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15.11.1996 - 

Strategiewandel bei Computer Associates

Business Unit soll neuen Schwung in CAs AS/400-Geschäft bringen

IBMs Midrange-Welt bietet offensichtlich noch auf einige Zeit einen lukrativen Markt. Ken Modaff, General Manager von IBU AS/400, geht davon aus, daß der weltweite Umsatz im AS/400-Industriebereich derzeit rund eine Milliarde Dollar beträgt und jährlich um 30 Prozent wachsen wird. Mit einem offenen deutschen Markt bezüglich Big Blues Mittelstandsplattform rechnet auch Josef Eisenkolb, der als Country Manager hierzulande die IBU-Geschicke von der Darmstädter CA-Niederlassung aus leitet.

CAs intensivierter Fokus auf AS/400-Kunden ist allerdings nicht nur ein Ergebnis der Wachstumsprognosen in diesem Marktsegment. Die von Chefstratege David Cahn geplante Synchronisation der Produkte zu einer breitgefächerten Industrielösung gestaltete sich laut Modaff schwieriger als ursprünglich angenommen. Vorgesehen war, daß die Unix-PPS "Manman/X" und die AS/400-Pakete "PRMS" für die Prozeßindustrie und die Serienfertigung sowie "KBM" für Variantenfertiger bezüglich der Benutzeroberfläche und einiger Anwendungsprozeduren zusammengeführt werden. Einen allzu großen Aufwand bereitete offensichtlich letzteres: die Koordination der Applikationslogik insbesondere bei den hinzugekauften Produkten wie dem von der Ask Group übernommenen KBM.

Daß aus dieser Not eine Tugend werden kann, soll CAs neue Business Unit beweisen. Man konzentriere sich ausschließlich auf den AS/400-Markt, heißt es in Anspielung auf die Konkurrenten SSA und J.D.Edwards, die mit ihren jüngsten Industrielösungen auch das Unix- und NT-Lager bedienen. Dieses Argument allein wird allerdings kaum ausreichen, um die Lücke zwischen CA und den Spitzenreitern der deutschen Top-AS/400-Anbieter zu schließen: Laut einer Erhebung in "DV-Dialog" rangiert SSA, gemessen am Umsatz, an erster Stelle, gefolgt von J.D.Edwards, während CA lediglich Platz neun belegt.

Um in den Bereich der Marktführer aufzurücken, will Eisenkolb mit seiner neuen Mannschaft die Kunden intensiver als bisher von den Systemstärken gegenüber Konkurrenzprodukten überzeugen. Diese kommen seiner Meinung nach unter anderem mit Zusatzprodukten wie der Lager- und Distributionsverwaltung "Warehouse Boss" oder der jüngst für PRMS eingeführten "Quick Response Engine" (QRE), einem Planungs- und Terminierungs-Tool für die Windows-Clients.

Mit Hilfe der QRE-Funktionen soll ein dynamisches Modell der Fertigungsumgebung einschließlich der Prozeßkontrolle möglich sein. Über das Werkzeug lassen sich Kundenaufträge und Produktionsprogramme verwalten, Materialbedarf und Produktionskapazität synchronisieren , außerdem erstellt die Software Produktionsprogramme beziehungsweise -transaktionen. Als Besonderheit hebt der Hersteller die Synchronisations-Features hervor, die im Gegensatz zu vielen anderen Produkten praxisnah nicht von unbegrenzten Kapazitäts- oder Materialressourcen ausgehen.

Weitere Neuheiten bezüglich PRMS meldet CA auch mit einigen Client-Server-Erweiterungen, die jetzt in Version 8.4 verfügbar sind. Das Update hat mit "View" eine Windows-orientierte Oberfläche erhalten, die sich parallel zu den gewohnten alphanumerischen Masken einsetzen läßt. Als zusätzliche Funktionsgruppe wurde ein "Buyer Center" eingeführt, das Einkäufer bei der Beurteilung von Lieferanten und bei Vertragsverhandlungen unterstützt. Das Modul "Engineering Data Management" ergänzt die Stücklistenverwaltung von PRMS, indem sich Dokumente aus der Produktentwicklung verwalten lassen und eine Schnittstelle zu CAD-Systemen bereitgestellt wird.

Das AS/400-Bekenntnis CAs und die damit verbundene enge Entwicklungspartnerschaft zu IBM machten sich besonders in der neuen Web-Ausrichtung von PRMS bemerkbar. Mit der Web-Server-Funktionalität der AS/400 haben Benutzer künftig die Möglichkeit, über einen Standard-Browser auf die Online-Masken des PPS-Systems zuzugreifen. IBMs Workstation Gateway für die Hypertext Markup Language (HTML) setzt dabei die AS/400-Masken in das Web-Format um. So lassen sich über das Internet beispielsweise Produktverfügbarkeit, Auftragsstatus und Lieferpläne überprüfen oder PRMS-Anwendungen direkt ansprechen.