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07.11.1997 - 

Firmenfernsehen als Teil der Informationsstrategie

Business-TV kann das Intranet sinnvoll ergänzen

Einer der ersten deutschen Business-TV-Nutzer ist die Bausparkasse Schwäbisch Hall. Auf einer Konferenz, die die Management Circle GmbH, Eschborn, kürzlich in Bad Homburg veranstaltete, erläuterte Projektleiter Wolfgang Perl, wie die Bausparkasse zum Unternehmensfernsehen kam: Anfang 1995 wollte Schwäbisch Hall ein neues Finanzierungsmodell einführen. Doch das sorgfältig ausgetüftelte Produkt schlug nicht so ein, wie es sich die Erfinder erhofft hatten. Offenbar war auf den vier Hierarchiestufen so viel Information verlorengegangen, daß die Mitarbeiter vor Ort das Modell nicht hinreichend verstanden.

Um diesem Informationsschwund abzuhelfen, sah sich der Finanzdienstleister nach Möglichkeiten um, die Außendienstler unternehmensweit auf einen einheitlichen Wissensstand zu bringen. Ein Intranet gab und gibt es bei Schwäbisch Hall noch nicht. Zudem wollte die Bausparkasse auf Nummer Sicher gehen, also die Information zu den Mitarbeitern bringen, anstatt sich darauf zu verlassen, daß diese sie von sich aus holen.

Daher entschied sich das Unternehmen für "interaktives Unternehmens-Fernsehen". Der eigene Kanal namens "TV Schwäbisch Hall" ging vor ziemlich genau einem Jahr zum ersten Mal auf Sendung. Mittlerweile strahlt er jeden Monat eine etwa 90 Minuten lange Sendung aus, die sich aus unterschiedlichen Elementen - beispielsweise Vorstandsinformationen, Vermittlung von Produkt-Know-how und Unternehmens-Nachrichten - zusammensetzt. Im Anschluß daran haben die Mitarbeiter eine halbe bis ganze Stunde Zeit, um live ihre Fragen zu stellen - via Telefon oder Fax. Zudem soll der Kanal künftig auch für die Datenübertragung, beispielsweise für Software-Updates, genutzt werden. Damit ließen sich Diskettenversand beziehungsweise langsame Modems umgehen.

Die Möglichkeit, Sendungen auf den PC herunterzuladen, hat Schwäbisch Hall nicht vorgesehen. Abgesehen vom technischen Aufwand, der für eine zufriedenstellende Widergabequalität notwendig ist, sprechen Sicherheitsbedenken dagegen. "Wir wissen schließlich nicht, wo das überall hingeht", begründet Perl seine Skepsis.

Sein wenig ausgelastetes Equipment vermietet Schwäbisch Hall zeitweilig an die Adolf Würth GmbH & Co., KG, Künzelsau. Das schwäbische Direktvertriebsunternehmen mit internationaler Präsenz beschäftigt derzeit mehr als 20000 Mitarbeiter, davon 11000 im Außendienst.

Wie Dieter Babiel, Leiter der Personalentwicklung, berichtete, plant Würth, seine Belegschaft bis zur Jahrtausendwende auf 30000 Köpfe auszubauen. Dieses schnelle Personalwachstum bedeutet einen nicht zu unterschätzenden Ausbildungsaufwand.