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30.05.2003 - 

Börsenaufsicht stellt neue Fragen

CA baut Lizenzgeschäft weiter aus

MÜNCHEN (CW) - Dank des guten Lizenzgeschäfts konnte Computer Associates (CA) für das Ende März abgeschlossene Geschäftsjahr 2003 Umsatzzuwächse verbuchen. Unter dem Strich weist das Unternehmen, das noch immer unter Beobachtung der Securities and Exchange Commission (SEC) steht, weiterhin Verluste aus.

Sanjay Kumar wird langsam ungeduldig: "Es ist frustrierend, wie lange es dauert", klagt CAs Chairman und CEO mit Blick auf erneute Anfragen der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC. Seit mehr als einem Jahr prüft das Gremium die Bücher des Unternehmens. Im Mittelpunkt stehen Gerüchten zufolge vor allem die Bilanzierungen der Softwareeinnahmen aus dem Jahr 1997. Worauf die jüngsten Anfragen zielten, wollte Kumar nicht verraten, er betonte lediglich, dass man sich bemühe, nach allen Kräften mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Das Misstrauen der Wallstreet, die CAs Aktienkurs im vergangenen Jahr in den Keller schickte, scheint sich jedoch mittlerweile in Luft aufzulösen. Nach Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen stieg der Titel, und viele Analysten reagierten mit einer Heraufstufung. Obwohl CA weiterhin rote Zahlen schreibt, wenn auch nicht mehr ganz so dramatisch wie noch im Geschäftsjahr 2002. Immerhin konnte der fünftgrößte Softwarehersteller der Welt sein Minus von 1,1 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 267 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 2003 senken. Gleichzeitig erhöhte sich der Umsatz um fünf Prozent auf 3,12 Milliarden Dollar. Verantwortlich für diese Zunahme war das Lizenzgeschäft, das von 827 Millionen Dollar auf mehr als 1,4 Milliarden Dollar anstieg. In Deutschland kletterten die Einnahmen um drei Prozent auf rund 133 Millionen Euro.

Gleichzeitig stieg das Volumen der "deferred revenues" um 273 Millionen Dollar auf 3,77 Milliarden Dollar. Diese Summe gibt den Wert der Aufträge wieder, die nach dem neuen Lizenzmodell abgeschlossen und daher in Raten in der Bilanz verbucht werden. Zwar hatte diese neue Form der Umsatzrealisierung (und Bilanzierung) an der Börse für Skepsis gesorgt, doch bei den Kunden stößt das Konzept anscheindend auf Zustimmung. Das Prinzip ist simpel: Statt Einnahmen aus einem Auftrag sofort und komplett zu verbuchen, stückelt CA seinen Umsatz in monatliche Buchungen. Bei einem Ein-Jahresvertrag etwa wird lediglich ein Zwölftel des Vertragswertes pro Monat ergebniswirksam verbucht. Damit bietet der System-Management-Spezialist seinen Kunden eigenen Angaben zufolge flexiblere Vertragsabschlüsse an, die die Möglichkeit bieten, Software monatsweise in Lizenz zu nehmen, und damit auch monatlich zu bezahlen.

Für CA wiederum hieß es, dass nach der Umstellung zunächst zwar die Umsätze zurückgingen, aber über einen längeren Zeitraum kontinuierliche Einnahmen gesichert waren. Einzig die Erlöse aus dem Softwaregeschäft von Partnern werden in voller Höhe realisiert und gesondert ausgewiesen. Hier musste die Company einen leichten Rückgang hinnehmen, der Umsatz sank von 432 Millionen auf 395 Millionen Dollar.

Serviceeinnahmen gingen zurück

Ebenfalls schwächer entwickelte sich das Dienstleistungsgeschäft. Die Wartungseinnahmen sanken im Jahresvergleich von 958 Millionen auf knapp 770 Millionen Dollar. Laut Holger Stickl, Controller bei der deutschen CA-Tochter, hängt dieser Rückgang einzig mit dem neuen Geschäftsmodell zusammen: Die heute abgeschlossenen Wartungsverträge werden wie die Softwarelizenzen monatlich gebucht. Da im vergangenen Jahr noch ein Teil der Einnahmen aus alten Verträgen einflossen - und sich in voller Höhe niederschlugen -, ist die Vergleichsbasis noch entsprechend ungenau.

Lediglich an dem Rückgang der Einnahmen aus weiteren Services - von 303 Millionen auf 248 Millionen Dollar - gibt es nichts zu rütteln. Das Geschäft lief definitiv schlechter als im Vorjahr. "Hier schlägt sich weiterhin fehlende Investitionsfreudigkeit der Kunden nieder", so Stickl. CA reagierte auf die Schwäche und gründete Anfang April eine Serviceeinheit, in der Berater und Kundendienstler zusammengelegt wurden.

Vor dem nächsten Quartal wird sich allerdings nicht abzeichnen, wie sich diese Taktik in wachsendem Umsatz niederschlagen wird. Was die Gesamtentwicklung im neuen Geschäftsjahr betrifft, gibt sich CA verhalten. Zwar rechnet Gartner damit, dass der weltweite Umsatz mit System-Management-Software in diesem Jahr um 4,5 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar klettern wird, doch laut CEO Kumar zeichnen sich noch keine Anzeichen der Erholung ab. Er kalkuliert daher mit ähnlichen Einnahmen wie im Vorjahr zwischen 3,2 und 3,4 Milliarden Dollar sowie einem - wenn auch kleineren - Nettoverlust, der zwischen 0,3 und 0,4 Cent je Aktie liegen wird. Im operativen Geschäft allerdings erwartet CA ein Plus von rund 45 Cent je Anteilschein. (rs)