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11.07.1997 - 

Neuer Geschäftsführer soll deutschen Markt erobern

Business Objects: Hierzulande wird Decision-Support unterschätzt

"DSS ist kein Werkzeug nur für ausgesuchte Mitglieder aus der Führungsriege mehr", so Geschäftsführer Webersinke, "sondern für jeden Mitarbeiter, der an Unternehmensentscheidungen beteiligt ist." So habe der Kunde Shell 10000 Lizenzen der Abfrage-Tools von Business Objects installiert, nicht nur wenige hundert, wie das bislang üblich gewesen sei. Lucent, ein Tochterunternehmen von Texas Instruments, habe gar 12000 Lizenzen geordert.

Laut Webersinke entwickeln sich DSS zu einem Instrument wie Tabellenkalkulation, die einst dem PC zum Durchbruch verholfen hat und längst überall unternehmensweit installiert und genutzt werde. Anders als in den USA befänden sich die Anwender hierzulande aufgrund längerer Entscheidungszyklen sowie "gewisser mentaler Probleme" noch in der Phase der Diskussion über die Bedeutung von DSS. Anwender wie Thyssen oder die Deutsche Bahn (1500 Lizenzen) nähmen allerdings eine gewisse Vorreiterrolle ein.

Business Objects jedenfalls setzt auf "unternehmensweite DSS", auch wenn der Markt in Deutschland bisher noch kleiner ist als etwa in Frankreich oder Großbritannien. Industriespezifisches Marketing sowie Investitionen der Konzernmutter sollen den hiesigen Markt besser erschließen. Wie vor wenigen Wochen angekündigt, wurde zudem die bestehende Kooperation mit der IBM vertieft. Ein europaweites Reseller-Agreement sieht vor, daß Produkte von Business Objects in den IBM-Preislisten mit IBM-Produktnummern vertreten sind und von IBM-VBs verkauft werden. Ein ähnliches Abkommen existiert auch mit Sybase. Neben IBM zählen NCR, SNI, Microsoft sowie Digital zu den wichtigsten Partnern, so Webersinke.

Den Versuch der SAP, ebenfalls ins DSS-Geschäft einzusteigen, beurteilen Webersinke sowie Vertriebsdirektor Peter Strippel skeptisch. "SAP will in einen Markt, den wir besser verstehen", so Strippel. Die Integration aller Datenquellen eines Unternehmens sowie das Aufsetzen auf die SAP-eigenen Interfaces (BAPIs) beherrsche Business Objects besser als SAP selbst. Auch der insbesondere in Deutschland starke Mitbewerber Cognos weise technologische Defizite auf, so Strippel weiter, da die Tools zur Abfrage und zur Datenanalyse derzeit noch in zwei getrennte Produkte aufgeteilt seien, zu deren Verbindung es aufwendiger Transformatoren zu bedürfe.

Business Objects erwirtschaftete im Geschäftsjahr 1996 mit Abfrage- und Berichts-Tools für Datenbanken und Data-Warehouses einen Umsatz von 85 Millionen Dollar. Das Softwarehaus hat bei 4500 Kunden weltweit über 500000 Lizenzen verkauft.

WEB-Werkzeug

Mit "Web-Intelligence" hat Business Objects nun auch eine Internet-Lösung vorzuweisen. Die Abfragesoftware basiert auf Java und läuft in jeder Browser-Umgebung, mithin auch auf Thin Clients. Dabei wird ein für die Datenanalyse gerade benötigtes Applet von einem speziellen Anwendungs-Server geladen. Ein Server soll etwa 50 Clients bedienen können, die endgültige Evaluation steht noch aus. Die Software weise gegenüber der bisherigen Lösung keinerlei Einschränkungen in ihren Funktionen auf, insbesondere sei die Möglichkeit für selbstdefinierte Fragen (Ad-hoc-Queries) sowie die Einrichtung personalisierter Oberflächen mit voreingestellten Abfrage- und Analyseroutinen gegeben. Die allgemeine Verfügbarkeit wird für die zweite Jahreshälfte annonciert.

*Manuel Okroy ist freier Fachjournalist in München.