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09.05.2003 - 

Cognos rüstet Portfolio für die Unternehmenssteuerung

Business Intelligence für die Vorstände

ROM (as) - Die künftige Produktstrategie von Cognos nimmt Konturen an. Eine Kombination aus Tools für Business Intelligence (BI), Scorecards und Planungswerkzeugen soll helfen, strategische Unternehmensprozesse und Analyse für ein Corporate-Performance-Management (CPM) zusammenzuführen.

Angesichts des Kostendrucks und des verschärften Wettbewerbs versuchen viele Unternehmen ihre Geschäftsabläufe effizienter und transparenter zu machen. In diesem Zusammenhang beschäftigt sich CPM damit, wie sich die Unternehmensleistung optimieren und besser steuern lassen könnte. Hersteller von BI-Produkten wie Cognos, Hyperion Solutions, Business Objects, SAS Institute oder die SAP schlagen dabei vor, die bisher meist separat generierten strategischen Vorgaben (Planung, Budgetierung und Forecast) künftig abteilungsübergreifend mit operativen Daten und Entscheidungsprozessen zu verknüpfen, um so laufend einen Soll-Ist-Abgleich vornehmen zu können.

CPM gründet technisch auf bisherigen BI- und Data-Warehouse-Tools, die die Infrastruktur für die Datenintegration, -auswertung und -distribution stellen und ihrerseits insbesondere Lösungen für Planung und Budgetierung mit Informationen versorgen sollen. Als Frontends werden vor allem Dashboards und Balanced Scorecards propagiert, die nicht den technisch versierten "Power"-User, sondern vor allem Fachabteilungen und Management mit konsolidierten Informationen versorgen sollen.

Management unter Druck

Doch derzeit sind Anbieter noch damit beschäftigt, ihr Portfolio für die umfassenden Aufgaben eines CPM auszubauen und zu integrieren. Vor Vertretern der europäischen IT-Presse in Rom gab nun die Führung von Cognos einen Überblick über das bisher Erreichte. Laut Robert Ashe, President und Chief Operation Officer, sei der Markt von drei Trends geprägt, die - wenig überraschend - alle CPM begünstigen: Erstens eine steigende Nachfrage nach BI-Basistechnik für Reporting, Query und Analyse, die zusehends aus strategischen und weniger technischen Gründen gewünscht wird. Ferner versuchten Geschäftsleitungen und Vorstände mehr als bisher mit Hilfe von Scorecard-Lösungen, die Aktivitäten und wirtschaftlichen Anforderungen im Unternehmen zentral zu verfolgen und zu steuern. Und schließlich müssten Finanzvorstände schneller und zuverlässiger entscheiden und berichten, als dies bisher mit Hilfe von Excel-Spreadsheets möglich ist, und schauten sich nach Planungssoftware um.

Cognos kann laut Ashe mittlerweile diese Anforderungen mit seinem Portfolio abdecken. So steht vor allem mit der mittlerweile in Version 2 verfügbaren BI-Suite "Cognos Series 7" eine integrierte Plattform für Query, Reporting, Analyse, Datenvisualisierung und Event-Management zur Verfügung, auf die 80 Prozent der eigenen Kunden migriert seien. Noch neu ist hingegen das Scorcarding-Produkt "Metrics Manager", das aus dem früheren "KPI Business Pack" von Cognos hervorgegangen ist. Es dient dazu, funktionsübergreifende Messgrößen (Key Perfomance Indicators = KPI) zur Überwachung der Unternehmensleistung einheitlich erstellen, verwalten und darstellen zu können. Laut Cognos unterscheidet es sich von bisherigen Scorecard-Ansätzen vor allem durch die Flexibilität und Offenheit des Ansatzes. Das Produkt ist eng auf Series 7 abgestimmt, kann die Kennzahlen aus den analytischen Anwendungen von Cognos für Rechnungswesen, Lagerhaltung, Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung oder Beschaffung übernehmen, lässt sich grundsätzlich aber auch mit anderen Datenquellen und Cubes kombinieren.

Allerdings räumte Ad Voogt, Senior Vice President European Operations, ein, dass die Implementierung dieses auf dem Markt bisher einmaligen Produkts nur dann Erfolg hat, wenn Management und Vorstand überhaupt bereit sind, über einheitliche Kennzahlen und Zielvorgaben offen zu reden. Wo dies der Fall ist, könnte Cognos helfen, innerhalb einer Woche "intensiver Beratung" einen ersten "Gesundheits-Check" im Unternehmen zu machen. "Das Produkt eröffnet uns den Weg ins C-Management", ergänzte Ashe.

Die Planungskomponente (vormals Adaytum), als dritte Säule für CPM, stellt künftig das Produkt "Cognos Enterprise Planning" des zu Jahresbeginn gekauften Herstellers Adaytum. Es ersetzt das bisherige Tool "Cognos Financial Planning", dessen Entwicklung laut Ashe bereits eingestellt wurde, und soll mit Bestandteilen der bisherigen Finanzlösung "Cognos Finance" kombiniert werden.

So liegen die Stärken der Adaytum-Software, die weltweit 1200 Kunden gefunden hat, vor allem in ihren umfassenden Planungsfunktionen, der leichten Implementierung und Flexibilität, wie das Beispiel des Druckerherstellers Ricoh zeigt (siehe Kasten). Cognos fügt seinerseits Technik zur Datenkonsolidierung für Finanz-Reporting und Budgeting hinzu. Die Integration der beiden proprietären Produkte soll laut Ashe innerhalb der nächsten zwölf Monate geschafft sein. Laut einer Pressemeldung soll sich die Adaytum-Software bereits mit Cognos Series 7 und dem Metrics Manager kombinieren lassen.

CPM noch Zukunftsmusik

Ein umfassendes Enterprise Planning oder CPM werde laut Europa-Manager Voogt bisher im Wesentlichen von "Visionären" der Industrie behandelt. "Die meisten Kunden wollen derzeit vor allem vorhandene BI-Investitionen weiter ausbauen und interne Probleme lösen", sagte Voogt. Dazu müssten sie aber ihre Prozesse effizienter machen und integrieren, was auch eine Zentralisierung der BI-Infrastruktur als durchgängige Plattform sinnvoll erscheinen lässt. Scorecard-Lösungen könnten zudem helfen, unternehmensrelevante Faktoren lokal beim Endanwender sichtbar zu machen und ihn so enger in die Geschäftsstrategie einzubinden.