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09.02.2001 - 

Hersteller setzt auf Web-Technologie

Business Intelligence bringt SAS volle Auftragsbücher

MÜNCHEN (as) - SAS Institute, Anbieter von Data-Warehouse-Lösungen, erwartet für das neue Jahr volle Auftragsbücher. Grund für den Optimismus ist die Nachfrage bei Web-basierten Produkten und CRM. Daran soll auch der Erfolg der SAP nichts ändern.

Aufgeräumte Stimmung herrscht derzeit beim größten in Privathand befindlichen Hersteller für Analysesoftware. Nachdem im Geschäftsjahr 1999 die Umsätze erstmals bei über einer Milliarde Dollar lagen, war laut Jürgen Fritz, Director Marketing and Strategies bei SAS Deutschland, auch das letzte Jahr erfolgreich. Zwar sind die Zahlen für 2000 noch nicht veröffentlicht, doch verriet Fritz vorab im Gespräch mit der CW, dass weltweit die Neulizenzverkäufe um 20 Prozent und der Gesamtlizenzumsatz um 16 Prozent gestiegen seien. In Europa hätten sich die Einnahmen im Lizenzgeschäft um 20 Prozent erhöht. Den Löwenanteil mit immer noch über 50 Prozent des Umsatzes trug dabei die Klientel aus Banken und Versicherungen bei, doch auch im Dienstleitungssektor habe SAS zulegen können. Zudem erwarte er für 2001 "wieder ein zweistelliges Wachstum".

Zufrieden zeigte sich Fritz auch mit der Nachfrage bei den erst Mitte letzten Jahres präsentierten Data-Warehouse-(DW-)Lösungen für so genannte "E-Intelligence". Diese ermöglichen es laut Hersteller, aktuelle und akkurate Informationen kontinuierlich zu optimieren mit dem Ziel, die Qualität, Effizienz und Profitabilität der Internet- und E-Business-Aktivitäten eines Unternehmens zu verbessern. Im Einzelnen dienen die Produkte der Messung der Web-Performance und Verfügbarkeit einer Website, der Analyse des Besucherverhaltens und des Web-Designs durch die Auswertung von Clickstreams und der Inhalte des Web-Auftritts im Hinblick auf eine verbesserte Informationsvermittlung sowie zur Entwicklung von Kundenprofilen und zur Unterstüzung des One-to-One-Marketings. Weltweit seien laut Fritz bereits etwa 200 Neuinstallationen von E-Intelligence vorgenommen worden, wobei die Kunden sowohl aus traditionellen Unternehmen als auch aus der New Economy stammten.

Wachstumspotenziale sieht der SAS-Manager vor allem in einem seit Monaten von Analysten und immer mehr Herstellern propagierten Ansatz für Business Intelligence: Die Integration von Informationssystemen und BI-Anwendungen zu einem geschlossenen Kreislauf. Dadurch soll es möglich werden, bisherige Insellösungen sowie interne und externe Informationen zusammenzubringen und unternehmensstrategisch besser auszuwerten. Eine solche Strategie sucht man aber derzeit noch vergebens bei den Anwendern. "Es wird nur über Prozessketten und Optimierung von operativen Systemen nachgedacht", sagt Fritz. SAS versuche daher verstärkt, mit den Vorständen zu reden. Einstiegspunkte seien dabei vor allem die Diskussion über Balanced Scorecards und die unternehmensweite Performance-Messung, für die sich immer mehr CIOs interessierten.

Was die technische Weiterentwicklung des mittlerweile über 50 Tools und Lösungen zählenden Portfolios betrifft, so habe laut Fritz das den meisten Produkten zugrunde liegende "SAS Systems" mittlerweile mit Version 8 und 8e eine für alle Integrationsaufgaben "offene" Architektur erhalten. Den Vorwurf, dass das DW-System vor allem auf Verlangen der Kunden nach Web-basierten Lösungen und wegen der Kritik der Analysten an der proprietären SAS-Welt enstanden sei, weist Fritz jedoch zurück. "Ich halte es für ein althergebrachtes Vorurteil, dass SAS proprietär war. Da gibt es ganz andere Beispiele in der Branche. So war die SAS-Engine immer für die Verarbeitung vieler Daten konzipiert, wenn auch einzelne Bausteine nur in der SAS-Welt funktionerten." Wolfgang Schwab, Marketing Executive Information Delivery Strategies, stimmt hier zu, räumt aber ein, dass SAS vielleicht "die Philosophie der Offenheit" etwas spät in den Markt getragen habe.

Zu den derzeit laufenden Arbeiten an der SAS-Plattform gehört laut Schwab die breite Einführung der Extensible Markup Language (XML) für den Datenaustausch und die Metadatenverwaltung. Letztere soll im Zusammenhang mit der propagierten Informationsinfrastruktur "extrem erweitert werden", um unterschiedlichste Anwendungsszenarien über die SAS-Plattform verwalten zu können. Hierzu hatte SAS kürzlich auch seine Unterstützung für den neuen Standardvorschlag "Common Warehouse Metamodel" zugesagt. Dieser spezifiziert ein allgemeines Metamodell für das Design eines Data Warehouse sowie eine standardisierte Syntax und Semantik für den Import und Export von Daten und Operationen zwischen dem Data Warehouse und anderen Tools.

Des Weiteren plant SAS Erweiterungen an der bisherigen Balanced-Scorecard-Lösung, die sich künftig über Links mit anderen Anwendungen verbinden lassen soll, sowie neue "Business Solutions". Bei diesen Produkten sei es vorrangiges Ziel, dass sie wie etwa die bereits verfügbaren Lösungen "Strategic Vision", "IT Vision" oder "CFO Vision" auf einer gemeinsamen Architektur basieren, um problemlos an das DW andocken zu können. Zudem bietet und entwickelt SAS spezielle Templates für Branchen und unterschiedliche Benutzergruppen, die die Implementierung erleichtern und beschleunigen sollen.

Von diesen Standardlösungen müsse man laut Fritz die analytischen Anwendungen unterscheiden, die SAS als "Knowledge Solutions" bezeichnet. Diese Produkte seien eher pragmatische Lösungen, die aus dem Tagesgeschäft in den Projekten heraus entstehen und dann als passgenaues Paket (Software, Best Practices, Datenmodell und Consulting) für ein eng definiertes Anwendungssegment allein oder mit Partnern angeboten werden können. Derzeit hätten sich etwa sechs solche Lösungen im CRM-Umfeld sowie weitere drei für E-Intelligence herauskristallisiert. Analytische Anwendungen sind aber laut Schwab derzeit noch kein "Hot Topic".

Keine Angst vor SAPDie Konkurrenz , insbesondere durch die steigende Nachfrage bei "SAP BW", sehen die Manager indes "immer entspannter". Laut Fritz konkurriere man viel seltener mit der Walldorfer Warehouse-Lösung als landläufig angenommen, da die SAS-Klientel "meistens komplexere, heterogene Systemanforderungen" stelle. Zudem positioniere sich SAS auch parallel zu BW, "wie zu jedem anderen Stück Unternehmenssoftware". Handelt es sich um SAP-orientierte Kunden, die ihre IT zu 80 Prozent auf R/3 abgestellt haben, mache es seiner nach Ansicht nach sogar Sinn, auf BW zu setzen.

Abb: SAS Institute hat mehr Übersicht in sein Portfolio gebracht. Mit Release 8 und 8e wurden zudem die Möglichkeiten der Integration externer Daten und Anwendungen erweitert. Quelle: SAS