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Nur Kommunikationstechnik noch positiv

BVB: Der Markt für Computer-und Büroindustrie wird kleiner

30.10.1992

BAD HOMBURG/KÖLN (CW) - Alarmstimmung in der deutschen DV-Branche: Ein "dramatischer Produktionseinbruch" durch das Ende der Vereinigungs-Sonderkonjunktur ließ - zusammen mit dem Preisverfall - nach Angaben des Bundesverbandes Büro und Informationssysteme (BVB) den Markt im ersten Halbjahr 1992 um 3,3 Prozent schrumpfen. Nur die Kommunikationstechnik war mit plus 3,6 Prozent stabil.

Neben den mit minus neun Prozent Inlandsangebot am ärgsten betroffenen Büromaschinen Anbietern klagt vor allem die Informationstechnik-Branche über zurückgehende Produktions- und Ausfuhrziffern: Gegenüber dem ersten Halbjahr 1992 verringerte sich das innerdeutsche IT-Volumen um 6,8 Prozent auf 12,5 Milliarden Mark. Hierbei verschlimmerte sich die Exportschwäche noch: Während die Einfuhren um 7,5 Prozent zunahmen, verringerten sich das Produktionsvolumen um mehr als ein Viertel und der Export um 8,3 Prozent, eröffnete der BVB anläßlich der Kölner Büromesse Orgatec.

Die Kommunikationstechnik indes legte zu, wenn auch das Wachstum teilweise importiert war: Einer Produktion von 9,2 Milliarden Mark (plus 4,8 Prozent) standen um 18,8 Prozent gestiegene Einfuhren entgegen. Die Exporte der deutschen Anbieter von TK-Bedarf stiegen um 18,4 Prozent.

Die Kunden

werden sparsamer

Über alle Segmente des auf 22,3 Milliarden Mark geschrumpften Marktes gerechnet, wurde die um ein Zehntel gesunkene Inlandsproduktion durch Einfuhren im Wert von 16,2 Milliarden Mark (plus 7,4 Prozent) wettgemacht. Die Exporte der deutschen Anbieter von Büro-, Informations- und Kommunikationstechnik verharrten bei 10,7 Milliarden Mark.

Zunehmende Sparsamkeit machte BVB-Vorsitzender Rudi Häussler bei seiner Erläuterung der Zahlen unter der Kundschaft aus: Das gelte mittlerweile auch für PC-Standardsoftware, wo sich die "Preis- und Rabattmechanismen des zusammengebrochenen PC-Marktes" wiederholten. Die schwache Konjunktur veranlasse viele Kunden, in ihren Unternehmen Rationalisierungspotentiale auszuschöpfen, vor allem, was die Computer-Arbeitsplätze angehe: Hier werde weniger neu bestellt, sondern über "zahlreiche unbesetzte, aber ... technisch gut ausgestattete Arbeitsplätze disponiert", stellte er fest.

Während bei der letzten BVB-Umfrage im Februar 1992 noch zwischen zwei Drittel (Hardware) und drei Viertel (Software) der Mitgliedsfirmen Zuwachsraten um 20 Prozent gemeldet hätten, machten die Positivmeldungen jetzt weniger als die Hälfte der Antworten aus. Dem BVB zufolge mußten 25 Prozent der HW-Anbieter und ein Zehntel der SW-Häuser gar "signifikante Umsatzrückgänge" hinnehmen .

Die Kostenkontrolle bei den BVB-Mitgliedsfirmen wird sich nach deren Selbstauskunft vorwiegend auf der Personalseite abspielen. Ein Drittel hat Einstellungsstopps verfügt, 20 Prozent wollen Stellen abbauen. Lediglich bei der Software, so der Verband, suchten noch 36 Prozent der Anbieter frische Kräfte.

Der Rest des Jahres wird durch Stagnation gekennzeichnet sein, glaubt man der BVB-Voraussage. Weder einen Konjunkturaufschwung noch einen verschärften Umsatzeinbruch erwarte die Hälfte der befragten Mitgliedsunternehmen. Vorsichtige Hoffnung setzt eine Reihe von Unternehmen auf den Investitionsstau, der sich durch den HW-Preisverfall ergeben habe und der nun durch nachholende Anschaffungen abgebaut werden könne.

Überdies verlege sich die Branche zunehmend auf die noch weitgehend profitablen Dienstleistungs-Angebote. Die "noch nicht ausgeschöpften Reserven bei der Arbeitsplatzgestaltung'' in mittelständischen Anwenderunternehmen bilden einen weiteren Silberstreif am Horizont.

Gleichzeitig mit den Branchenzahlen gab der BVB bekannt, daß man gemeinsam mit dem Kölner Bundesverband Büröwirtschaft (BBW) zum 1. November dieses Jahres eine Verbandsholding gründe. Vorsitzender des Dachverbandes wird BVB-Chef Häussler, BBW-Vorsitzender Armin Schröter unterstützt ihn als Vize. BVB-Geschäftsführer Ulrich Schneider will dieses Amt in Personalunion auch bei der Neugründung wahrnehmen. Diese soll neben

gemeinschaftlicher Interessenvertretung der Mitglieder auf nationaler und europäischer Ebene - es wird ein Büro in Brüssel geben - die Verbände in der Öffentlichkeit repräsentieren. Außerdem wollen BVB und BBW bei der Entwicklung von Aus- und Weiterbildungskonzepten für die Branche kooperieren.