegenübergestellt. Dies bot geradezu an, die Business Grafik zu integrieren.

Dabei werden alle relevanten Werte aus den Datenbestanden extrahiert und zu periodischen Soll/Ist-Vergleichen verdichtet. Da es sich zu 80 Prozent um immer wiederkehrende Business-Grafik-Anwendungen handelt, wurden diese fest programmiert und abgespeichert. Bei den restlichen 20 Prozent werden die Daten manuell eingegeben und die Business Grafik entweder über Dialog- oder Menü-Führung entwickelt.

Der Benutzer muß vor der Sitzung exakte Vorstellungen über die Aussagekraft der Business Grafik haben, um diese durch die geeignete Form der Darstellung zum Ausdruck zu bringen. Hierbei unterstützt die Business-Grafik-Software den Anwender in der Auswahl des Grafiktyps (Balken-, Kreis- oder Flächen-Diagramm) und des Layouts (Farbe, Schriftarten, Texte, Schraffierung). Jedoch wird der Anwender oft in die Grenzen seiner Kreativität verwiesen, beispielsweise dann, wenn es gilt, große Unterschiede in der Skalierung darzustellen (eine Milliarde Mark Umsatz zu einer Million Mark Gewinn).

Für den Normalanwender ist die Business Grafik ein faszinierendes Tool, das hohe Anforderungen an ihn stellt und nicht immer problemlos oder sinnvoll einsetzbar ist. Darunter ist folgendes zu verstehen: Überall dort, wo die Business Grafik gezielt zum Einsatz kommt (beispielsweise als Management-Information), bringt sie Leben in die Zahlenmaterie. Sie dient der Visualisierung von Zahlen, der Kommunikation über Probleme sowie der Dokumentation von Sachverhalten.

In Zukunft werden aufgrund der schnellen, variantenreichen, problemlos veränderbaren und anwenderfreundlichen Business-Grafik-Erstellung die Anwendungen dieser Art zunehmen. Lediglich die Ausgabe der Grafiken auf Papier oder Folie läßt noch Wünsche hinsichtlich besserer Qualität zu akzeptablen Preisen offen.