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29.10.1999 - 

Zu viele Konjunktive - zuwenig Taten

BVIT kritisiert das Aktionsprogramm der Bundesregierung

MÜNCHEN (CW) - Das unlängst von der Bundesregierung vorgelegte Aktionsprogramm "Innovation und Arbeitsplätze in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts" wurde auf der Systems ?99 in München heftig kritisiert. Anläßlich einer Pressekonferenz des Bundesverbandes Informationstechnologie (BVIT) sparte dessen Geschäftsführer Alexander Bojanowski nicht mit Schelte an dem Papier.

Generell begrüßte Bojanowski die Thesen zwar als einen "Schritt in die richtige Richtung, der zeigt, daß die Regierung die IuK-Branche würdigt und ihre Chancen und Potentiale richtig beurteilt". Dennoch verkenne der Bund die Situation, wenn er Deutschland erst an der Schwelle zum Informationsalter sehe.

Diese Stufe, so Bojanowski, sei längst überschritten. Eine solche Einstellung sei jedoch symptomatisch für die öffentliche Verwaltung, die sich noch immer im Umgang mit neuen Technologien und Medien ziere. Vor allem in der praktischen Umsetzung sieht der BIVT den größten Schwachpunkt im Konzept der Regierung. So lobenswert die Initiative auch sei, ohne konkrete Vorschläge zur Praxis blieben nur leere Versprechen - das mit "würde", "könnte" und "möchte" gespickte Papier ist nach Ansicht des BIVT "eindeutig aus einem Wunschdenken heraus entstanden und nicht aus der realistischen Betrachtung der Marktgegebenheiten".

Generell begrüßte Bojanowski die Thesen zwar als einen "Schritt in die richtige Richtung, der zeigt, daß die Regierung die IuK-Branche würdigt und ihre Chancen und Potentiale richtig beurteilt". Dennoch verkenne der Bund die Situation, wenn er Deutschland erst an der Schwelle zum Informationsalter sehe.

Diese Stufe, so Bojanowski, sei längst überschritten. Eine solche Einstellung sei jedoch symptomatisch für die öffentliche Verwaltung, die sich noch immer im Umgang mit neuen Technologien und Medien ziere. Vor allem in der praktischen Umsetzung sieht der BIVT den größten Schwachpunkt im Konzept der Regierung. So lobenswert die Initiative auch sei, ohne konkrete Vorschläge zur Praxis blieben nur leere Versprechen - das mit "würde", "könnte" und "möchte" gespickte Papier ist nach Ansicht des BIVT "eindeutig aus einem Wunschdenken heraus entstanden und nicht aus der realistischen Betrachtung der Marktgegebenheiten".

"IT-Führerschein" für Professoren und Lehrer

Bojanowski forderte die rot-grüne Koalition auf, nicht nur wohlklingende Slogans wie "Internet für alle" zu propagieren, sondern auch Taten folgen zu lassen. Beispielsweise im Zusammenhang der elektronischen Signatur. Obwohl der rechtliche Rahmen hier bereits seit zwei Jahren geklärt sei, komme das Gesetz kaum zur Anwendung. Die staatlichen Stellen hätten mit dem großflächigen Einsatz elektronischer Unterschriften mehr Aufmerksamkeit und damit verbundene Akzeptanz erzielen können als mit vereinzelt laufenden Pilotprojekten.

Auch beim Bildungswesen sieht der BIVT noch großen Nachholbedarf in Deutschland. Die vom Bundesbildungsministerium im Sommer gestartete Initiative für eine verstärkte IT-Aus- und Weiterbildung wurde begrüßt. Bojanowski ging aber noch weiter und verlangte einen "IT-Führerschein" als Voraussetzung für Professoren und Lehrer.

Doch die Forderungen richten sich nicht nur an den Staat, sondern zielen auch auf die Industrie. Mit einer Ausbildungsinitiative, die der BVIT gemeinsam mit dem Computerwoche Verlag ins Leben gerufen hat, sollen auch Unternehmen stärker zur Verantwortung gezogen werden. Unter dem Motto "Future Campus" will man mit gezielter Nachwuchsförderung auf den anhaltenden Fachkräftemangel reagieren. Bisher knapp 20 Mitgliedsunternehmen des BVIT entlasten dabei die Haushalte der Berufsakademien, indem sie ihnen Software und Dienstleistungen zur Verfügung stellen.