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21.11.1997 - 

Vorbehalt "strukturierte Verkabelung" unterminiert Netzgeschäft

BVIT kämpft weiter gegen IuK-Handwerksordnung

Stein des Anstoßes ist die vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) vor rund 18 Monaten angestrengte Novellierung von mehr als 30 Handwerksberufen, die unter anderem die Zusammenlegung der bisher getrennten Berufsbilder Büroinformationselektroniker und Radio-/ Fernsehtechniker zum neuen Handwerk "Informationselektroniker" vorsieht. Mit der Einführung einer vor allem kleine Systemhäuser und Händler betreffenden IT-Handwerksordnung wäre, wie der BVIT kritisiert, nicht nur die Nachweispflicht eines Meistertitels verbunden, sondern darüber hinaus die Tätigkeit im lukrativen Netzwerk- beziehungsweise Home-Office-Geschäft stark eingeschränkt.

Nach Auskunft von BVIT-Geschäftsführer Alexander Bojanowksi erhoffte sich der ZDH von der neuen Gesetzesnovelle einen Vorbehalt auf die sogenannte "strukturierte Verkabelung". Würde selbiger im Gesetzestext verankert, könnten Systemhäuser mit einschlägiger Zertifizierung im nichtindustriellen Bereich und Home-Office-Markt nur noch Hard- und Software verkaufen. Der Aufbau entsprechender Netzwerke in Form von Planung, Realisierung und Verkabelung müßte hingegen von klassischen Elektronikern oder Radio- und Fernsehtechnikern, die den neuen Nachweis "Informationselektroniker" erbringen, vorgenommen werden.

Der BVIT sieht darin laut Bojanowski eine grobe Benachteiligung der rund 13 000 Systemhäuser und mehr als 25 000 Händler in Deutschland, deren Umsätze sich im Netzwerk- und Servicegeschäft in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt haben. Der ZDH wolle nun für seine Klientel "ein großes Stück von diesem Kuchen abschneiden". Anwender müßten dann die Komponenten ihrer Netzwerke "einzeln zusammenkaufen".

Wenig Hoffnung hat der Verbandschef, was den weiteren Gang der Dinge in Bonn angeht. Die abschließende Sitzung des parlamentarischen Arbeitskreises Anfang vergangener Woche brachte keine Konkretisierung. Insbesondere der vom ZDH geforderte, vom BVIT indes strikt abgelehnte Vorbehalt in Sachen strukturierte Verkabelung wurde "bewußt offengelassen". Bojanowski geht davon aus, "daß sich die etablierten Parteien kurz vor der Bundestagswahl nicht mehr mit den einflußreichen Vertretern des Handwerks anlegen wollen". Beim BVIT nimmt man daher an, daß einzelne Handwerkskammern jetzt versuchen werden, IuK-Unternehmen, die Verkabelungsarbeiten im nichtindustriellen Bereich vornehmen, abzumahnen und damit eine Klärung der Angelegenheit durch die Gerichte herbeizuführen.